Ich habe eine Frage an Euch. Dazu muss ich Euch aber eine Geschichte erzählen:
Meine Partnerin hat Borderline. Allerdings soll es eine spezielle und wesentlich sanftere Variante sein. So hat sie zum Beispiel nicht die ausgeprägten Stimmungsschwankungen zwischen Aggressivität und Liebebedürftigkeit. Ich habe sie eigentlich noch nie aggressiv erlebt. Sie hat Blutdruckschwierigkeiten (hoch), hat Ängste und mitunter Depressionen. Bei den Selbstverletzungen schneidet sie mit der Rasierklinge in die Haut auf dem linken Oberarm. Da sie Krankenschwester war, macht sie dass ganz professionell mit vorheriger Desinfektion und so. Sie raucht nicht und trinkt keinen Alkohol.
Nun hatte sie eine Reha bekommen und ist in die Klinik gefahren. Immer wieder versicherte sie mir wie sehr sie mich liebt und ich ihr fehle. Durch einen dummen (oder glücklichen) Zufall glaubte sie, dass ich etwas von dort erfahren habe. So gestand sie mir, dass sie Sex mit einem anderen Mann gehabt hätte. Sie würde es sehr bereuen, es hätte nichts mit mir zu tun, sie hätte es nicht gewollt und so weiter. Den Hergang erklärte sie so:
Sie habe sich am Abend im Aufenthaltsraum mit einem Mann unterhalten. Dieser sei ihr bisher nicht aufgefallen, sie habe ihn bisher nicht wahrgenommen. Er hätte seine Frau verloren und sei zur Trauerbewältigung in der Klinik gewesen. Es sei sein letzter Tag dort gewesen. Sie haben sich also über seine und ihre Krankheit unterhalten. Da es dann spät und sie den Aufenthaltsraum verlassen mussten, seien sie auf sein Zimmer gegangen um sich weiter zu unterhalten. Es sei alles sehr traurig gewesen. Die Einzelheiten wisse sie nicht mehr. Sie habe so halb auf dem Bett gesessen, halb gelegen und da habe er ihr plötzlich die Jeans und den Slip herunter gezogen. So bis zu den Knöcheln in etwa. Dann habe er sich ein Kondom übergestreift und wäre in sie eingedrungen. Sie habe es weder gewollt noch habe sie ihn abgewehrt. Sie habe gar nichts gefühlt, alles sei so unwirklich gewesen. Es war für sie, als sei sie aus ihrem Körper getreten und habe von außen nur zugesehen. Nach wenigen Minuten sei es auch vorbei gewesen. Sie habe die Hosen angezogen und sei in ihr Zimmer gegangen. Sie habe nur Ekel und Scham gefühlt und natürlich habe sie an mich gedacht. Sie könne nicht sagen wie es dazu gekommen ist. Ob es Mitleid mit ihm war oder etwas anderes. Sie wüsste nur, dass sie das nicht wollte, es ihr keinen Spaß gemacht habe und mit mir auch nichts zu tun habe. Am nächsten Morgen habe sie nicht mit ihm reden wollen und er sei auch gleich danach abgereist.
Auch beteuert sie, dass sie es mir auf alle Fälle erzählt hätte, auch wenn sie nicht geglaubt hätte ich könnte es schon wissen.
Meine Frage an Euch. Ist so etwas möglich?
Ich weiß, dass beim Borderline auch Sex mitunter eine große Rolle spielt. Dass man sich schnell mit einem Anderen einlassen und dann auch schnell zum Sex übergehen kann. Bisher war das bei ihr aber nicht der Fall, da sie vorher überhaupt keine Nähe und auch keinen Sex zulassen konnte. Erst ca. 2 Jahre bevor wir uns kennen lernten hat sie angefangen Berührungen auch anzunehmen und auszuhalten (sagt sie).
Kann es sein, dass man so paralysiert ist und die Annäherungen eines Mannes nicht abwehren kann, ihm auch Sex erlaubt, obwohl man es gar nicht will?
Oder meint ihr, dass sie mir dies nur erzählt?
Ich würde mich freuen, wenn ihr mir mit Eueren Meinungen helfen könntet.

