Arzt-Patienten-Verhältnis
Liebe Mitglieder,
MRT - die völlig zu Recht so gefürchtete "Röhre" - aber man kann da etwas dran machen von seiten Arzt und Personal, daß es für den Patienten eben NICHT zu einer Horrorpartie wird - man muß es nur wollen ...
Ich selbst habe zwei ganz unterschiedliche Erlebnisse dabei gehabt.
Das erste im letzten Jahr in der Röntgenpraxis hier am Ort. Da schicken grundsätzlich alle Ärzte ihre Patienten hin, ist der "übliche Ablauf".
Eine riesige Praxis, da läuft alles regelrecht wie "am Fließband". Aufklärung durch einen Arzt vorher - nicht doch - man bekommt einen Aufklärungsbogen und einen Fragebogen in die Hand - immerhin noch auf einem Klemmbrett als Schreibunterlage mit anhängendem Kugelschreiber (vielleicht weil man ihn sonst aus Versehen einsteckt?). Durchlesen, ausfüllen, unterschreiben - DAS war die Aufklärung vorher. Dann warten - Wartezimmer mit ein wenig Gemütlichkeit oder Ruhe ausstrahlend gibt es nicht, aufgereihte Stühle auf dem Gang vor den Kabinen. - Reingerufen - nur ganz kurze Anweisung: bitte Schmuck und alle Metallgegenstände ab ... kaum Zeit, die Anweisung wirklich auszuführen, da wurde man schon geholt - Keine weiteren Hinweise, keine beruhigenden Worte, kein Hinweis zur Dauer der Untersuchung - NICHTS!
Nach der Untersuchung wieder anziehen, im Flur warten. Nach einer Weile kam eine Arzthelferin, drückte mir den Umschlag mit dem Befund für den Hausarzt in die Hand mit den Worten: "Auf Wiedersehen und gute Besserung!" - DAS WAR ES! - Einen Arzt habe ich überhaupt nicht zu sehen bekommen.
Das Personal - für Freundlichkeit blieb keine Zeit. Bei einigen merkte man richtig, daß sie eigentlich wollten, aber es nicht konnten, die Zeit für den Patienten einfach nicht da ist, sie selbst unter Druck sind durch viel zu enge Terminplanungen und den Druck, die Patienten in der Zeit auch regelrecht "durchschieben" zu müssen. Extrem unfreundlich die Chefin - die Frau eines der drei Ärzte, denen die Praxis gehört. In dem Stil: Sie müssen ja hierher kommen, wir haben das Monopol, und ich bestimme hier, was passiert!
In einem hatte die Dame sich getäuscht, es gibt hier noch eine andere Möglichkeit, man muß sie nur kennen! - Und mich haben die da nicht wiedergesehen!
Während der letzten Wochen habe ich im örtlichen Krankenhaus zwei MRT-Untersuchungen miterlebt, die total anders gelaufen sind, eine davon bei mir selbst.
Freundliches Personal, übersichtliche Terminplanung, vernünftige Aufklärung vorher persönlich (nicht mit einem Zettel!), Zeit zum Ausziehen, kein Gehetze, Eingehen auf den Patienten, in aller Ruhe auf den Untersuchungstisch - eine Atmosphäre, die ein "Willkommen sein" ausstrahlte. Obwohl es bei mir "nur" die Lendenwirbelsäule war, bei der man so weit in der Röhre durchgeschoben wird, daß der Kopf schon wieder etwas Luft hat und dadurch die Gefahr von Panikgefühlen wesentlich geringer ist als wenn man komplett mit nur ein paar Zentimetern dazwischen unter dem Tunnel liegt, wurde mir gleich ein Beruhigungsmittel angeboten. Daß ich es nicht genommen habe, war meine eigene Entscheidung. Und - obwohl ich NICHT sediert war - Kreislaufüberwachung während der Untersuchung durch den Fingerclip. - Und natürlich der Hinweis vor dem Reinschieben in die Röhre: Die Untersuchung wird ca. 25 Minuten dauern. - Nach der Untersuchung "Begrüßung" mit den Worten: "Alles in Ordnung? Oder haben Sie irgendwelche Probleme?"
Danach in Ruhe anziehen, etwas warten und den Brief für den Hausarzt vom Oberarzt der Abteilung ausgeändigt bekommen. Der erklärte mir dann noch gleich den Befund deutlich und verständlich, nicht in "Mediziner-Chinesisch".
Fazit: Wenn Ihr selbst schlechte Erfahrungen gemacht habt oder es von anderen gehört habt, schaut Euch ein wenig um, ob es noch andere Möglichkeiten gibt. Ärzte bleiben gerne bei ihrer eingefahrenen Schiene: Kollege überweist zu diesem Kollegen, der dann wieder zum anderen Kollegen usw. usw. - Sprecht Euren Arzt auf eine andere Möglichkeit an, es geht um Euch, um Euer Wohlergehen! Ihr liegt in der Röhre drin oder müßt andere Untersuchungen über Euch ergehen lassen, nicht Euer Arzt!
Und wenn der Arzt dann zögerlich ist, dann müßt Ihr ihn überzeugen, Eurem Wunsch nachzukommen. Auch eine Arztpraxis ist heutzutage ein Wirtschaftsunternehmen, das nach kaufmännischen Gesichtspunkten geführt wird. Bei mir war es ganz einfach: Entweder MRT im Krankenhaus - oder gar keines ... Ich habe zum Glück einen sehr guten und vernünftigen Hausarzt, bei dem ich nicht lange diskutieren mußte.
Schreibt uns doch mal, was Ihr bei so etwas mit Euren Ärzten erlebt habt, ob Ihr Euch gut aufgehoben und verstanden fühlt oder nicht ...
LG von Eurer Vivian