Antwort zu Antwort: Seit 10 Jahren "magersüchtig"!
Antwort: Seit 10 Jahren "magersüchtig"!
Hallo!
Irgendwie hast du mir gerade total klar gemacht, dass nicht nur ich alleine diesen unerbittlichen Kampf aus der Magersucht kämpfen müssen. Klar sehe ich oft Mädchen/junge Frauen, die sehr dünn sind und man auf den ersten Blick sieht, dass sie eine Essstörung haben. Doch diese Phase der Essstörung erkennt man ja nicht unmittelbar. Doch trotzdem sind sie in der selben Situation wie ich und du. Und das macht mich zwar hoffend und es ist schön zu wissen, dass man damit nicht alleine ist. Doch macht es mich auch traurig, weil man somit sieht, was diese Krankheit (die man sich ja nicht bewusst sucht) anrichtet und mit dem Kopf macht. Auch stimmt es mich immer etwas hoffnungslos…
Bei mir ist es nicht einmal, dass ich äußerlich besonders auffallen will, sondern ich fühle mich derzeit (ich hatte gesundheitlich eine kleine Gewichtsabnahme) wohler und schaffe es, mich auch gelegentlich zu betrachten oder anzufassen, was ich seit der Klinik nicht mehr gemacht habe oder mich nicht traue. Weil ich immer Angst hatte etwas zu finden, was mir nicht gefällt. Ich kann mich so akzeptieren und weiß aber gleichzeitig, dass ich mit einer Zunahme wieder in das unwohle Gefühl steuere. Denn so erging es mir nach der Klinik. Ich fühlte mich wohl, wenn es mir gut ging und kaum war ich mit etwas nicht zufrieden, fühlte mich einsam oder in meiner Familie gab es Knatsch, hasste ich meinen Körper.
Selber sehe ich nicht, dass ich dünner bin, als andere. Nur merke ich es, wenn ich shoppen gehe und mir Hosen in 34 oder manche Shirts in 32 nicht richtig passen. Dann bin ich traurig und deprimiert und will etwas ändern. Doch dann greift der gleiche Mechanismus wie nach der Klinik. So ungefähr wie bei dir. Es fühlte sich nicht so an, als hätte man es für sich getan!!!!
Auch habe ich mein Essen am Tag auf drei Hauptmahlzeiten beschränkt und schaffe es nicht, dazwischen etwas zu essen und vielleicht den enormen Hunger zu stillen. Da kommt die Angst, ich könnte zu viel essen und dann zunehmen. Ich esse sehr gerne und koche auch gerne, doch diesen Schritt, eine Zwischenmahlzeit zu essen und vielleicht die Hauptmahlzeit etwas zu minimieren, gelingt mit meinem blöd-denken nicht. Das ist, was mich derzeit fertig macht. Ich leide sehr darunter, dass ich so oft Hunger spüren muss. Aber ich schaffe diesen Schritt einfach nicht.
Wie du so schön sagst, ich kämpfe auch weiter!!!!