In der Asthmafachwelt ist man der Meinung, dass keine Atemtechnik die Krankheit so entscheidend und markant beeinflussen kann wie Medikamente. Die von Ärzten empfohlenen Medikamente wirken jedoch nur symptomunterdrückend und ein heilendes Medikament ist noch nicht in Sicht. Von Ärzten wird der Atmungsapparat als pneumatisches System in dem Sinn aufgefasst, dass z. B. die Bauchatmung genau so gesund oder ungesund sein würde wie die Brustatmung. Es fehlt also an einer wissenschaftlichen Erklärung für eine, sagen wir entspannende, Wirkung einer durch Atemtherapeuten gern gelehrten Bauchatmung auf asthmatisch verengte Atemwege. Beim Asthmaspray hingegen ist die dramatische Wirkung wissenschaftlich nachvollziehbar und man verliert die große Kluft zwischen Symptomunterdrückung und Heilung aus den Augen.
Japanische Texte wie „Die Kraft strahlender Gesundheit“ von dem im Alter von über 100 Jahren vor kurzem verstorbenen Nobuo Shioya thematisieren andererseits eine spezielle Koordinierung der Atmungsmuskeln, das heißt ausdrücklich eine Anspannung der Bauchmuskeln und deshalb eine Steigerung des Bauchinnnendrucks. Auf Seite 124 lesen wir "….hara ga suwaru" (der Bauch ist fest) bezieht sich auf diesen Zustand, in dem die Aufmerksamkeit auf das seika-tanden gerichtet, im Unterbauch Kraft gesammelt und die Luft bis dort hinabgedrückt wird. Im Bauch fest zu sein, gilt besonders als idealer und vorteilhafter Zustand“ Das muss die Neugierde erwecken, ist aber weit davon entfernt, mit europäischen Vorstellungen von der Physik logisch zu sein. Wenn durch die Eigenschaft der Atemluft in der Lunge usw. der Druck überall ausgeglichen wird, hätte Bauchatmung in irgendwelcher Form keine Auswirkung auf eine Verengung der Atemwege.
Dass von der Anspannung des Bauches eine besondere Wirkung auf die Atmung ausgeht kann man aber leicht beweisen, indem man mit der Hand das An- und Entspannen der Bauchmuskeln bei der Atmung abtastet. Wenn man jetzt das Anspannen bei der Einatmung bewusst verhindert, so wird die Atmung seichter und schwächer und letztendlich asthmatypisch.
Aus dieser Perspektive heraus, d. h. mit durch die Hand abgetastetem Variieren der Bauchmuskelspannung kann man die Einatmung nicht nur schwächer sondern auch kräftiger werden lassen und so mit dem Asthmaspray konsequent konkurrieren, welches sonst auf lange Sicht die Atmung schwächt. Denn die hier erwähnten Muskeln werden weniger in Anspruch genommen und müssen deshalb bei Verlust der hier anvisierten Koordinierung langsam einrosten. Das Einüben einer verstärkten Anspannung der Bauchmuskeln bei der Einatmung ist vielleicht am besten auf einem Crosstrainer oder sonstigem Ergometer zu realisieren, wo man sich ungestört konzentrieren kann und wo zur eigenen Sicherheit die körperliche Leistung gemessen wird. Dadurch ist die Entwicklung einer sonst zu befürchtenden Fehlatmung zu vermeiden.
Siehe auch zu Thema http://www.mountsinaifpa.org/profiles/gwen-s-skloot Demzufolge schützt gesundes Durchatmen (deep inspiration) die Bronchien. Darf in einem Provokationstest eine gesunde Person nicht durchatmen, so reagiert sie wie ein Asthmatiker, was auf eine zu schwache Einatmung beim Asthmatiker hindeutet, die logischerweise mit Atemtechnik behoben werden könnte. Richard Friedel
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