Wärmetherapie bei Rückenschmerzen

Was tun bei akuten oder chronischen Rückenschmerzen? Eine Kernfrage für Betroffene

Rückenschmerzen richtig behandeln

Wärmetherapie

Bei schmerzhaften Muskelverspannungen oder Rückenschmerzen wollen Betroffene vor allem eins: Eine möglichst schnelle Schmerzlinderung ohne Nebenwirkungen. Arzneimittel punkten zwar bei der Wirksamkeit, belegen in punkto Verträglichkeit aber eher hintere Ränge. So können einzelne Wirkstoffe Sodbrennen, Bauchschmerzen, Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Blutungen im Magen-Darm-Trakt, Blähungen, Schwindel oder Schlaflosigkeit verursachen. Blutdrucksenker können durch die schmerzlindernden Wirkstoffe weniger wirksam werden und für Herzpatienten kann die Einnahme möglicherweise gefährlich werden: Die Blutverdünnung mit Acetylsalicylsäure (ASS) kann wahrscheinlich durch den Wirkstoff Ibuprofen aufgehoben werden. Der Wirkstoff Paracetamol, der ebenfalls bei Rückenschmerzen eingenommen wird, kann Überempfindlichkeitsreaktionen und Leberschäden verursachen.

Was wiegt schwerer – Wirksamkeit oder Verträglichkeit? Die optimale Kombination aus beiden Kriterien bietet Tiefenwärme. Denn sie kann verkrampfte Muskeln entspannen, die Durchblutung im Gewebe steigern und den Schmerz lindern.

Dies ist ein Angebot von ThermaCare

Therapieerfolg Wärme

Dass Wärme entspannend und entkrampfend wirkt, weiß jeder, der schon einmal eine Wärmflasche benutzt hat. Um eine effektive und schmerzlindernde Wirkung bei Rücken- oder Nackenschmerzen zu entfalten, muss Wärme aber auch in die tieferen Muskelschichten gelangen. Außerdem sollte Wärme lange genug einwirken können – ohne die Haut zu stark zu erhitzen. Denn bei Wärmebehandlungen gilt: Eine lange Einwirkungsdauer bei mittlerer Temperatur ist besser als eine kürzere Anwendung mit hoher Temperatur.

Eine schmerzlindernde Wirkung kann erzielt werden, wenn Wärme rund acht Stunden lang bei einer konstanten Temperatur von rund 40 Grad einwirken kann, wie zum Beispiel bei einem geklebten Wärmepflaster. Denn durch Wärmepflaster oder Wärmeumschläge werden Thermorezeptoren im Gewebe aktiviert und blockieren die Signalübertragung auf die Schmerzrezeptoren. Zudem weiten sich die Blutgefäße und Entzündungsbotenstoffe können so abtransportiert werden.

Erfolgsfaktoren Wärmetherapie

Zusammenfassend lassen sich vier Kriterien nennen, die für eine erfolgreiche Wärmetherapie entscheidend sind:

  • Dauer der Wärmeeinwirkung:
    Für einen nachhaltig schmerzlindernden Effekt sollte Tiefenwärme kontinuierlich über acht bis zwölf Stunden angewendet werden.
  • Die Temperatur und Konstanz:
    Ideal ist eine Temperatur von rund 40 Grad, die konstant gehalten wird.
  • Die Verträglichkeit:
    Die gefühlte Wärme ist nicht immer gleich der „echten" Tiefenwärme. Capsaicin (ein Wirkstoff aus der Chili-Pflanze) erzeugt zum Beispiel lediglich ein subjektives Wärmeempfinden und kann sensible Haut reizen.
  • Die Mobilität:
    Patienten mit Verspannungen müssen sich bewegen, damit sich die Muskeln wieder lockern können. Deshalb ist Wärmetherapie für unterwegs optimal für den Alltag.

Wärmeumschläge spenden Tiefenwärme

Wärmeumschlag

Wärmeauflagen und –umschläge spenden kontinuierlich Tiefenwärme, ohne dabei großflächig auf der Haut zu kleben. Sie erwärmen die schmerzhaften Stellen über acht bis zwölf Stunden lang mit gleichmäßig 40 Grad. Dafür sorgen Wärmezellen mit einer Mischung aus Eisenpulver, Salz, Wasser und Aktivkohle. Kommen sie mit Luftsauerstoff in Berührung, beginnt eine chemische Reaktion, die auch als Oxidation bekannt ist. Dabei wird Wärme freigesetzt, die über die speziell gearbeitete Membran auf dem konstanten Niveau gehalten werden kann.
Diese Wärme steigert die Durchblutung im Gewebe, entspannt verkrampfte und blockierte Muskeln und lindert so direkt und nachhaltig den Schmerz. Zudem sind die hautfreundlichen Wärmeumschläge einfach angelegt, indem sie am Nacken mit Klebepunkten fixiert oder um den unteren Rücken gelegt werden. Sie können überall unter der Kleidung getragen werden. Bei sensibler Haut empfiehlt sich das Tragen über der Kleidung, so können Hautreizungen vermieden werden.
Die Wirksamkeit der Wärmeumschläge, zum Beispiel von ThermaCare, wurde in mehreren klinischen Studien getestet1. Wärmeumschläge sind in der Apotheke erhältlich.

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Wärmeauflagen bei Rücken- und Nackenschmerzen gemacht? Lassen Sie andere Menschen daran teilhaben!

Abgrenzung zu Wärmepflastern

Wärmepflaster sind frei verkäufliche Arzneimittel, sie werden wie Heftpflaster auf die Haut geklebt. Durch den über Stunden andauernden Kontakt mit der Haut (Wärmepflaster können bis zu 12 Stunden kleben bleiben) und die gleichmäßige Abgabe von Wirkstoffen, erzielen Wärmepflaster zwar die gewünschte schmerzstillende Wirkung, doch sie erzeugen keine Tiefenwärme, das heißt, sie dringen nicht bis auf den verspannten Muskel vor.
Der übliche Wirkstoff in Wärmepflastern heißt Capsaicin und wird aus Cayenne-Pfeffer-Extrakt gewonnen. Durch den Wirkstoff in den Wärmepflastern wird die Durchblutung mithilfe einer Hautreizung angeregt: Capsaicin stimuliert die Wärme- und Schmerzrezeptoren an der Stelle, an der sich das Wärmepflaster befindet. In der Folge breitet sich ein Wärmegefühl aus, zudem wird die Freisetzung des Schmerzbotenstoffes gehemmt.
Nachteile des Wärmepflasters: Der Wirkstoff aus Cayenne-Pfeffer-Extrakt kann Juckreiz, Brennen oder Rötungen auf der Haut auslösen und darf deshalb nicht mit den Schleimhäuten in Berührung gebracht werden (Hände waschen nach Aufkleben des Pflasters!). Auch der Erwärmungseffekt ist lediglich auf den hautreizenden Wirkstoff zurückzuführen. Zudem erwärmen Wärmepflaster nur die obere Hautschicht, die tieferen Muskelschichten können vom gewünschten Entspannungseffekt der Wärmepflaster nicht profitieren.

Weitere Wärmeanwendungen auf einen Blick

Sauna und Bäder: Relaxen pur trotz leichter Verspannungen

Bäder

Die Wassertemperatur sollte 38 Grad nicht übersteigen, die maximale Badezeit beträgt 15 bis 20 Minuten. Besonders entspannend wirkt das Bad vor dem Schlafengehen, auch muskelentkrampfende Zusätze, wie Kräuterextrakte, können dem warmen Wasser beigemischt werden.

TIPPHeublumenbad selbst gemacht: Ein halbes Kilo Heublumen in einen Topf geben, mit zwei Litern heißem Wasser aufgießen und aufkochen lassen. Im Anschluss zehn Minuten ziehen lassen und Heublumen abseihen. Die Badezeit beträgt 20 Minuten, danach in liegender Position und warm eingehüllt eine Stunde ruhen.

Sauna
Sauna

Die wohlige Wärme in der Sauna lockert die Muskulatur, ist allerdings für Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen, Infektionen oder Schilddrüsenüberfunktionen nicht bzw. nur nach Rücksprache mit dem Hausarzt geeignet. Zwei bis drei Saunagänge sind optimal, dazwischen ruhen.

Warme Güsse oder Fußbäder

Auch in der Dusche lassen sich warme Güsse umsetzen: Die schmerzenden Stelle einfach zehn Minuten unter den Warmwasserstrahl halten. Auch ein Fußbad kann helfen: Beide Beine bis knapp unter das Knie 15 bis 20 Minuten lang in warmes Wasser stellen.

Wärmepackungen

Besonders geeignet sind Moor- oder Fangopackungen. Fango-Wärmepackungen werden 20 bis 40 Minuten auf die schmerzende Stelle gelegt, behandelt werden dürfen aber nur unverletzte Stellen. Bei rheumatischen Schüben, Fieber, Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Schwäche sind Wärmepackungen nicht geeignet.

Körnerkissen und Wärmflasche: Wohlige Wärmetherapie für Zuhause

Körnerkissen

Körnerkissen sind natürliche Heilmittel, da sie aus biologischen Rohstoffen bestehen. Körnerkissen können mit Getreidekörnern, wie Weizen, Dinkel oder Roggen gefüllt werden, da diese besonders gute Speichereigenschaften besitzen und die Wärme lange halten. Auch Obstkerne, zum Beispiel Trauben oder Kirschen eignen sich dafür, sie speichern eine trockene Wärme. Körnerkissen (Obstkernkissen werden oft unter dem Begriff mitgeführt) werden im Backofen oder auf der Kachelheizung erwärmt, die Mikrowelle ist aufgrund der Brandgefahr nicht geeignet.

Nachteil: Die Ausgangstemperatur kann nicht reguliert werden, häufig ist sie zu hoch und das Kissen muss wieder herunter gekühlt werden.

Wärmflasche
Wärmflasche

Eine Wärmflasche eignet sich zur lokalen Behandlung, einfach heißes Wasser in die Wärmflasche einfüllen. Ähnlich wie beim Körnerkissen kann die Ausgangstemperatur allerdings nicht reguliert werden, häufig ist die Wärmflasche zu heiß.

Nachteil: Eine Wärmflasche darf nur so lange auf der schmerzenden Stelle bleiben, bis sie noch knapp über der Körpertemperatur von 37 Grad liegt. Liegt die Temperatur niedriger, kühlt das Wasser den Muskel aus und er verspannt sich erneut.

Infrarotlicht

Heizlampen oder Rotlichtlampen eignen sich zur lokalen Behandlung der Schmerzstelle, für die Ganzkörper-Behandlung eignen sich Infrarotwärmekabinen. Die Strahlung dringt in die Haut ein und wirkt deshalb schmerzstillend. Bei akuten Schmerzen zwei Mal täglich 20 Minuten anwenden.

Nachteil: Nach der Infrarotlichtbehandlung kühlt der Muskel innerhalb kurzer Zeit wieder ab und der entspannende Effekt lässt nach.

Wärmetherapie – Worauf kommt es an?

Fünf Fragen an den Experten

Zusammenfassend ein Experteninterview mit dem Facharzt für Orthopädie, Dr. Christoph Burghart zum Thema Wärmetherapie:

Wie häufig sind Rücken- oder Nackenschmerzen der Grund, weshalb Patienten zu Ihnen in die Praxis kommen?

Ungefähr jeder zweite Patient in einer orthopädischen Praxis wie unserer leidet unter Rücken- oder Nackenschmerzen.

Wie entsteht eine muskuläre Verspannung?

Meist sind Fehlbelastungen der Muskulatur oder auch eine körperliche Fehlhaltung die Ursachen für schmerzhafte Verspannungen. Ein Anstieg der Muskelspannung stört die Durchblutung der Muskulatur, diese verhärtet sich und fängt an zu schmerzen.

Gibt es spezielle „Hausmittelchen", die Ihre Patienten gegen die Schmerzen einsetzen?

Hausmittelchen gibt es sicher einige. Beliebt sind vor allem Wärmeapplikationen jeglicher Art - von der Wärmflasche bis zu heißen Bädern mit speziellen Zusätzen. Aber Vorsicht: Wärme ist nicht gleich Wärme. Um wirksam zu sein, muss die Wärme auch in die tieferen Muskelschichten gelangen und sollte nicht nur die Haut heiß werden lassen oder sogar reizen – so wie dies bei herkömmlichen Salben oder Wärmepflastern häufig der Fall ist.

Wie kann Wärme Rücken- und Nackenschmerzen lindern?

Wärme steigert die Durchblutung im Gewebe. Die Schmerzerzeuger werden durch den verstärkten Blutfluss regelrecht aus dem Körper gespült. Gleichzeitig werden Sauerstoff und Nährstoffe zur geschädigten Stelle transportiert und können dort dem Muskel helfen, wieder gesund zu werden. Die verkrampften Muskelpartien können sich wieder entspannen und die Schmerzen werden direkt wirksam gelindert – und zwar ohne unerwünschte Nebenwirkungen.

Worauf ist bei einer Wärmetherapie zu achten?

Wichtig für die Wirksamkeit sind die richtige Temperatur und die Dauer der Anwendung. Ca. drei bis fünf Grad über Körpertemperatur sind optimal. Diese Temperatur sollte über mehrere Stunden gehalten werden. Besonders anwenderfreundlich sind hier spezielle Wärmeauflagen aus der Apotheke.

1Studien:

  • 2003 American Congress of Rehabilitation Medicine & American Academy of Physical Medicine and Rehabilitation: "Kontinuierliche Therapie mit Wärmeauflagen zur Behandlung acuter unspezifischer Kreuzschmerzen"
  • 2001 Department of Physical Medicine and Rehabilitation & New Jersey Medical School: "Kontinuierliche Therapie mit Wärmeauflagen ist bei akuten Kreuzschmerzen effizienter als Ibuprofen und Acetaminophen"
  • 2004 Brigham Young University, UT, USA: "Änderungen der Temperatur in der paraspinalen Muskulatur und der Hauttemperatur: Vergleich von Therma Care Wärmeumschlag, Johnson & Johnson Rückenpflaster und ABC Wärmepflaster"

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