Eine rechtzeitige Behandlung beugt vor.

Burnout-Ursachen und seine Auslöser
Wie auch bei der Depression gibt es unterschiedliche Auslöser für ein Burnout-Syndrom. Wie in der Definition beschrieben, wird das Burnout-Syndrom meist auf den Beruf beschränkt. Hier werden die Ursachen des Prozesses gesucht. Es gibt aber zusätzlich auch innere Faktoren, die zu einem Burnout beitragen. Zu den beruflichen, äußeren Faktoren zählen mangelnder Respekt, Vertrauensverlust, Überlastung und zu wenig Lohn und Anerkennung. Ergänzt werden diese Umstände durch innere Faktoren. Diese treten aber nicht allein als Auslöser für ein Burnout-Syndrom auf. Zu den inneren Faktoren zählen zu große Erwartungen an sich selbst, Perfektionismus und der Zweifel an kommunikativen Fähigkeiten. Das Burnout-Syndrom kommt am häufigsten in sozialen Berufen vor, in denen viel kommuniziert wird: Lehrer, Ärzte, Erzieher, Sozialarbeiter, Krankenschwestern und Altenpfleger sind häufig betroffen, bei ihnen ist meist das Helfersyndrom besonders ausgeprägt. Aber auch eine langandauernde familiäre Belastung kann in Einzelfällen zu einem Burnout führen.
Quelle: RegioTV-Euro3 (Bodenseefernsehen), 15.2.11 im Abendprogramm
Zahl der Betroffenen
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickelt sich die Depression zu einer Volkskrankheit. Etwa 2,8 Millionen Männer und 5 Millionen Frauen leiden allein in Deutschland unter Depression. Bislang gibt es noch keine repräsentative Studie über die Verteilung von Burnout. Befragungen innerhalb einzelner Berufsgruppen haben aber ergeben, dass 30 bis 35 Prozent aller Lehrer in Deutschland, 40 bis 60 Prozent der Pflegekräfte und 15 bis 20 Prozent der Ärzte an einem Burnout leiden.
Burnout-Ursachen – Vier persönlichkeitsbedingte Gründe
Die eigene Persönlichkeit und psychische Stärke bilden die Angriffsfläche für das Burnout-Syndrom. Zu den vier häufigsten Ursachen, die gar erst den Nährboden bilden gehören die folgenden Punkte.
Burnout-Ursache Nr. 1: Mangelnde Fähigkeit zur Selbstbewältigung
Zu einer starken Selbstbewältigung gehört Organisationsfähigkeit sowie die Fähigkeit delegieren zu können. Zeitmanagement sollte auch stärker ausgeprägt sein, genauso wie ein dickeres Fell bei zwischenmenschlichen Disputen oder auch die Fähigkeit trotz stressiger Situationen einen Weg zu finden zur Ruhe zu kommen und in wenig Entspannung zu finden.
Burnout-Ursache Nr. 2: Minderwertigkeitsgefühl, ungesunder Ehrgeiz und Perfektionismus
Ein geringes Selbstwertgefühl gepaart mit nicht erreichbaren Anforderungen an sich selbst führen sehr häufig zu einem Burnout. Betroffene definieren sich oft über die Leistungen im Beruf, den eigenen Anforderungen und Zielen nicht gerecht werden zu können treibt Sie in eine Spirale aus Arbeit und wachsender Enttäuschung. Der Ehrgeiz treibt Betroffene an, dabei wird keine Rücksicht auf Regeneration und Entspannungsphasen genommen.
Ob Lob oder Kritik, nichts kann ihr Selbstwertgefühl auf Dauer ernähren sondern treibt sie mehr in Arbeit und Herausforderungen. Sie fühlen sich ständig gehetzt und sind voller Unruhe, können und wollen nicht mehr abschalten und werden getrieben von dem Drang, wieder die Kontrolle zu erlangen, und gesteckte Ziele zu erreichen. Je mehr die Reserven dabei aufgebraucht werden, umso mehr versuchen sie aufzuholen und steuern dabei direkt auf einen Burnout zu.
Burnout-Ursache Nr. 3: Nicht "Nein" sagen können
Menschen, die Arbeit nur schweren Herzens abgeben können, da damit die Kontrolle darüber zu verlieren droht oder sich schwer damit tun, anderen etwas abzuschlagen und es allen immer recht machen wollen und dabei versäumen Grenzen zu setzen, wenn diese gesetzt werden müssen, nur um Konflikten aus dem Weg zu gehen. Dieser Typus ist prädestiniert, um an dem Burnout-Syndrom zu erkranken. Er trifft häufiger auf Frauen zu, weil als harmoniebedürftiger gelten als Männer.
Burnout-Ursache Nr. 4: Immerzu helfen wollen
Sie haben immer für jeden ein offenes Ohr, sind immer da, wo Sie gebraucht werden und übernehmen sich dadurch? Menschen mit Helfersyndrom sehen sich am liebsten in der Retter-Rolle und vernachlässigen aus lauter Selbstlosigkeit Ihre eigene Gesundheit. Sehr häufig sucht sich dieser Typus auch einen Beruf aus, in dem er seine Helfer-Rolle einnehmen kann. Aus diesem Grund übersteigt die Häufigkeit der Burnout-Fälle in sozialen Berufsbildern, wie das des Lehrers, Pfarrers oder Pflegers die Fälle von Burnout in anderen Berufsbildern. Auch diesem Typus liegt ein zu geringes Selbstwertgefühl zu Grunde, sodass der Betroffene in seiner Helfer-Rolle Bestätigung und Anerkennung zu finden hofft und damit sein eigens Selbstwertgefühl aufzuwerten versucht.
Burnout-Ursachen - Phasen und Entstehung
Menschen mit einem Burnout-Syndrom sind wortwörtlich ausgebrannt und erschöpft. Burnout ist ein Prozess physischer und seelischer Erschöpfung, der sich über einen längeren Zeitraum entwickelt. Gegen diese Erschöpfung kämpft der Körper aktiv an. Menschen mit Depressionen führen diesen "innerlichen" Kampf nicht. Im Gegensatz zur Depression wird ein Burnout-Syndrom meist durch die Arbeit verursacht und von einigen Experten auch rein auf das Berufliche beschränkt. Burnout-Betroffene sind zwar müde, weil die Kraft weg ist, verhalten sich jedoch nervös und unruhig. Aufgrund übermäßiger emotionaler Belastung geht den Betroffenen zunehmend Energie verloren. Burnout-Symptome machen sich bemerkbar. Der Burnout-Prozess wird von Experten in verschiedene Phasen eingeteilt. Die Einteilung erfolgt zwischen 3 und 30 Stufen, die alle ineinander übergehen und schwer voneinander abzugrenzen sind.
Die erste Phase bzw. die ersten Phasen sind geprägt von Aggression und Aktivität. Diese Anfangszeit kann sich zwar über einen sehr langen Zeitraum ziehen, wird aber von Betroffenen nicht als solche wahrgenommen, weil sie keinen Leidensdruck hervorruft. Ganz im Gegenteil: Die Betroffenen sind leistungsfähig, fühlen sich unentbehrlich. Sie habe hohe Anforderungen an sich selbst und eventuell auch an Mitarbeiter.
Im weiteren Verlauf, also der zweiten oder den folgenden Phasen, nimmt die Leistungsfähigkeit ab, die Unzufriedenheit wächst. Burnout-Betroffene haben zunehmend das Gefühl, keine Zeit zu haben, erledigen ihre Aufgaben zum Teil mangelhaft. Sie fühlen sich austauschbar und verhalten sich distanziert. Betroffene werden passiv und verlieren das Interesse.
In der Endphase des Burnout-Prozesses ist der Leidensdruck so groß, dass sich Betroffene Hilfe suchen. Oftmals spielt in dieser Zeit auch Sucht eine große Rolle. Zu den spürbaren Burnout-Symptomen gehören Hoffnungslosigkeit und Panikattacken. Sie haben ihre eigenen Ziele aus den Augen verloren. Es besteht in diesen Phasen eine hohe Selbstmordgefahr. Die Betroffenen sollten sich nicht erst in dieser Phase Hilfe durch eine geeigente Burnout-Therapie suchen.
Burnout in Phasen - Modell nach Dr. Mansmann
Burnout-Experte Dr. Mansmann hat ein detailliertes Phasenmodell erstellt, in dem der Burnout-Betroffene 12 aufeinanderfolgende Phasen durchläuft.
- Der Zwang sich zu beweisen
- Verstärkter Einsatz
- Subtile Vernachlässigung eigener Bedürfnisse
- Verdrängung von Konflikten und Bedürfnissen
- Umdeutung von Werten
- Verstärkte Leugnung aufgetretener Probleme
- Rückzug
- Beobachtbare Verhaltensänderung
- Verlust des Gefühls für eigene Persönlichkeit
- Innere Leere
- Depressionen
- Völlige Burnout-Erschöpfung
Leiden Sie an einem Burnout? Lassen Sie sich jetzt beraten!