brauch ich hilfe?

Thema: brauch ich hilfe?

  • brauch ich hilfe?

    hey ,

    ich bin jetzt bald 16 jahre, 1,55 groß und wieg 42 kilo.also eigentlich "normal" ich kann mich nicht erinnern das ich schonmal zufrieden war mit meiner figur!seit fast 3 jahren erbreche ich regelmäßig,also kommt auf meine stimmung drauf an,wenn es mir schlecht geht dann meistens mehrmals am tag.angefangen hat das ganze als ich probleme in der schule mit der klasse bekommen habe!ich gehe jetzt schon seit 1 jahr in eine andere schule ,kann aber nicht mehr aufhören mein gewicht zu kontrollieren,diäten zu machen,zu erbrechen und regelmäßig zu essen!ich habe mit niemanden über meine probleme geredet,ich habe zwar gute freunde und auch eine super tolle familie,mit der ich keinen streit habe,aber ich trau mich einfach nicht zu sagen das ich erbreche!sie wissen zwar das ich probleme mit dem essen hab und ich war auch als kind deshalb öfters beim arzt.ich weiß nicht ob es besser wäre mit ihnen zu reden?ich habe aber ziemliche angst das sie endtäuscht sind oder denke das hat etwas mit ihnen zu tun!

    ich würdde mich sehr über eine antwort freuen!

    liebe grüße Coco =)

  • Antwort: brauch ich hilfe?

    Hallo coco95,

    ich finde es sehr stark von dir hier dein Problem anzusprechen, während du sonst über deine Essstörung nicht reden kannst.

    Ich bin selber Familienvater und möchte dir gerne meine jetzigen Empfindungen mitteilen, wenn meine Tochter mir diesen Problem mitteilen würde. Sicherlich würde ich auch enttäuscht sein, aber nicht über meine Tochter, sondern darüber was ich als Vater oder Mutter falsch gemacht habe. Ich würde persönlich enttäuscht sein, warum ich es nicht selber und früher diese Essstörung bei meiner Tochter gesehen habe. Warum konnte ich ihr nicht früher helfen.

    Ich wäre aber glücklich und stolz auf meine Tochter, das sie es mir gesagt hätte und mir viel vertrauen und sicherlich auch den Wunsch nach Hilfe entgegengebracht hätte.

    Ich kann mir persönlich auch vorstellen, das du ein unheimlichen Druck haben musst, 3 Jahre heimlich und alleine mit dieser Krankheit zu leben. Ich hatte zum Glück nur eine kurze Zeit Züge der Bulimie. Es war aber schlimm heimlich aufs Klo zu gehen, und die Hoffnung zu haben, das meine Kinder und meine Frau nichts mitbekommen. Immer diese Angst vor dem entdeckt werden.

    Ich mag dir zu nichts raten, aber ich würde mir sehr für dich wünschen, wenn du das Gespräch mit deinen Eltern suchen würdest. Nehmt Euch alle für das Gespräch zeit. Wähle du den Zeitpunkt, dann wenn du denkst es war heute ein ganz ganz toller Tag. Ich lernte in der Klinik jemand kennen, die das gleiche Problem hatte wie du. Glaube mir, sie fühlte sich nach dem Gespräch mit ihren Eltern erleichtert. Wage den Schritt. Es ist ein kleiner Schritt für dich, aber ein riesiger für deine Familie.

    Suche bitte auch unbedingt ärztliche Hilfe auf. Alleine kommst du aus deiner, meiner, unserer Essstörung nicht heraus. Du brauchst professionelle Hilfe.

    Ich schicke dir aber viel Kraft und Mut für das Gespräch, was du hoffentlich ins Auge fasst.

    Viele viele Grüße

    Michael

  • Der beste Freund aller deiner Kräfte solltest DU sein.

    Wie der Körper, so braucht auch die Seele was zu essen: Achtung, Anerkennung, Berstätigung, Bewunderung und mehr desgleichen und nicht zu knapp.

    Nun schau Dir zum Beispiel mal die Situation mit Deinen Mitschülern an. Wenn da die Seele fast am Verhungern war, weil man ihr die notwendige Nahrung geradezu vorenthielt, da kommt doch Panik auf und da möchte man den Brocken, den man geschluckt hat, gar nicht verdauen, denn wenn man das täte, wär die Energie weg. Und ob dann noch mal was nachkommt? Wenn nicht, müsste man womöglich verhungern!!! Da blockiere ich doch lieber die VerWERTung, ich bin es ja vielleicht auch gar nicht WERT - meine ich.

    Fühle doch mal IN DICH HINEIN, was für feine, sensible, geniale Talente da verzweifelt darauf warten, sich doch noch entwickeln und wachsen zu dürfen. DU bist ihr Chef.

    Wenn Du von anderen Menschen was willst, dann redest Du doch mit ihnen. Schau mal, mit wem Du an einem Tag alles redest! Und wie ist das mit Deinen genialen, feinfühligen, kostbaren und völlig ausgehungerten Kräften & Talenten? Warum sprichst Du mit denen nie? Du spürst doch, wie sie danach dürsten, von Dir erkannt und anerkannt, bestätigt und bestärkt, aufgerichtet und geliebt zu werden. Wenn ich als Fremder ihnen auch nur 1 gutes Wort sagte, könnten wir sofort eine Verbesserung aller Deiner Lebensfunktionen messen. Ebenso wenn DU ihnen 1 gutes Wort sagst. Und Du kannst ihnen doch sehr, sehr viel mehr als nur 1 gutes Wort sagen. Wann willst Du endlich damit anfangen, Deinen Kräften ein guter Chef zu sein?

    Es gibt da ein kleines Büchlein über Autosuggestion von E.Coué, in dem steht ganz einfach und praktisch, wie man ein guter Chef seiner Kräfte wird und mit ihnen das Leben meistert. Es ist ein weltberühmtes, in ca. 20 Sprachen übersetztes Buch, das Du für ein paar € in jeder Buchhandlung bekommst.

    Mein Vorschlag als Ich-kann-Schule-Lehrer ist, dass Du der beste Freund aller Deiner Kräfte & Talente wirst; jeder Mensch hat sicher mehr als 5000 davon. Fühle mal, wie sich das anfühlt, wenn Du in Dir 5000 Freunde hast! In Dir kannst Du gar nichts machen, aber sie tun alles für Dich, wenn sie Dich mögen, weil Du sie magst.

    Ich freue mich auf Deinen Erfolg.

    Franz Josef Neffe

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