Antwort: Spirale
hallo ihr lieben,
ich schließe mich in euren kreis an. und roman, du sprichst mir aus der seele. bei mir war gestern auch so ein tag an dem ich nichts, aber auch gar nichts auf die reihe bekommen hab.
manchmal stehe ich frühs auf und irgendjemand fragt mich wie es mir geht. dann muss ich nachdenken und stelle mir selber die frage "wie gehts dir?" ich fühle in diesen momenten nichts. wenn ich unter leute muss dann funktioniere ich nur noch. mein lächeln und meine fröhlichkeit sind alle nur gespielt. ab und zu rutsche ich mal ab, fange mich aber sofort wieder. auf die halbherzigen fragen wies mir geht antworte ich nur "naja geht so" dann kommen noch solche sprüche wie "willst du nicht langsam mal wieder arbeiten gehen?" ---> na sicher will ich, wenn ich es könnte würde ich es tun!!!! manchmal muss ich aufpassen, dass ich nicht laut schreie.
worauf ich eigentlich hinaus wollte: nach diesen "besuchen" fühle ich mich so fertig als hätte ich eine 14-std-schicht hinter mir. eine std schauspielerei haut mich für den ganzen tag um. aber leider versteht das niemand. mitlerweile fragt auch noch kaum jemand wie es mir geht. denn sie bekommen immer die gleiche antwort. da sie auch nicht weiter nachfragen, hab ich den eindruck es interessiert sie nicht.
und so geht diese spirale immer weiter. wir werden dadurch immer weiter herunter gezogen. das einzige was mich ein bisschen noch über wasser hält ist die tatsache, dass man mit gleichgesinnten reden kann. ich hab eine gute freundin in meiner reha kennengelernt und sie weiß wie ich mich fühle. nur hab ich auch bei ihr dann immer angst, wenn ich zuviel rede, dass ich sie mit in diese spirale hinein ziehe.
es ist ein teufelskreis.
ich hab es geschafft 9 monate ohne zwischenfälle zu leben. ich dachte "hey jetzt gehts dir endlich wieder gut" und dann kamen unerklärliche schmerzen. nach mitlerweile 3 monaten zu hause haben sie festgestellt, es besteht wahrschenlich keine organische ursache. tja, und somit häng ich wieder drin, 4 monate dauerhaft schmerzen, da isoliert man sich automatisch. und nun bin ich wieder genau da, wo ich vor 2 jahren schonmal war. ich finde es ist sogar noch schlimmer. ich weiß zwar etwas besser damit umzugehen. allerdings habe ich das gefühl, dass mein umfeld damit nicht mehr umzugehen weiß.
also heute ist ein durchwachsener tag, ich habe es tatsächlich geschafft 1 std raus zu gehen. das ist ein riesen fortschritt für mich. ich bin gespannt ob sich mein empfinden den restlichen tag über hält.
ich drücke euch allen die daumen. irgendwie muss jeder von uns seinen weg da raus suchen!
viele liebe grüße, jay