Die Stütze fehlt
Nun, wenn man wegen Rückenschmerzen nicht mehr laufen kann, braucht man eine Stütze. Könnte es sein, dass sich Dein Vater zu wenig unterstützt fühlt? Was könnte ihm wieder innere Stärke geben, sich selbst aufzurichten? Könnten da nicht einige Persönlichkeitsanteile ausgelaugt und erschöpft sein, die "Nahrung für die Seele" brauchen?
Mit den Kräften des Menschen, besonders wenn sie geschwächt sind, kann man reden und sie dadurch stärken und aufrichten. Und man kann es so tun, dass der Betroffene dies dann wieder selbst übernimmt und sich auch selbst bekräftigt. Ein gutes praktisches Beispiel ist Coué mit seiner Autosuggestion.
Dies ließe sich sehr gut mit manueller Hilfe zur Selbsthilfe kombinieren wie z.B. in der Dorn-Methode. Da schaut man erst einmal, ob die Beine gleich lang sind. Im Liegen werden die gestreckten Beine leicht angedrückt und verglichen. Wenn etwa das kinke 2 cm länger ist, kann das durch einen einfachen Hebelgriff (Bein anwinkeln, außen am Oberschenkel, kleiner Finger an der Pofalte einhaken und ablegen.) korrigiert werden, dann stehen die Füße auf gleicher Höhe.
Ich kann aber dasselbe Ergebnis durch bloße Suggestion erreichen: "Ich zähle jetzt bis 5 und in 1 Minute hat Dein kluges Unbewusstes alles getan, was nötig ist, dass die Beine gleich lang sind." Es klappt (fast) immer.
Nun kennen wir zwei Mittel, mit denen man auf einfachste Weise etwas bewirken kann, und überlegen uns, wo wir den Hebel noch ansetzen.
Da gibt es z.B. eine einfache, hoch wirksame Dorn-Selbstübung: Buckel rund machen und von oben bis unten immer wieder (neben der WS) an der Türkante abrollen.
Oder den Schmerz wegwegweg-suggerieren usw.
Der Vorteil der Dorn-Behandlung liegt darin, dass man nicht immer Spritzen gibt oder immer wieder Gymnastik macht macht sondern erst einmal die Wirbelsäule konkret auf Blockaden abFÜHLT und das erFÜHLTE Problem beHANDelt und löst, und dann - wenn man dazu in der Lage ist - kommt erst die "Turnerei". Und manchmal hat man darauf auch erst eine Zeit zu warten. Ich denke da an den Hamburger Orthopäden Dr.M.Hansen, der früher als "klassischer Schulmediziner" täglich 30 Spritzen für seine Patienten brauchte und seit seinem Dorn-Kurs braucht er im Monat keine 30 Spritzen mehr. Er berührt die Menschen tatsächlich mit den Händen, nicht nur mit der Injektionsnadel.
Und damit bin ich wieder am Anfang, bei den Kreuzschmerzen Deines Vaters. Wer oder was berührt ihn noch? Ist er vielleicht schon so ausgetrocknet, dass er "das nicht mehr haben mag"? Dann bräuchte ers doch umso feiner, oder? Bei alledem ist es aber letztlich sein Problem, bei dem man ihm nur helfen kann. Aufrichten kann er sich nur mit seinen Kräften, mit denen wir neu ins Gespräch kommen können. Ich hoffe, dass etwas Hilfreiches in diesen gedanken liegt, und wünsche alles Gute.
Franz Josef Neffe