Für mich bedeutet Borderline...

Thema: Borderline

Thema: Für mich bedeutet Borderline...

  • Für mich bedeutet Borderline...

    Borderline

    • bedeutet für mich ein Mensch der sehr sensibel, mitfühlend, verständnisvoll, aber auch hochgradig verletzbar ist.
    • ist für mich wie eine Reise ohne Fahrschein und der Kontrolleur naht.
    • ist wie ein Leben ohne feste Wurzeln.
    • ist wie eine Reise im Zug, dessen Notbremse defekt ist.
    • zu sein bedeutet für mich, ein Baum zu sein der versucht seine Wurzeln in harten Beton zu schlagen.
    • ist ein Land, das immer wieder droht mich zu verschlingen.
    • ist ein Leben am Rande des Aushaltbaren.
    • ist der Abgrund, an dem ich steh.
    • ist wie ein Kind, das in einem erwachsenen Körper lebt.
    • ist die Blume, die nie erblühen durfte.
    • bedeutet für mich, rote Tränen weinen zu müssen.
    • bedeutet, das ich die die ich liebe verletzen muss.
    • bedeutet für mich, einsam zu sein, weil ein du für mich unerreichbar ist.
    • ist der Alptraum, aus dem es kein Erwachen gibt.
    • bedeutet ein Kind zu sein, das verzweifelt nach seiner Mutter sucht.
    • bedeutet für mich, dass ich mich nie auf mich verlassen kann.
    • ist für mich eine geniale Überlebensstrategie der Psyche in einer Hölle, das Problem dabei ist nur, diese gelernten Verhaltensmuster wieder los zu lassen, wenn die äußere Hölle vorbei ist. Solange dies nicht gelingt lebt man in einer anderen inneren Hölle weiter.
    • ist irgendwie ganz schön kompliziert und schwierig zu beschreiben.
    • bedeutet für mich Gefühle wie in einer ungewollten/erzwungenen Fahrt in der Seilbahn.
    • ist der ständige Kampf zwischen Wollen und Nicht-Wollen, Müssen und Nicht-Müssen.
    • ist der Kampf zwischen Rationalität und Irrationalität.
    • ist der Kampf der Gefühle gegen die Realität.
    • den ganzen Farbkasten des Lebens in seiner Intensität gleichzeitig zu leben - von tiefschwarz bis grellpink - Lieben und Leiden in einem Augenblick ohne dass auch nur eine kleine Nuance des "kreativen Chaos" verloren geht.
    • ist für mich "Borderline"! Ich möchte versuchen, es als "kreatives Chaos" zu sehen, weil diese "Störung" viele Türen öffnet, die für andere verschlossen sind - wir aber gerade genau darunter leiden. Trotz allem möchte ich die Kreativität, die ich gewonnen habe, nicht mehr missen.
    • Segen und Fluch gleichermaßen.
    • ist Himmel und Hölle zusammen.
    • bedeutet für mich ein irrsinniges Gefühlschaos zwischen Liebe und Hass, Idealisierung und Abwertung, in einer schwarz-weissen Welt, ohne Grenzen.
    • ist wie eine ständig wieder tickende, sich selbsterneuernde Zeitbombe, man spürt sie, weiß aber nie, wann sie explodiert!
    • ist ein stimmungsschwankendes, selbstzerstörerisches, süchtiges, Monster !
    • ist eine gespaltene, unsichere Seele, die kein "entweder-oder" kennt!
    • ist, wenn man innen langsam stirbt und sich trotzdem viel zu lebendig fühlt für diese tote Welt.

    Und vieles mehr

  • Antwort: Für mich bedeutet Borderline...

    Schön geschrieben!

    So ähnlich hab' ich's schon mal von einer Freundin gelesen.

    Es steckt viel Wahrheit darin ;-)

  • Antwort: Für mich bedeutet Borderline...

    Ist mein Leben, nicht mehr und nicht weniger.

    Ich bin stolz, anders zu fühlen, ich bin stolz, sensibler zu sein, ich bin stolz, mehr zu fühlen, ich bin stolz, richtig zu hören, ich bin stolz, mich selbst zu fühlen, ich bin stolz mich nicht selbst aufzugeben, ich bin stolz ein BL zu sein



    die Haselnuss, die ein Kaspar war

  • Antwort: Für mich bedeutet Borderline...

    Borderline bedeutet für mich,das ich mich nie fallen lassen kann,weil ich nie weiß,wann das nächste Tief kommt. Die Angst fährt ständig mit und ist mein täglicher Begleiter. Ich habe gelernt diese nicht ab zu weisen,sondern sie an mich ran zu lassen,denn nur so wenn ich sie akzeptiere und nicht bekämpfe ist es auszuhalten.

    Borderline bedeutet für mich das ich andere Menschen oft treffend gut einschätzen kann,nur mich nicht.

    Der Zugang zur eigenen Selbstwahrnehmung ist oft verschlossen.

    Jeder neue Tag bedeutet für mich Kampf und Selbstaufgabe.

    Andere Menschen die die Krankheit und mich nicht kennen,ziehen sich oft zurück,weil man sich auf mich nicht verlassen kann.Wie denn auch ich kann es ja nicht mal selbst,belüge mich sogar.

    Positiv ist,das durch meine Wärme und Sensibilität ich vieles erspüren kann und mich erfreuen Dinge,die andere nicht mal mit hinten an sehen würden.

    Das Gute ein Arzt sagt die Krankheit wird ab 45 Jahren weniger und ist gut zu bewältigen.

    Da habe ich ja nur noch 3 Jahre bis dahin.



  • neu hier und schön nicht mehr so allein zu sein

    ich finde es gut auf die seite gestoßen zu sein

    ich finde es gut mehr zu erfahren denn das erste mal im leben möchte ich etwas für mich tun

    ohne zu wissen ob ich es durch und aushalte ...

    lg an alle hier

  • Antwort: neu hier und schön nicht mehr so allein zu sein

    Borderline is für mich wie n Halt geworden.Ich schließ mich gern den oben genannten Aussagen an und weiß,daß ich eine Diagnose habe,sie aber nicht unbedingt bin.In meinem Klinikaufenthalt vor ein paar Wochen hab ich gelernt,daß ich nicht nur die Wahl von tiefschwarz und schneeweiß habe,sondern daß es unendlich viel auch dazwischen gibt und daß I C H mich vor Allem auch mal auf einen neutralen Beobachterpunkt stellen kann...;).

  • Antwort: Für mich bedeutet Borderline...

    "Borderline bedeutet für mich,das ich mich nie fallen lassen kann,weil ich nie weiß,wann das nächste Tief kommt. Die Angst fährt ständig mit und ist mein täglicher Begleiter. Ich habe gelernt diese nicht ab zu weisen,sondern sie an mich ran zu lassen,denn nur so wenn ich sie akzeptiere und nicht bekämpfe ist es auszuhalten."

    Sehr treffend formuliert.

  • Antwort: Für mich bedeutet Borderline...

    Hallo Ramona

    schön wär es,daß es ab 45j besser würde.Will dich ja nicht fustrieren.

    Aus eigener Erfahrung (bin 51) , es wird immer schlimmer.

    mit freundlichen Grüßen

    thomas

  • Antwort: Für mich bedeutet Borderline...

    Hallo,

    tja ich kann mich Thomas nur anschliessen (auch wenn es schon eine Weile her ist). Ich bin fast 41, die Diagnose an sich bekam ich ja erst mit 36 Jahren, bis dahin war mein >Leben< eine Berg- und Talbahn ohne Pause und ich war "launisch, zickig, nicht für voll zu nehmen..."für meine Umwelt. Die Selbstverletzungen habe ich immer schon versteckt, weil es mir peinlich war, weil ich nicht wusste, was mit mir los ist.

    Seit dem 10.Januar bin ich jetzt in Behandlung: Reha, Pause, Tagesklinik, Psychiatrie (wegen Suizidalität), Tagesklinik, Pause, jetzt warte ich auf einen Platz in einer Spezialklinik, denn ich bekomme den Druck nicht raus, und meine Grübelgedanken enden immer wieder an einem Gedanken. Erst dieses Jahr habe ich so wirklich verstanden, was diese Diagnose bedeutet, und erst als mir eine Ärztin direkt gesagt hat, es gibt keine generelle Heilung; bei mir würde es bedeuten, sie nie loszuwerden. Neben Depressionen und PTBS habe ich seit einem Jahr hin und wieder Dissziationen.

    Also muss ich einen Weg finden, dass anzunehmen, mein Leben endlich in den Griff zu bekommen. Ich stand jetzt kurz davor, eine berufliche Massnahme zu machen (Antrag zur Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben ist bewilligt). Ich muss das jetzt auch auf Anraten meines Arztes absagen, weil ich nicht durchhalten werde. Das macht mich schon alles sehr traurig... und müde.

    Musste ich einfach nochmal loswerden. Danke für´s Zu"lesen"! lg aquadance

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