Reizdarm oder doch eine Colitis?

Thema: Reizdarm oder doch eine Colitis?

  • Reizdarm oder doch eine Colitis?

    Ich irre jetzt schon seit beinahe 5 Jahren von Arzt zu Arzt auf der Suche nach einer (richtigen) Diagnose. Es hieß immer ich hätte einen Reizdarm, dann wurden aber auch mal in einer Klinik Darm und Magen untersucht, dann hieß es kurzzeitig es sei ein Crohn, das wurde dann aber schnell doch wieder ausgeschlossen, und schließlich war es dann doch wieder ein Reizdarm.

    Allerdings habe ich mich eingehender mit dem Symptomen einer Colitis befasst und habe den Verdacht, dass es so eine ist. Durchfälle (teilweise echt richtig viele und richtig flüssig), schleimig, begleitet durch Darmkrämpfe und Schmerzen begleiten meinen Alltag. Als normal würde ich dieses Leben bald nicht mehr bezeichnen...

    Auffällig ist auch das Schub-Verhalten, sowas hat man doch normal nur bei einer chronischen Darmerkrankung?

  • Antwort: Reizdarm oder doch eine Colitis?

    Ich bin zwar kein Arzt, aber das hört sich eigentlich schon stark nach einer Colitis an, eben wie Du schon selbst sagst wegen dem Schub-Verhalten.

    Aber ich verstehe gar nicht genau, warum man das bei Dir so schwer feststellen kann, was es ist? Bei mir war das relativ schnell klar.

    Such Dir doch mal einen wirklichen Spezialisten auf diesem Gebiet und lass nochmal eine ausgiebige Darmuntersuchung machen! Mit Gewebeproben müsste sich die Krankheit eigentlich schon identifizieren lassen.

    Hast Du eigentlich auch Probleme mit dem Magen? Allein daran könnte sich ja schon erkennen lassen ob es eher ein Crohn oder eine Colitis ist, da ja nicht beide Krankheiten Darm und Magen betreffen. Wenn Du auch Magenprobleme hast kann man eine Colitis ausschließen, die betrifft nur den Dickdarm.

  • Antwort: Reizdarm oder doch eine Colitis?

    Magenprobleme habe ich nur gelegentlich. Das kann aber auch andere Ursachen haben. Ich weiß zwar schon dass Morbus Crohn zu den Magen Darm Krankheiten zählt, aber ich selbst habe eher das Gefühl dass es eine Colitis sein müsste. Wie gesagt glaube ich dass die Magenprobleme nichts mit der Darmgeschichte zu tun haben.

    Ich hatte als Kind mal lange zu Kämpfen mit einem Magen Darm Infekt, damals war das ausgelöst durch ein Magen Darm Virus. Vielleicht ist da auch irgendwas zurückgeblieben? Allerdings denke ich dass man das ja dann feststellen können müsste. Den Ärtzen habe ich das auch jedes Mal mitgeteilt.

  • Antwort: Reizdarm oder doch eine Colitis?

    Hallo,

    der Begriff Colitis bezeichnet im Grunde "nur" eine Entzündung des Dickdarms (Colon). Ob der Grund nun irgendwelche Bakterien , Viren oder etwas Autoimmunes (wie man bei M. Chron oder der Colitis ulcerosa vermutet) ist, wird nicht näher bezeichnet. Bei der Colitis ulceroza sind die Durchfälle meistens blutig-schleimig, während beim Chron das nicht der Fall ist.

    Das Reizdarm-Syndrom wird eigentlich erst dann diagnostiziert, wenn alles andere durch Diagnostik (Gastroskopie, Coloskopie, Röngenuntersuchung nach Sellink, im Blut keine Entzüdungszeichen etc.) ausgeschlossen wurde. Warst du schon beim Gastroenterologen und hast diese Untersuchungen gemacht? Das gibt eigentlich meistens wichtige Infos darüber.

    grüße

  • Antwort: Reizdarm oder doch eine Colitis?

    Sind wir dann geheilt wenn wir "unsere" Krankheit genau kennen ?

    Hilft uns das wirklich weiter ?

    Der Mensch ist immer als GANZES krank. Wenn wir nur am Ort der Symptombildung herumbasteln oder basteln lassen, können wir nicht gesund werden.

    Gibt es in unserer Medizin HEILUNG für Darmerkranungen ?? Nein.

    Es werden nur Symptome unterdrückt oder gelindert - mehr nicht.

    Was nützt es wenn wir eine exakte Diagnose bekommen und es gibt keine Therapie ?

    Gerade bei Autoimmunerkrankungen ist die Medizin so hilflos wie ein kleines Kind. Da wird dann nur wieder mit Gewalt an Symptomen heumgebastelt. Der Mensch bleibt krank und sein "Gesundheitszustand" wird langfristig nur noch schlechter.

    Alleine die Therapie bei simplen Magenschmerzen oder einem Ulcus ist ein Witz. Da wird wieder ein Bakterium zum Sündenbock gemacht und mit Gewalt und massiven Medikamente eingegriffen um ihn "auszurotten". Dieses armselige Beispiel spielt sich tagtäglich ab. Die WUNDERWAFFE Antibiotika funktioniert schon nicht mehr. Von den vielen negativen Begleiterscheinungen mal abgesehen, wird der Körper resistent und chronisch Krank.

    Der Erreger ist nichts - das Terrain ist alles !

    Viren und Bakterien sind nicht die Ursache von Erkrankungen ! Sie sind oft parallel zu unserem Krankheitszustand auffindbar - mehr nicht.

    Wenn wir Ihnen einen Nährboden und ein geschwächtes Immunsystem anbieten, vermehren sie sich oder wandeln sich zu einer pathogenen Form.

    Also stärken oder modulieren wir das Immunsystem und sorgen für ein normals und gesundes Körpermilieu. Dazu braucht es keine abtötenden und hemmende Medikamente !!

    Antibiotika = Anti- gegen , Bios - das Leben

    Gegen das Leben gerichtet !

    Wir haben zehnmal soviel Bakterien wie Zellen im Körper. Wenn sie sterben, sterben wir mit !!

    Wer unnatürlich und gegen die Natur lebt, sollte sich nicht wundern, wenn der Körper ihn in Form von Schmerz oder Krankheit erinnert etwas zu verändern. Zurück zur Gesundheit - zurück zum natürlichen Leben.

    LG ;-)

  • Darm

    hallo,probieren Sie es mal mit Ingwer,Tee od. Kaps.kand. Ingwer für unterwegs.Vielleicht denken Sie mal in sich hinein,was bedrückt Sie.

    Die Psyche hat großen Einfluß auf den Darm und die Seele hat eine eigene Sprache sich auszudrücken. Alles Liebe und Gute.

  • Reizdarm, Colitis

    Es stimmt, dass es schwierig ist, Erkrankungen aus dem Bereich Magen-Darm richtig zu diagnostizieren. Was aber nicht stimmt, dass nur Symptome unterdrückt werden, zumindest nicht so pauschal.

    Das Reizdarm-Syndrom kennzeichnet sich insbesondere durch ein Wechsel von Durchfall und Verstopfung, was bei einer Colitis ulcerosa meist nicht der Fall ist. Wichtig ist die Diagnose schon. Nicht nur, um dem Kind einen Namen zu geben, sondern auch, um eine spezifische Therapie beginnen zu können. Handelt es sich nämlich um ein Reizdarm-Syndrom (Colon irritable) kann meist nichts gemacht werden bis auf Überprüfung , ob die Psyche ein Rolle spielt. Handelt es sich aber um eine Colitis ulcerosa oder um eine andere Ursache, kann man kausal therapieren.

    So kann man Durchfall beispielsweise mit Loperamid behandeln, bei bakterieller Ursache Co-Trimoxazol geben.

  • Antwort: Reizdarm oder doch eine Colitis?

    @gwapo

    Sind wir dann geheilt wenn wir "unsere" Krankheit genau kennen ?

    Hilft uns das wirklich weiter ?

    Ja, auf jeden Fall hilft uns das weiter! Klar sind wir nicht geheilt, aber wir wissen, was man tun kann, um sich besser zu fühlen! Ich selbst hab 2 Jahre ohne genaue Diagnose gelebt. Hatte Beschwerden und keine Ahnung was es sein soll. Habe geglaubt es ginge irgendwann wieder weg. Keiner hat mir was gesagt. Als ich nach 2 Jahren und einem heftigen Schub mit 2 Wochen krankenhaus dann endlich eine Diagnose hatte war ich sehr froh darüber, denn jetzt endlich konnte ich anfangen mich zu informieren und zu verstehen was genau da in meinem Körper nicht stimmt. Und das ist enorm wichtig um damit besser klar zu kommen.

    Der Mensch ist immer als GANZES krank. Wenn wir nur am Ort der Symptombildung herumbasteln oder basteln lassen, können wir nicht gesund werden.

    Gibt es in unserer Medizin HEILUNG für Darmerkranungen ?? Nein.

    Es werden nur Symptome unterdrückt oder gelindert - mehr nicht.

    Erstens wird auf diesem Gebiet wahnsinnig viel geforscht. Warum es noch keine konkrete Möglichkeit zur Heilung gibt? Weil wir noch nichtmal die Ursachen kennen. Aber es gibt schon viele Vermutungen und auch einige Studien, die viele Zusammenhänge belegen können. Die Ursachen sind verschiedene und bei vielen Patienten völlig anders, aber es gibt viele Faktoren die recht eindeutig eine Rolle spielen, und das ist ja schonmal ein Schritt in die richtige Richtung.

    Was hast Du gegen Symptomunterdrückung? Würde das nicht praktiziert werden würde ich heute nicht hier sitzen sondern irgendwo unter der Erde liegen. Ist es das was Du chronisch darmkranken Menschen wünscht? Na prima. Wir wissen schon selbst dass wir durch die ganzen Tabletten nicht geheilt werden. Aber wir können daudurch ein fast normales Leben führen. Das ist genauso viel wert!

    Gerade bei Autoimmunerkrankungen ist die Medizin so hilflos wie ein kleines Kind. Da wird dann nur wieder mit Gewalt an Symptomen heumgebastelt. Der Mensch bleibt krank und sein "Gesundheitszustand" wird langfristig nur noch schlechter.

    Mit Gewalt wurde an mir noch nicht rumgebastelt. Klar bleibe ich krank und vielleicht wird es auch schlechter, aber das muss nicht sein. Es gibt genug Betroffene die mehrere Jahrzente lang völlig beschwerdefrei sind und sich überhaupt nichts verschlechtert.

    Alleine die Therapie bei simplen Magenschmerzen oder einem Ulcus ist ein Witz. Da wird wieder ein Bakterium zum Sündenbock gemacht und mit Gewalt und massiven Medikamente eingegriffen um ihn "auszurotten". Dieses armselige Beispiel spielt sich tagtäglich ab. Die WUNDERWAFFE Antibiotika funktioniert schon nicht mehr. Von den vielen negativen Begleiterscheinungen mal abgesehen, wird der Körper resistent und chronisch Krank.

    Wenn an irgendeinem mit Gewalt rumgewerkelt wird liegt das höchstens an dem Arzt. Aber es gibt sogar gute Ärzte (oha, ich kenne sogar welche) die in keinster Weise versuchen gewaltsam irgendwas zu machen sondern auch mal sehr gerne völlig natürliche und homöopathische Mittel ohne jegliche Nebenwirkungen ausprobieren.

    Ich für meinen Teil wurde im übrigen nie mit Antibiotika behandelt, obwohl ich auch schon früher gelegentlich Magen-Darm-Probleme hatte. Ich glaube also kaum dass mich irgendwelche Antibiotika krank gemacht haben :roll:

    Der Erreger ist nichts - das Terrain ist alles !

    Viren und Bakterien sind nicht die Ursache von Erkrankungen ! Sie sind oft parallel zu unserem Krankheitszustand auffindbar - mehr nicht.

    Wenn wir Ihnen einen Nährboden und ein geschwächtes Immunsystem anbieten, vermehren sie sich oder wandeln sich zu einer pathogenen Form.

    Also stärken oder modulieren wir das Immunsystem und sorgen für ein normals und gesundes Körpermilieu. Dazu braucht es keine abtötenden und hemmende Medikamente !!

    Antibiotika = Anti- gegen , Bios - das Leben

    Gegen das Leben gerichtet !

    Wir haben zehnmal soviel Bakterien wie Zellen im Körper. Wenn sie sterben, sterben wir mit !!

    Ich weiß nicht warum Du das hier anbringst, eine chronische Darmerkrankung wird überhaupt nicht von Bakterien ausgelöst und wird entsprechend auch nicht gegen Bakterien behandelt. Im Gegenteil, ich wurde sogar schon MIT Bakterien behandelt (E.coli) und es hat überhaupt nichts gebracht außer langfristig wieder eine Verschlechterung weil ich dann meine "normalen" Medikamente nicht genommen habe.

  • Medikamente und Forschung

    Als ich vor einigen Jahren von meiner Ärztin hörte, dass ich einen Reizdarm habe und psychische Störungen auch ausgeschlossen wurden, begann ich mich über Spezialmedikamente zu informieren. Dabei stiess ich auf ZELMAC und andere Medikamente die in den USA getestet wurden aber nie wirklich die Wirkung erzielten, die RDS-Patienten brauchen bzw. auch zu gefährlich sind. Auf der Seite

    www.rds-forum.de

    konnte ich viel lernen. Doch bis heute greife ich zu Imodium oder Lopedium, wenns gar nicht mehr geht.

    Ich denke, dass eine Lösung in Bezug auf ein Medikament wirklich schwierig sein wird und wir noch lange warten müssen.

    Auf der Seite heisst es, ich zitiere:

    Zukunftsmusik...
    Derzeit forschen mehrere Pharmafirmen an Wirkstoffen, die die Schmerzempfindlichkeit der Eingeweide (und hier vor allem von Magen und Darm) nachhaltig senken.
    Derzeit existieren zwei Medikamente in diesem Bereich: Alosetron (ein 5-HT3-Rezeptor-Antagonist), welches aus ungeklärten Ursachen jedoch nur bei Frauen wirkt. Alosetron verlangsamt die Verdauungsbewegung des Dick- oder Dünndarms, wurde nach einigen Monaten im Jahr 2000 in Amerika jedoch wieder vom Markt genommen, da es vereinzelte aber sehr schwer wiegende Nebenwirkungen verursachte. Des weiteren existiert eine Substanz mit der Bezeichnung Tegaserod (ein 5-HT4-Rezeptor-Agonist), welche in Studien bei RDS-Patienten des Verstopfungstyps schon nach wenigen Tagen die Magen-Darm-Tätigkeit normalisiert. Bei etwa der Hälfte der Patienten soll nach einer zwölfwöchigen Therapie den Stuhl und die Stuhlhäufigkeit regulieren. Eine Zulassung für den europäischen Markt ist bereits beantragt.

    Wahre Wunder bei RDS-Beschwerden bewirken übrigens auch indische Flohsamenschalen, die regulierend in die Darmtätigkeit eingreifen. Eine Übersicht zum Thema Flohsamenschalen haben wir hier zusammengestellt.

    Zitat Ende.

    Je älter ich werde umso mehr nervt mich dieses RDS. Ich hoffe es gibt bald etwas was, das quasi die Verbindung Gehirn-Psyche-Darm normalisiert.

    Einen geeigneten Experten, der einem was neues erzählt habe ich bis jetzt nicht gefunden. Es ist wie oben beschrieben zunächst eine Suche nach Keimen, Bakterien und so weiter, aber am Ende bleiben die Beschwerden ungelöst.

    Bei der Ernährung habe ich ein Tagebuch geführt wie es das RDS-Forum empfiehlt dabei habe ich festgestellt, dass vor allem Kunstzucker wie Sorbit, z.B. in manchen Bonbons oder Limos nicht gerade gut für mich ist. Auch bei Salat muss ich vorsichtig sein, habe ich gemerkt.

    Am meisten geholfen hat mir der Ratschlag einen geregelten Tagesablauf zu haben, mit genug Schlaf und festen Zeiten, das hat spürbar vieles verbessert. Nur bei den Lebensmitteln hab ich den Bogen noch nicht 100% raus.

    Daher meine Frage:

    Habt ihr bei bestimmten Lebensmitteln postivie/negative Erfahrungen gemacht?

    Gruss

  • Antwort: Reizdarm oder doch eine Colitis?



    vielleicht von Interesse,

    eine Reihe neuerer Untersuchungen zeigt, dass bei vielen Betroffenen dem Reizdarmsyndrom eine infektiöse Darmerkrankung vorangeht.

    In einer kleinen Stadt in Ontario, Kanada, war es im Mai 2000 durch eine Verseuchung des Trinkwassers mit E. coli und Campylobacter jejuni zu einer Gastroenteritisepidemie gekommen. Zwei Jahre nach der Epidemie wurden die Bewohner dieser Region gebeten, einen standardisierten Fragebogen auszufüllen. Dabei wurde explizit danach gefragt, ob überhaupt eine Gastroenteritis aufgetreten war und ob eine solche eventuell zu einem Reizdarmsyndrom geführt hatte.

    Während nur 10,1% der Kontrollpersonen ohne vorangegangene Gastroenteritis die typischen Symptome eines Reizdarms angaben, war dies bei 27,5% der Personen mit selbst berichteter Gastroenteritis und bei 36,2% der Personen mit klinisch vermuteter Gastroenteritis der Fall. Unabhängige Risikofaktoren für ein postinfektiöses Reizdarmsyndrom waren jüngeres Alter, weibliches Geschlecht, blutige Stühle, abdominelle Krämpfe, Gewichtsverlust und längere Dauer der Diarrhö. Auch gaben Patienten mit einem postinfektiösen Reizdarmsyndrom häufiger Diarrhöen an als Patienten mit einem sporadisch auftretenden Reizdarmsyndrom.

    Diese Studie zeigt (wie bereits vorausgegangene), dass ein Reizdarmsyndrom durch eine infektiöse Darmerkrankung ausgelöst werden kann. Bei solchen Patienten dürfte es sich also nicht um eine rein funktionelle Störung handeln. Vielmehr muss man annehmen, dass durch die Darminfektion eine Schädigung im Bereich des enterischen Nervensystems eingetreten ist, sodass es sich letztendlich doch um eine organische Erkrankung handelt, ja dass sogar eine weiter bestehende subklinische Infektion vorliegen könnte. Bisher gibt es jedoch keinerlei Untersuchungen darüber, welche spezifischen therapeutischen Strategien bei Patienten mit einem postinfektiösen Reizdarmsyndrom am erfolgversprechendsten sind.

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