Alkoholsucht zur Verschiebung einer Heroinsucht
Subutex und Alkohol
multitoxisches Konsummuster in jungen Jahren über 5-jährigen Zeitraum
Für Angehörige und Betroffene
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Stichworte (Tags):
alkohol, Drogenmissbrauch, Ersatzdroge, heroin, Jugend, Jung, Methadon, multitoxi, Subutex, Suchtverschiebung
Hey!
Habe jemanden kennengelernt, n 20jähriges mädl, die ziemlich krass alkoholabhängig ist, vorher aber seit sie 15 war Heroin(+Crack+Benzos) konsumiert hat, also gespritzt, und ich das Gefühl habe dass sie so übermäßig viel trinkt um den Gedanken vom Heroin wegzubringen. Sie is in nem Subutex Programm, hat also zumindest nen Ersatzstoff für Heroin, muss, um in diesem Programm zu beiben, aber mit dem Trinken aufhören!
Sie will aber auch keine Therapie machen, weil sie "eben noch nich tbereit dazu ist/das noch nicht will".
Ich bin mit ihr zusammen und mag sie echt veradmmt gerne, ich kann ja au nix für ihre VErgangenheit, würde ihr aber gerne helfen können ohne sie zu "nerven" oder sie zu bevormunden.
Wie kann man denn eigentlich das Denken solcher MEnschen verstehen oder wie kann man sie denn erreichen bzw. ihnen Anstöße(evtl. unbewusst) geben???
Wäre dankbar über alle ERfahrungen!
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Hallo Halleluja,
habe gerade Deinen "Bericht" über Deine junge Freundin gelesen. Ich bin 55 Jahre alt und seit 40 Jahren Drogenkrank. Werde aber seit 1996 mit Methadon jetzt mit Polamidon substituiert.
Muß Dir sagen, daß es dieses Phänomen bei vielen gibt, übermäßiges trinken, gerade die die mit Subutex substituiert werden. Es fehlt einfach der "Kick" dem wir ja alle "vermissen", dieses Gefühl, wenn man sich Heroin drückt oder schnupft, oder raucht. Da Deine Freundin auch ein Benzoproblem hat oder hatte, kann es sein, daß sie den Entzug von den Benzos durch Alkohol betäuben will. Denn wenn man keine Benzos mehr nimmt, bekommt man schreckliche Angszustände, Panikattaken und Depressionen. Das kenne ich aus eigener Erfahrung.
Durch Subutex geht wohl der körperliche Entzug weg, aber im Kopf hast Du die Drogen immer noch.
Hat Deine Freundin schonmal darüber nachgedacht in eine Teilentgiftung zu gehen? Also keine Therapie, wo sie monatelang weg ist, sondern in ein psychosomatisches Krankenhaus zB. in Bergisch-Gladbach oder in Düren, kann ich beide nur empfehlen. Dort bekommt sie weiter ihr Subutex wird aber vom Alkohol entzogen, daß dauert in der Regel so 14 - 20 Tage, kommt darauf an wieviel sie trinkt.
Sicher ist in ihr eine furchtbare Leere und sie hat das Gefühl sie fällt in ein dunkles Loch, wenn sie keinen Beikonsum hat. Sei für sie da. Gib ihr nicht das Gefühl, sie würde alles kaputt machen, ihr bzw. euer Leben.
Wenn Du drogenfrei lebst, kannst Du sie auch besuchen, wenn sie sich entschließen kann einen Teilentzug zu machen. Kommt ihr aus Köln???Wenn ja, dann kann Deine Freundin auch ins Augustiner Krankenhaus welches in Porz ist, hingehen und sich vom Alkohol entziehen. Und Du kannst sie jeden Tag dort besuchen. Das wird ihr sicher auch helfen, wenn sie Dich sehen kann.
Hat Deine Freundin schonmal daran gedacht, erstmal Methadon zu nehmen und wenn sie runterdosiert ist, vom Methadon, bekommt sie wieder Subutex und das ist auf jeden Fall einfacher. Methadon ist eigentlich das übliche Substitutionsmittel, aber wenn sie das nicht will, dann soll sie beim Subutex bleiben.
Frage sie dochmal, ob sie nicht wechseln will, auf Methadon! Habe Dir jetzt einiges geschrieben, bestimmt auch ziemlich durcheinander, aber ich hoffe Du kannst damit was anfangen. Habe sie weiter lieb, zeige es ihr, hilf ihr, wenn sie Hilfe will und braucht.
Bei mir war es so, daß ich mich immer sehr einsam und ungeliebt gefühlt habe. Auch in einer Beziehung, hatte immer ein schlechtes Gewissen, da ich wußte ich tue meinem PartnerIn weh, da ich Drogen nahm.
Konnte aber einfach nicht damit aufhören, wieso nicht? Die Antwort habe ich bis heute nicht gefunden. Es gibt halt Menschen die empfänglicher sind für Drogen und andere probieren mal und finden es Sch........!Auch für Psychologen ist das schwer raußzufinden, warum einer Drogen nimmt. Viele vermuten, daß es an der Kindheit liegt, Mißbrauch, Schläge und all die schlimmen Sachen, den Kindern passieren können.
Bei mir war es(Gott seis gedankt) nicht so. Bei mir war es Neugierde, da in meinem damaligen Freundeskreis alle irgendwas konsumierten und ich wollte halt dazu gehören.
Mehr möchte ich jetzt auch nicht mehr schreiben, es gibt keinen Grund der auf jeden paßt, es gibt keine Hilfe die auf jeden paßt. Ihr müßt zusammen raußfinden, was für sie am besten ist. Hat sie eine psychologische Betreuung, da müßte es doch Hilfe geben und wenn sie absolut nicht in Therapie will, dann macht es auch keinen Sinn, daß sie in eine geht, daß muß von ihr kommen, irgendwann wird sie vielleicht soweit sein. Sie soll es doch erstmal mit einer Teilentgiftung versuchen, vielleicht hilft ihr das ja, vom Alk. wegzukommen.
Grüße Deine Freundin von mir und frage sie mal, ob sie mit 55 Jahren immer noch auf Drogen sein will, denn ich habe auch mit 14 Jahren angefangen, obwohl dies kaum zu glauben ist, aber wie ich anfing, waren es auch ganz andere Zeiten, nicht so hart wie heute. Halt...........Peace and Freedom, die Hippies sind unterwegs. (grins)!!!!!
Aber ich kenne viele, die in meinem Alter sind und auch schon so lange mit dieser Krankheit zu tun haben. Viele sind auch gestorben, an Überdosen, an Hepatitis C, Aids, Depressionen und Selbstmord. Erzähl ihr das, obwohl sie wird sich sicher unbeeindruckt zeigen. In diesem Alter nimmt man dies alles noch nicht so ernst.
Ich bin auf jeden Fall jetzt gesund, habe letztes Jahr eine Interferon-Behandlung erfolgreich abgeschlossen und so die Hepatitis C weg bekommen, ansonsten hatte ich echt Glück, was die anderen Krankheiten angehen, außer Depressionen die ich auch öfter habe, aber nicht so dramatisch.
Was sagt eigentlich der Arzt von Deiner Freundin, akzeptiert er etwa ihre Alkoholsucht?Ach nee, das hattest Du ja geschrieben.
Jetzt ist aber Schluß, ich wünsche Dir und ganz besonders Deiner Freundin viel, viel Glück in Eurem weiteren Leben. Laß sie nicht fallen, ich weiß es ist nicht einfach und auch sehr traurig, aber sie brauch jetzt eine wirkliche Freundin, denn das hat mir immer gefehlt.
Lieben Gruß
Viridiana
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
Facharzt für Neurologie und Psychiatrie
DIE HAUTAERZTE.COMDr.med. Stefan Sünkel
Privatpraxisfür Dermatologie, Phlebologie, Lasermedizin ambulante Operationen Praxisklinik
Dr. med. Dipl.-Soz. Päd. Stefan Hoppe
Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapeut, Sozialmedizin
Fachärztin für psychosomatische Medizin
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