Hallo,
seit 1 Woche bin ich wieder aus der Klinik und mein Leben ist ein Trümmerfeld. Was ist passiert?
Meine Frau sagte in der Klinik das Sie mich nicht mehr in die Wohnung zürück kehren lassen will. Es steht eine räumliche Trennung an. Sie meint Sie kann nicht mehr. Das Schlimme ist aber es gibt viele Ärzte, Freunde und Bekannte, die sich mit der Esstörung nicht auskennen und alle so gute Ratschläge geben. Meine Frau zog nun vorrübergehend aus der Wohnung mit den Kindern und ich soll alleine mein Leben meistern. Ich kämpfe und esse, aber es geht mit dem Gewicht bergab. Wahrscheinlich weil die psychische Anspannung zuviel Energie verbraucht. Der Klinikaufenthalt war gut. Habe wirkliche Freundinnen gefunden, die mich und ich Sie mit dieser Krankheit verstehe. Aber das schreckliche ist der Zustand zu Hause. Niemand da. Ich bin doch ein Mensch aus Fleisch und Blut und brauche gerade jetzt, wo ich so kämpfe Zuspruch, Zuneigung und Liebe. Doch so viele Ärzte finden die räumliche gut. Gut für meine Frau und den Kindern. Und ich? Ich will kämpfen, doch für wem. Lohnt es sich überhaupt. Ich habe in Berlin alles durch. Ich kann jederzeit ins Krankenhaus wenn mein Gewicht zu niedrig ist, für 4 Wochen und dann wieder alleine zu Hause. Was für eine Spirale ist das. Soll das bis zum 70 Lebensjahr so gehen? Bestimmt nicht. Morgen besuche ich die Patienten in der Klinik und werde sicherlich wieder aufgebaut. Was für ein Leben zu Zeit, und warum wird alles auf die Esstörung geschoben als wenn ich ein Aussätziger wäre.
Es soll nicht heißen das ich auch dieses wieder nicht meistern werde, aber ich gebe zu, jeder Rückschlag dauert länger daraus zu kommen. Daher ist es nur meine Erfahrung, geht diese Sch**** Esstörung so schnell wie möglich an um nicht alles zu verlieren, was einen mal lieb und gern gewesen war.
Michael

