Beugen Sie jetzt Infekten vor!
Das "bakterielle Ungleichgewicht" der Vagina - weitverbreitet, kaum beachtet
Mehr als zwei Drittel aller Frauen leiden regelmäßig unter vaginalen Beschwerden. Mehr als die Hälfte dieser Beschwerden werden durch Bakterien verursacht. Fast jede Frau hat im Laufe ihres Lebens mindestens einmal damit zu kämpfen.
Diese Zahlen überraschen auf den ersten Blick, zeigen aber, dass eine unausgeglichene Vaginalflora nichts Ungewöhnliches ist, sondern mit großer Regelmäßigkeit bei vielen Frauen vorkommt.
Was können die Folgen des bakteriellen Ungleichgewichts der Vagina sein?
Werden die Anzeichen ignoriert und bleiben die Sympome ungeachtet, kann sich aus einem bakteriellen Ungleichgewicht eine Infektion entwickeln, die sogenannte Vaginose. Eine bakterielle Vaginose ist eine ernstzunehmende Krankheit, bei der Sie unbedingt Ihren Arzt aufsuchen sollten. Einen Facharzt in Ihrer Nähe finden Sie in der imedo-Arztsuche.
Eine bakterielle Vaginose erhöht das Risiko, an einer Blasenentzündung, einer Gebärmutterhals- oder einer Eileiterinfektion zu erkranken und kann zu ernsthaften Komplikationen in der Schwangerschaft führen. Auch kann das bakterielle Ungleichgewicht den Weg für Pilzinfektionen, so genannten Mykosen ebnen.
Vaginalbeschwerden? Auf den pH-Wert kommt es an!
Ein saurer vaginaler pH-Wert von 4 und 4,5* ist eine Grundvoraussetzung, damit das körpereigene vaginale Schutzsystem optimal funktioniert. Die Besiedlung mit Krankheitserregern und die Entstehung vaginaler Infektionen können dadurch wirksam verhindert werden.
Eine wichtige Rolle spielen dabei die Milchsäurebakterien. Unter deren Einfluss entsteht in der Scheide ein saures Milieu, mit einem pH-Wert von normalerweise zwischen 4 und 4,5*. In diesem sauren Vaginalmilieu kann die überwiegende Zahl der krankmachenden Bakterien nicht gedeihen. Eine gesunde Vaginalflora ist somit abhängig vom ausreichenden Vorhandensein der Milchsäure.
Ist dieses mikrobielle Gleichgewicht gestört, können unangenehme Beschwerden wie Jucken, Brennen, Ausfluss und Geruch die Folge sein.
* Arne Schäffler, Nicole Menche: Mensch – Körper – Krankheit. 3. Auflage, Urban & Fischer, München 1999, S. 396
