Thema: Depressionen

Thema: Spirale

  • Spirale

    Ich bin grad mal wieder soweit, dass ich mich so bescheiden fühle, dass ich mir unmöglich hilfe holen kann. ich wünschte, jemand würde mich mal ehrlich fragen wie´s mir geht. und irgendwie denk ich, solange mich keiner fragt, ist es auch allen egal und es hat eh keinen sinn.

    also stolper ich weiter durch das leben. wirk nach außen völlig normal - naja soweit es geht. und das möcht ich ja auch sein. ich möcht ja auch nicht auf "depri" und "psychisch krank" reduziert werden.

    und ich werde immer passiver, kann meine sozialen kontakte nicht aktiv aufrechterhalten und fühl mich so immer überflüssiger

    shit!





  • Antwort: Spirale

    Hallo, dacapo

    Du schilderst fast genau meine Situation. Mich fragt zwar dann und wann jemand aus meinem Bekanntenkreis wie es mir geht, aber keiner will wirklich wesentlich anderes hören als "es geht mir gut". Also stolper ich auch, mehr recht als schlecht.

    Im vorigen Jahr war ich krank geschrieben wegen mittelschwerer Depressionen und Generalisierter Angststörung, ca. fünf Monate. Meine Behandlungsmöglichkeiten Antidepressiva, Psychotherapie und Klinikaufenthalt sind nahezu ausgeschöpft und nun muss ich es halt allein versuchen. Habe einen Termin bei einem anderen Neurologen, erst am 20. August, mal sehen, ob ich neue Medikamente kriege und was überhaupt wird.

    Ich fange gerade etwas an, wieder soziale Kontakte zu pflegen, nachdem ich mich wochenlang zurückgezogen hatte. Mal sehen, wie lange das anhält.

    Dies soll jetzt kein Trost sein, lediglich, dass Du mit der Problematik nicht allein dastehst. Man kann ja keinem erzählen, was los ist, weil man selbst dafür keine Worte findet.

    Sei jetzt also lieb gegrüßt, ich suche auch für mich einen Weg, aus der "Scheiße" rauszukommen.

    Alles Gute, Kilo

  • Antwort: Spirale

    hier kommt noch ein gleichgesinnter^^

    mir gehts auch so... im grunde interessiert es keinen wie es einem wirklich geht. keiner frägt wirklich nach, und das thema depression ist sowies ein absolutes tabu thema. im grunde glaube ich, dass es den meisten auf die nerven geht, dass man sozusagen dauernd traurig ist. klar, ich versuche es so gut wie möglich vor meinen freunden zu verbergen was aber natürlich nicht immer geht oder so... ach ich finde einfach alles so ansträngend... bin einfach müde...

    ich bin auch krankgeschrieben, aber viele haben dafür kein verständnis... dauern fragen sie, warum ich den nicht schon längst wieder arbeiten geh ausbildung mach ect. aber wie schlecht es mir geht das interessiert sie anscheinend nicht, oder verstehns nicht. ich versteh ja manchmal auch nicht warum es mir so schlecht geht... warum ich solche ängste habe... aber ich weiß nur das es so ist, wie es nun mal ist...

    also stolpere ich auch so durchs leben...

  • Antwort: Spirale

    Leider ist es so, dass man in der Umwelt meist auf Unverständnis stösst, wenn es um psychische Erkrankungen geht. Ich habe schon vor Jahren aufgegeben, mich anderen erklären zu wollen. Wie sollen sie auch etwas verstehen, das ich selbst nicht verstehe? Tatsache ist einfach, dass es mir nicht gut geht, ich ständig traurig und niedergeschlagen bin. Das Problem ist auch, dass man sich aufgrund der Depressionen immer mehr isoliert. Und so wird man immer einsamer und fühlt sich mit all den Problemen sehr alleine. Wenn es irgendwie geht, sollte man versuchen über seinen Schatten zu springen und soziale Kontakte aufrecht erhalten. So schwer das manchmal auch sein mag... Es ist besser als ganz allein zu sein.

    Liebe Grüsse,

    unicorn

  • Antwort: Spirale

    Zum Glück kann ich jetzt - 4 Wochen später - sagen, dass das ganz tiefe Loch überwunden ist. Und die Erfahrung, dass es immer wieder stärkere Zeite gibt, hilft mir auch. Und doch kommen die Löcher immer wieder.... und dann bin ich ganz hilflos. Vielleicht hilft es, wenn man akzeptiert, dass es bei einer Depression einfach besch... Zeiten gibt, und dann nach der eigenen Erfahrung das beste draus macht. Und ich wünsche allen, die grad ganz unten sind viel Kraft zum Durchhalten und ein paar Sonnenstrahlen für jeden von euch!

  • Gute und schlechte Zeiten

    Bei mir war es heute so das ich eigentlich das schöne Wetter nutzen wollte, spazierengehen, einkaufen und etwas unter leute.leide ging es nicht, eine art erschöpftheit.extra schön fertig gemacht, geduscht...Es gibt wohl diese tage wo es nicht ganz so gut geht wie am naechsten vielleicht.Ich versuche mir trotz des unwohlsein etwas nettes zu machen.naja heut gings nicht.nehme medikamente und denke geht wohl etwas besser, aber manchmal kann es doch sehr schnell umschlagen, dann bin ich selber verwirrt und muss mich erstmal sortieren.mich selbst fragen wie es mir geht.jetzt gerade ganz gut.

    Liebe Grüsse,Roman

  • Antwort: Spirale

    hallo ihr lieben,

    ich schließe mich in euren kreis an. und roman, du sprichst mir aus der seele. bei mir war gestern auch so ein tag an dem ich nichts, aber auch gar nichts auf die reihe bekommen hab.

    manchmal stehe ich frühs auf und irgendjemand fragt mich wie es mir geht. dann muss ich nachdenken und stelle mir selber die frage "wie gehts dir?" ich fühle in diesen momenten nichts. wenn ich unter leute muss dann funktioniere ich nur noch. mein lächeln und meine fröhlichkeit sind alle nur gespielt. ab und zu rutsche ich mal ab, fange mich aber sofort wieder. auf die halbherzigen fragen wies mir geht antworte ich nur "naja geht so" dann kommen noch solche sprüche wie "willst du nicht langsam mal wieder arbeiten gehen?" ---> na sicher will ich, wenn ich es könnte würde ich es tun!!!! manchmal muss ich aufpassen, dass ich nicht laut schreie.

    worauf ich eigentlich hinaus wollte: nach diesen "besuchen" fühle ich mich so fertig als hätte ich eine 14-std-schicht hinter mir. eine std schauspielerei haut mich für den ganzen tag um. aber leider versteht das niemand. mitlerweile fragt auch noch kaum jemand wie es mir geht. denn sie bekommen immer die gleiche antwort. da sie auch nicht weiter nachfragen, hab ich den eindruck es interessiert sie nicht.

    und so geht diese spirale immer weiter. wir werden dadurch immer weiter herunter gezogen. das einzige was mich ein bisschen noch über wasser hält ist die tatsache, dass man mit gleichgesinnten reden kann. ich hab eine gute freundin in meiner reha kennengelernt und sie weiß wie ich mich fühle. nur hab ich auch bei ihr dann immer angst, wenn ich zuviel rede, dass ich sie mit in diese spirale hinein ziehe.

    es ist ein teufelskreis.

    ich hab es geschafft 9 monate ohne zwischenfälle zu leben. ich dachte "hey jetzt gehts dir endlich wieder gut" und dann kamen unerklärliche schmerzen. nach mitlerweile 3 monaten zu hause haben sie festgestellt, es besteht wahrschenlich keine organische ursache. tja, und somit häng ich wieder drin, 4 monate dauerhaft schmerzen, da isoliert man sich automatisch. und nun bin ich wieder genau da, wo ich vor 2 jahren schonmal war. ich finde es ist sogar noch schlimmer. ich weiß zwar etwas besser damit umzugehen. allerdings habe ich das gefühl, dass mein umfeld damit nicht mehr umzugehen weiß.

    also heute ist ein durchwachsener tag, ich habe es tatsächlich geschafft 1 std raus zu gehen. das ist ein riesen fortschritt für mich. ich bin gespannt ob sich mein empfinden den restlichen tag über hält.

    ich drücke euch allen die daumen. irgendwie muss jeder von uns seinen weg da raus suchen!

    viele liebe grüße, jay

  • Antwort: Spirale

    Leider sind halt die meisten absolut überfordert mit einer ehrlichen Antwort. Schön ist es wenn man wenigstens 1-2 Leute hat, die eine ehrliche Antwort verkraften. Gut ist es für solche Tage aufbauenden Lesestoff bereitzuhaben. Zum Beispiel Texte von Anselm Grün. Oder eine schöne Zitatensammlung. Irgendetwas, was dir dein Selbstwertgefühl wieder etwas zurückgeben kann.

    So wünsch ich euch Kraft für den morgigen Tag!

  • Antwort: Spirale

    Melde mich auch mal zu Wort. Lese ich Eure Beiträge, so denke ich immer wieder, dass ich mich genau so auch fühle. Bin bereits seit einem Jahr krank geschrieben und auch in einer Therapie. Dachte schon, dass es wieder aufwärts geht, aber dann rutscht man doch wieder in die Spirale. Habe mich zu einem Solmkeitchi-Kurs angemeldet. Aber heute habe ich es enfach nicht geschafft zu dem Kurs überhaupt hin zu gehen. Den ganzen Tag war ich soooo müde. Zu müde um zu Essen und zu trinken oder überhaupt aufzustehen.

    Es hilft mir, wenn ich lese, dass es anderen genauso geht. Komme mir sonst immer wie ein Exot vor. Schon allein das Gefühl, dass es wirklich die Krankheit ist und man nicht selber nur irgendwie schrullig ist, hilft mir aber mich zumindest ein bißchen besser zu fühlen.

  • Antwort: Spirale

    Hallo,

    Moni2 du hast Recht. Es hilft schon enorm, wenn man weiß, dass man nicht mehr die/der Einzige ist, der das durchmacht. Und manchmal hält mich nur das noch auf den Beinen....du bist nicht allein!

    Andererseits merke ich persönlich dann immer wieder, es kann jeden Moment wieder soweit sein. Ich bin zwar noch nichtmal ansatzweise aus meinem Loch raus, aber mir wir einiges bewusst dadurch. Sollte ich es irgendwie, irgendwann hier raus schaffen, dann ist es nur eine Frage der Zeit bis ich wieder in dieser Spirale bin. Das Problem ist: ich merke es erst wenn ich richtig unten bin.

    Habt ihr Tipps? Wie merkt ihr, dass ihr wieder abrutscht?

    Liebe Grüße, Jay!

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