Pollenallergie – wenn der Organismus überreagiert

Thema: Pollenallergie – wenn der Organismus überreagiert

  • Pollenallergie – wenn der Organismus überreagiert

    Jeder vierte Deutsche leidet unter den Symptomen der Pollenallergie und die Tendenz ist steigend. Geschwollene und brennende Augen, Schnupfen, Husten und Niesen machen die schönste Jahreszeit für die Betroffenen zur Qual, informiert Medizinjournalist Sven-David Müller vom Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de. Der Heuschnupfen schränkt die Geplagten in Ihrer Lebensqualität ein und kann sogar zu weiteren Allergien führen.

    Der Körper wehrt harmlose Pollen ab
    Bei dem Heuschnupfen handelt es sich um eine Allergie gegen bestimmte Pollen, also gegen den Blütenstaub einiger Pflanzen. Die kleinen Pollensporen, die sich in der Luft befinden, lösen bei den Betroffenen allergische Reaktionen aus, sobald sie mit den Schleimhäuten der Nase oder der Augen in Berührung kommen. Der Organismus reagiert mit der Ausschüttung von Entzündungsbotenstoffen, den Histaminen, die der Körper beim ersten Kontakt mit den eigentlich harmlosen Pflanzenpollen gebildet hat. Diese Histamine sorgen dafür, dass das Immunsystem Abwehrzellen freisetzt, die zu den Entzündungserscheinungen führen. Auslöser für Pollenallergien kann der Blütenstaub der verschiedensten Pflanzenarten sein, von Gräsern und Kräutern über Sträucher bis zu Bäumen. Da diese Pflanzen zu verschiedenen Zeiten des Jahres blühen, treten auch die entsprechenden Allergien saisonal auf.

    Heuschnupfen geht häufig mit Lebensmittelallergien einher
    Pollenallergien können zu Kreuzreaktionen mit bestimmten Nahrungsmitteln führen. Der Allergologe spricht dann von einer Kreuzallergie. So reagieren Betroffene einer Überempfindlichkeit auf Birke oder Erle häufig auch allergisch auf Haselnüsse, Walnüsse, Paranüsse, Mandeln oder Äpfel. Diese Nahrungsmittel bestehen aus ähnlich zusammengesetzten Eiweißen wie die Pflanzenpollen und rufen deshalb die gleichen Abwehrreaktionen des Körpers hervor.

    Hyposensibilisierung als Therapieform
    Die beste Therapie bei Allergien ist, die auslösenden Allergene zu meiden. Das ist bei Nahrungsmitteln häufig problemlos möglich, den Pflanzenpollen jedoch kann der Allergiker kaum aus dem Weg gehen. Hat der Arzt eine Überempfindlichkeit gegenüber einem bestimmten Allergen festgestellt, kann er eine Hyposensibilisierung oder Desensibilisierung durchführen. Dazu injiziert er dem Patienten regelmäßig, meist über einen Zeitraum von drei Jahren, den Allergie auslösenden Wirkstoff in kontinuierlich steigender Dosis direkt unter die Haut. An der Einstichstelle kann es zu Juckreiz, Brennen und Rötung kommen.

    Warum der Klimawandel Allergien fördert, erfahren Interessierte in einem weiteren Artikel der imedo-Gesundheitsnews (http://gesundheitsnews.imedo.de/news/1014989-heuschnupfen-klimawandel-fordert-allergien).

    Alles Wissenswerte zum Thema Asthma lesen Betroffene unter http://gesundheitsnews.imedo.de/news/1011395-asthma-arten-symptome-und-behandlung-der-lungenerkrankung.

    Einen passenden Arzt finden Patienten in der imedo-Arztsuche (http://www.imedo.de/verzeichnis).

    Redaktion: Marcel Kresin und Sven-David Müller (Medizinjournalist)

  • Antwort: Pollenallergie – wenn der Organismus überreagiert

    Pollenallergie

    In Deutschland leiden rund 16 Prozent der Bevölkerung alljährlich unter Heuschnupfen. Eine Pollenallergie kann verschiedene Pollen von Bäumen ( z.B. Birke, Erle), Sträuchern ( z.B. Hasel), Gräsern, Getreide ( z.B. Roggen) und Kräutern ( z.B. Beifuß) ausgelöst werden. Sobald die Blütenpollen mit den Schleimhäuten in der Nase oder am Auge in Berührung kommen, wird bei entsprechend sensibilisierten Allergikern die allergische Reaktion des Körpers ausgelöst.

    Die allergischen Reaktionen können sich als Augentränen, Augenjucken, Niesreiz, Fließschnupfen, verstopfte Nase, Husten, Atemnot, Asthma bronchiale und Hautekzem zeigen. Wenn die Beschwerden saisonal auftreten und während einer längeren Regenperiode nachlassen, sollte an eine Pollenallergie gedacht werden.

    Therapie

    1. Allergenkarenz
    Die Allergenkarenz, also das Meiden der Pollen, ist die beste, sicherste Methode zur Therapie des Heuschnupfens. Die Realisierung ist jedoch schwierig, da die Pollen kilometerweit durch die Luft fliegen können. Als Pollenallergiker müssten Sie während der Blütezeit Ihres Pollens in Klimazonen verreisen, in denen die Blühzeiten zeitlich anders verlaufen oder die Pflanze, auf die Sie allergisch reagieren, am besten gar nicht vorkommt. Oft ist ein Aufenthalt im Hochgebirge oder an Küstenbereichen bzw. auf den Inseln günstig.

    2. Spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung)
    Die Spezifische Immuntherapie ist die einzige Behandlungsmethode, die an der Ursache ansetzt. Dabei wird dem Allergiker das jeweilige Pollenallergen in allmählich steigender Dosierung gespritzt, um ihn so gegen den Pollen unempfindlich zu machen. Eine Hyposensibilisierung sollte stets von einem allergologisch erfahrenen Arzt durchgeführt werden.

    3. Medikamentöse Behandlung
    Die medikamentöse Behandlung dient zur Linderung und Vermeidung der Heuschnupfen-Symptome und zur Behandlung der entzündlichen Schleimhautschwellungen. Eingesetzt werden Antihistaminika, Dinatriumcromoglicinsäure (DNCG), Cortison und zur Therapieergänzung auch Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten.

    Vorbeugende und therapiebegleitende Maßnahmen

    • Die größte Pollenausschüttung erfolgt in den frühen Morgenstunden zwischen 4.00 und 6.00. In ländlichen Gebieten sollten daher die Fenster in dieser Zeit geschlossen bleiben. Die beste Zeit zum Lüften ist hier abends zwischen 19.00 und 24.00 Uhr. In städtischen Gebieten sinken gerade in den Abendstunden die Pollen ab. Hier tritt die geringste Pollenkonzentration in der Luft in den Morgenstunden zwischen 6.00 und 8.00 Uhr auf.
    • Pollenallergiker sollten ihre Urlaubsplanung so abstimmen, dass sie in der Zeit, in der die allergieauslösenden Pollen fliegen, in Urlaub fahren. Pollenarme Luft findet sich auf Inseln, am Meer oder in Hochgebirgslagen.
    • Für viele Automodelle sind Pollenfilter für die Lüftungsanlagen erhältlich.
    • Täglich Staubsaugen (Gerät mit Hepa-Filter), um Pollen auf Teppichen und Möbeln zu entfernen.
    • Möglichst jeden Abend vor dem Zubettgehen die Haare waschen und die Straßenkleidung außerhalb des Schlafzimmers ablegen, um keine Pollen ins Schlafzimmer einzuschleppen.


  • Antwort: Pollenallergie – wenn der Organismus überreagiert

    Spezifische Immuntherapie/ Hyposensibilisierung

    Ziel der Hyposensibilisierung ist eine Gewöhnung an das Allergen und damit möglichst eine Beseitigung der allergischen Reaktion. Auch eine Verminderung des Medikamentenverbrauches oder die Abwendung eines weiteren Fortschreitens der Allergiekrankheit - wie von Heuschnupfen zu Asthma - können bereits eine Besserung der Allergiekrankheit darstellen.

    Der Einsatz der Hyposensibilisierung ist nur sinnvoll, wenn das auslösende Allergen bekannt und eine geeignete Therapielösung erhältlich ist. Ein frühzeitiger Behandlungsbeginn verhindert bei einem Teil der behandelten Patienten auch das spätere Auftreten von allergischem Asthma. Bestehen zusätzlich Kreuzallergien gegen Nahrungsmittel, die Allergenverwandtschaften zu relevanten Pollen aufweisen, so kann bei manchen Patienten auch eine Besserung der begleitenden Nahrungsmittelallergie durch die Behandlung bewirkt werden. Auch wenn schon ein allergisches Asthma eingetreten ist, kann die Hyposensibilisierung noch wirksam sein.

    Nicht empfohlen wird sie dagegen, wenn es durch jahrelanges Bestehen von Asthma schon zu einer dauerhaften Einschränkung der Lungenfunktion gekommen ist und gar nicht mehr so sehr die Allergie, sondern deren Folgezustand im Vordergrund des Krankheitsgeschehens stehen.

    Es gibt im Wesentlichen zwei unterschiedliche Möglichkeiten, die Therapielösung zu verabreichen:

    • Subkutan:Hier wird das Allergen durch Injektion in den Oberarm verabreicht. Die Behandlung erfolgt anfangs häufiger, entweder in täglichen oder in wöchentlichen Abständen. Wenn die Erhaltungsdosis erreicht ist, wird der Behandlungsabstand auf vier Wochen ausgedehnt.
    • Sublingual/Oral: Die Therapielösung / Tablette wird in den Mund genommen, dort kurz unter der Zunge belassen und später geschluckt. Die Behandlung erfolgt in der Regel täglich. Bei Kindern wird diese Behandlungsform noch nicht als Standardtherapie empfohlen, da Experten hierzu weitere Studien zur Wirksamkeit erwarten.

    Sowohl bei subkutaner wie auch sublingualer Behandlung wird die verabreichte Dosis in einer Anfangsbehandlung kontinuierlich gesteigert, die erreichte Höchstdosis wird dann über einen längeren Zeitraum hinweg regelmäßig weiter verabreicht. Die Therapie wird in der Regel über einen Zeitraum von drei Jahren durchgeführt. Bei Insektengiftallergikern wird die Behandlung auch gerne auf fünf Jahre ausgedehnt.

    Risiken und Nebenwirkungen

    Vor allem während der Einleitungsphase können allergische Krankheitserscheinungen auftreten. So kann es bei der Injektionsbehandlung zu Juckreiz und Schwellung an der Einstichstelle kommen. Seltener sind Störungen des Allgemeinbefindens wie Abgeschlagenheit oder Kopfschmerzen. Ebenso können allergische Reaktionen wie Quaddeln, Atemnot, Kreislaufreaktionen oder das Auftreten von Ekzemen vorkommen.

    Durch Vermeidung von bestimmten Risikofaktoren und Nachbeobachtung des Patienten kann das Risiko solcher Nebenwirkungen sehr gering gehalten werden. Auch sind derartige Reaktionen meist leicht und gut behandelbar. Letztlich muss immer individuell abgewogen werden, was höher zu bewerten ist: Der Vorteil einer erfolgreich behandelten Allergiekrankheit oder die Möglichkeit, im Rahmen der Hyposensibilisierung Reaktionen zu entwickeln.



  • Antwort: Pollenallergie – wenn der Organismus überreagiert

    Was ist eine Allergie?

    Eine Allergie ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems gegenüber bestimmten körperfremden Substanzen der Umwelt. "Überschießend" heißt die Reaktion, weil das körpereigene Immunsystem auf Fremdstoffe (z.B. Pollen) anspricht, die anders als Krankheitskeime eigentlich keine Gefahr für die Gesundheit darstellen. Bei den meisten Allergenen handelt es sich um Eiweißsubstanzen tierischer oder pflanzlicher Herkunft, beispielsweise von Blütenpollen, Milben und Schimmelpilzen.

    Prinzipiell kann jeder Stoff in unserer Umwelt zum Auslöser einer Allergie werden - vom Apfel bis zur Zwiebel, vom Angorafell bis zur Zahnpasta. Für 20.000 Substanzen ist nach vorsichtigen Schätzungen eine allergieauslösende Wirkung bekannt. Dabei zeigen sich die allergischen Symptome:

    • . . am Auge: Bindehautentzündung, Lidschwellung,
    • . . in den Atemwegen: Heuschnupfen (saisonaler Schnupfen), Dauerschnupfen, Schwellungen der Atemwege, Asthmatische Beschwerden,
    • . . an der Haut: Nesselsucht (Urtikaria), Angioödem / Quincke-Ödem, Ekzeme, Neurodermitis,
    • . . im Magen-Darm-Trakt: Übelkeit, Durchfall, Magenschleimhautentzündung.

    Allergiediagnostik

    Bei der Diagnostik allergischer Erkrankungen besteht das spezielle Problem, dass den Krankheitsbeschwerden - wie etwa Schnupfen, Asthma, Ekzeme, Magen-Darm-Beschwerden oder Migräne - eine Unmenge allergieauslösender Substanzen gegenüberstehen. Um aus den mindestens 20.000 bisher wissenschaftlich bekannten Allergenen das für den Patienten Zutreffende herauszufinden, bedarf es "detektivischer Fähigkeiten" und aufwendiger Diagnosemethoden. Die Allergiediagnostik verläuft umfasst immer mehrere Parameter.

    1. Anamnese


    Aus der Erhebung der allergologischen Krankheitsvorgeschichte können bereits wertvolle Hinweise auf den möglichen Allergieauslöser gewonnen werden. Zusätzlich sollen die häusliche und berufliche Umwelt, die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten sowie die zumindest orientierende Erfassung des psychosozialen Umfeldes berücksichtigt werden. In besonderer Weise sind selbstbeobachtete Beziehungen zwischen den allergischen Symptomen und möglichen Allergenen sowie die Umgebungsbedingungen privater und beruflicher Art festzuhalten. Besonders wichtig sind die Erfassung des Krankheitsbeginns (auch möglicher "Vorboten") und die Hinweise auf den primären Allergenkontakt.

    2. Hauttests

    Hauttests (Prick-Test, Intrakutantest, Scratch-Test und Reibtest) sind das Fundament der Allergendiagnostik. Hier werden Proben verschiedener Substanzen (mögliche Allergene) auf die Haut aufgebracht und beobachtet, ob eine allergische Reaktion an dieser Hautstelle (als Pustel oder Quaddel) auftritt. Je nach diagnostischer Zielsetzung kann sich der Arzt beschränken und durch Einzelproben die laut vorhergehender Befragung verdächtigen Allergene prüfen. In den meisten Fällen jedoch handelt es sich um eine Suchdiagnostik, bei der es darauf ankommt, durch Gruppenextrakte in einer einzigen Sitzung ein möglichst breites Allergenspektrum zu erfassen. Hauttests führen zu falschen Ergebnissen, wenn gleichzeitig Antihistaminika oder Kortikosteroide eingenommen werden. Daher sollten schon fünf Tage vor einem beabsichtigten Hauttest Antihistaminika gemieden werden.

    3. Labortests

    Bluttests: Hier werden mit Hilfe von Blutproben die Reaktionsbereitschaft und spezifische Sensibilisierung gegen die untersuchten Allergene im Labor getestet. Ein Kriterium ist das Vorhandensein spezifischer IgE-Antikörper.

    4. Nachanamnese und Provokationstest

    Die Deutung des Testergebnisses erfordert immer eine Überprüfung durch Erhebung einer "Nachanamnese" (Ist der Patient überhaupt dem Allergen ausgesetzt? Passen Symptome und Testergebnis zusammen?). Ob der durch positive Hauttests und/oder Bluttests ermittelte IgE-Antikörper einer aktuellen klinischen Wirksamkeit des jeweiligen Allergens entspricht, kann nur durch direkte Prüfung am betreffenden Organ mit Hilfe eines Provokationstests endgültig geklärt werden.

    Provokationstest: Im Provokationstest wird das klinische Symptom (z.B. Bindehautentzündung mit Rötung und Augentränen, Asthma, Hautausschlag, Ekzem) reproduziert durch weitgehende Nachahmung der "natürlichen Bedingungen", z.B. bei einer Hausstaubmilbenallergie wird das Milbenallergen in die Atemwege geblasen.

    Therapiemaßnahmen bei Allergien

    1. Allergenkarenz

    Das Meiden des Kontakts mit dem beschwerdeverursachenden Allergen (Allergenkarenz) ist die beste und sicherste Methode zur Therapie. Nahrungsmittel, auf die man allergisch reagiert, sollen nicht gegessen werden. Im Falle einer Nickelallergie wäre nickelhaltiger Schmuck (Modeschmuck, Weißgold) zu meiden. Eine Karenz ist jedoch nicht immer leicht durchzuführen. Insbesondere bei in der Luft vorhandenen Allergenen wie Pollen und Schimmelpilzen wird dies schwierig. Wenn Karenzmaßnahmen nicht möglich sind, um den Kontakt mit dem Allergen zu unterbinden, ist eine Hyposensibilisierung angezeigt.



    3. Medikamentöse Behandlung

    Die medikamentöse Behandlung dient zur Linderung und Vermeidung der Krankheitssymptome und zur Behandlung der entzündlichen Schleimhautschwellungen. Sie bekämpft zwar nur die Symptome, nicht die Ursache, ist jedoch oft die einzige Möglichkeit, um den betroffenen Patienten, beschwerdefreie oder mit nur geringen Beschwerden belastete Tage zu verschaffen.

    • Antihistaminika
      Im Verlauf der allergischen Reaktionen wird vermehrt Histamin freigesetzt, das als Botenstoff die allergischen Reaktionen des Körpers, wie Juckreiz, Schleimhautschwellung usw. veranlasst. Antihistaminika-Präparate wirken den Histamin-Effekten entgegen. Sie helfen dadurch gegen den Juckreiz und Hautausschlag, mindern Schwellungen und dämmen Niesattacken und Nasenfluss ein. Die beschwerdelindernden Wirkungen treten bereits nach wenigen Minuten ein.
    • Dinatriumcromoglycat (DNCG)
      DNCG stabilisiert die Mastzellen und blockiert damit deren Histaminausschüttung. DNCG wirkt individuell unterschiedlich und nicht bei akut auftretenden Beschwerden, sondern vorbeugend. Deshalb muss DNCG beispielsweise während der Pollensaison regelmäßig (täglich) angewendet werden, oder ca. eine Stunde vor dem Genuss einer Mahlzeit, die Nahrungsallergene enthalten könnte.
    • Kortison
      Das Kortison, ein körpereigenes Hormon der Nebennierenrinde, wird eingesetzt, um bleibende Schäden als Folge der chronischen, allergisch verursachten Entzündung in ihrem Ausmaß zurückzuhalten. Bei inhalativen Allergien wird es überwiegend als Spray zur Inhalation oder als Nasenspray eingesetzt. Kortison schützt die Schleimhäute vor den Entzündungserscheinungen. Als Spray ist es nahezu frei von Nebenwirkungen, da es hier direkt an die Schleimhäute und nicht in den Blutkreislauf gelangt. Auch Kortison entfaltet seine Wirkung vorbeugend; es wirkt nicht im akuten Anfall. Bei Hautekzemen werden kortisonhaltige Hautcremes verwendet, um das Ekzem zum Abheilen zu bringen und einer chronischen Hautveränderung vorzubeugen.
  • Antwort: Pollenallergie – wenn der Organismus überreagiert

    Was ist Anaphylaxie?

    Anaphylaxie ist die schwerste Form der allergischen Reaktion, eine Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems auf normalerweise harmlose Substanzen. Der ganze Körper ist bei der Anaphylaxie mit verschiedenen Organsystemen, wie Haut, Atemwege, Magen-Darmtrakt, Herzkreislaufsystem, gleichzeitig betroffen. Beschwerden können sehr schnell und plötzlich, innerhalb weniger Minuten bis zu einigen Stunden nach Kontakt mit dem Allergen auftreten und lebensbedrohlich sein. Daher ist eine Anaphylaxie als medizinischer Notfall einzustufen, die einer sofortigen Behandlung bedarf.

    Was sind die üblichen Auslöser einer Anaphylaxie?
    Zu den Auslösern von Anaphylaxie zählen im Wesentlichen:

    • Lebensmittel: Nüsse, Erdnüsse, Milch, Eier, Fisch, Schalentiere oder Soja sind bei uns die wichtigsten Auslöser anaphylaktischer Reaktionen. Grundsätzlich kann jedoch (fast) jedes Lebensmittel Anaphylaxie-Auslöser sein. Es ist wichtig zu wissen, dass bei manchen Menschen schon kleinste Mengen des Allergens genügen, um lebensgefährliche Reaktionen hervorzurufen. Einige wenige, extrem hochgradig sensibilisierte Lebensmittelallergiker können sogar auf den Geruch des Lebensmittels (wie Fisch) reagieren.

    • Insektengifte: Die durch Stiche von beispielsweise Wespe, Biene, Hummel oder Hornisse übertragenen Gifte sind potente Allergene und häufige Anaphylaxieauslöser.

    • Medikamente: Sowohl verschreibungspflichtige als auch frei verkäufliche Medikamente sind als Auslöser einer Anaphylaxie bekannt, beispielsweise Antibiotika, Schmerzmittel, Narkose- oder Röntgenkontrastmittel.

    • Naturlatex kann besonders in medizinischen Berufen oder bei Spina-Bifida-Patienten Ursache für anaphylaktische Reaktionen sein.

    • Einige anaphylaktische Reaktionen treten nur unter körperlicher Belastung oder in Kombination mit Lebensmitteln oder Medikamenten auf, andere haben keine erkennbare Ursache.

    Wie äußert sich eine Anaphylaxie?
    Anzeichen und Symptome einer Anaphylaxie können sofort nach Allergenkontakt auftreten. Schnelle Verschlechterung des Zustandes bis zur Entwicklung möglicherweise lebensbedrohlicher Beschwerden sind charakteristische Merkmale von Anaphylaxie. Auch zu Beginn harmlose allergische Symptome können schnell fortschreiten. Die gefährlichsten allergischen Reaktionen betreffen die Atemwege (Atemstillstand) und/oder das Herz-Kreislaufsystem (Blutdruckabfall, Herzstillstand).

    Wann ist es Anaphylaxie?
    Ein Hauptkriterium der Anaphylaxie ist, dass der gesamte Körper betroffen ist, das heißt, nicht nur eines dieser Symptome, sondern mehrere gleichzeitig, etwa Juckreiz, Hautauschlag und Atemnot, sind zu beobachten. Auch das plötzliche Auftreten und der sich schnell steigernde Schweregrad der Beschwerden lassen auf Anaphylaxie schließen.

    Verdacht auf Anaphylaxie?
    Wenn Sie für sich oder Ihr Kind vermuten, dass möglicherweise eine anaphylaktische Reaktion entwickelt wurde, suchen Sie auf jeden Fall schnellst möglich einen Allergologen auf, bei Verdacht auf Nahrungsmittel-Anaphylaxie eine Spezialklinik. Führen Sie keine Eigendiagnosen durch und verlassen sich nicht auf die Einzelberichte anderer.

    Wie wird eine Anaphylaxie diagnostiziert?
    Leider gibt es keinen speziellen Test, um das individuelle Risiko für die Entwicklung schwerer allergischer Reaktionen zu testen. Die Diagnose durch den Facharzt hilft jedoch dabei, den Auslöser zu identifizieren und einen individuellen Therapieplan zu erstellen. Zu diesem Zweck wird der Allergologe eine ausführliche Anamnese (Erörterung der Krankengeschichte) durchführen. In Ergänzung stehen dann Methoden wie Hauttests und/oder Blutuntersuchungen auf IgE-Antikörper zur Verfügung. Provokationstestungen werden bei Lebensmitteln nach unklarer Anamnese zur Bestätigung der allergischen Reaktion durchgeführt oder zur Austestung des individuellen Schwellenwertes (welche Menge eines Lebensmittels wird vertragen) eingesetzt. Bei Verdacht auf Anaphylaxie sollten Lebensmittelprovokationstests nur im Rahmen eines Klinikaufenthaltes mit der notwendigen Notfallversorgung durchgeführt werden.

    Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei diagnostizierter Anaphylaxie?
    Wer eine anaphylaktische Reaktion auf Insektengift entwickelt, hat die Möglichkeit als ursächliche Behandlungsmethode eine spezifische Immuntherapie (SIT) oder Hyposensibilisierung durchzuführen, mit der die Überempfindlichkeit des Immunsystems wirkungsvoll bekämpft werden kann. Für Lebensmittel, Medikamente und Naturlatex gibt es zurzeit keine solche Therapie, daher ist das sorgfältige Meiden des Anaphylaxie-Auslösers die Therapie der Wahl. Darüber hinaus verschreibt der Arzt bei Patienten mit Nahrungsmittel-induzierter Anaphylaxie und Insektengiftallergikern ein Notfallset. Dieses enthält Medikamente, die unverzüglich einzusetzen sind und bis zum Eintreffen des Notarztes oder Ankommen in der Notfallambulanz erste Hilfe gewährleisten.

    Was ist ein Notfallset?
    Das Notfallset besteht in Deutschland je nach Symptomatik aus drei bis vier Medikamenten: Notfallmedikament der Wahl ist Adrenalin in Form eines Autoinjektors.
    Bei akuter Atemwegsproblematik kann ein ß2-Mimetikum, ein Spray, das bronchienerweiternd wirkt, eingesetzt werden.
    Um die allergische Reaktion zu bekämpfen, wird ein Antihistaminikum gegeben. Spätreaktionen im Rahmen des biphasischen Verlaufes werden mit Cortison vorgebeugt.
    Nehmen Sie die Medikamente wie mit Ihrem Allergologen in Ihrem Notfallplan besprochen. Die Einnahme ersetzt nicht den Arztbesuch. Rufen Sie in jedem Fall 112 oder suchen Sie ein Krankenhaus auf.

    Notfallbehandlung: Was kann ich im Falle einer anaphylaktischen Reaktion tun?
    Erarbeiten Sie im Vorfeld mit Ihrem Allergologen einen individuellen Notfallplan. Wenn Sie vermuten, dass eine anaphylaktische Reaktion auftritt, verlieren Sie keine Zeit und verhalten Sie sich wie folgt:

    • Handeln Sie schnell, aber ruhig und bedacht!
    • Befolgen Sie die Empfehlungen Ihres Arztes zur Behandlung der Anaphylaxie und nehmen Sie Ihre Medikamente.
    • Rufen Sie auf jeden Fall den Notarzt (112). Versuchen Sie nicht selbst zu einer medizinischen Einrichtung zu fahren. Wenden Sie sich an eine Klinik und planen Sie wenigstens vier bis sechs Stunden ein, falls die Symptome erneut auftreten.

    Alarmsignale
    Erste Anzeichen, Alarmsignale von Anaphylaxie:

    • Juckreiz in Handflächen und Fußsohlen,
    • Prickeln im Mund- Rachenraum,
    • Hitzegefühl/-wallung.

    Milde bis moderate Symptome:

    • Nesselfieber, Urtikaria, Ausschlag, Quaddeln,
    • Lippen-, Augen- und/oder Gesichtsschwellung, Quincke-Ödem,
    • Bauchschmerz, Übelkeit, Krämpfe,
    • Kopfschmerzen,
    • Stuhldrang, Harndrang,
    • Heiserkeit, Husten, Kurzatmigkeit.

    Schwere Anaphylaxie-Symptome:

    • schnaufendes, pfeifendes Atmen, Atemnot,
    • Anschwellen der Zunge, des Rachenraumes,
    • Andauerndes Erbrechen und/oder Durchfall,
    • Bewusstseinseintrübung, starker Blutdruckabfall, Bewusstlosigkeit,
    • Herzkreislauf- und/oder Atemwegsstillstand.

© 2007 - 2012 imedo GmbH, alle Rechte vorbehalten.
Die unter www.imedo.de angebotenen Dienste und Inhalte sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen