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Reflux: Der Rückfluss von Magensäure

Der Rückfluss von saurem Magensaft in die Speiseröhre wird als Reflux bezeichnet. Ein geringer Reflux ist normal und bei jedem Menschen gegeben. Erst wenn größere Mengen der Magensäure in die Speiseröhre gelangen, hauptsächlich aufgrund einer Funktionsstörung des unteren Schließmuskels, wird es problematisch: Dann ist der Reflux krankhaft gesteigert, man spricht in diesem Fall von einer gastroösophagealen Reflux-Erkrankung. Nach den Mahlzeiten (durch Überfüllung oder Übersäuerung des Magens) oder in liegender Position, gelangt der saure Magensaft besonders leicht in die Speiseröhre, dann bekommen Betroffene schnell das typische Anzeichen des verstärkten Reflux zu spüren: Einen nach oben und unten ausstrahlenden, brennenden Schmerz hinter dem Brustbein, genannt Sodbrennen. Fließt die Magensäure weiter zurück bis in den Mundraum, macht sich der Reflux durch saures Aufstoßen mit salzigem Geschmack im Mund bemerkbar.

Reflux und Magensäure: Was im Körper passiert

Im Magen wird die Nahrung für den weiteren Verdauungsprozess vorbereitet: Mit Hilfe der Muskulatur wird die Nahrung kräftig mit Magensäure durchmischt und zu einem Brei verarbeitet, damit der Organismus die darin enthaltenen Nährstoffe gut aufnehmen kann. Deshalb ist Magensäure auch eine sehr starke Säure, denn sie muss in der Nahrung enthaltene Proteine in kleinere Eiweißeinheiten spalten und aufgenommene Keime unschädlich machen. Produziert und gespeichert wird Magensäure meist nachts in der Magenschleimhaut, um tagsüber im Magen freigesetzt zu werden. Damit anderes Körpergewebe nicht zerstört wird, ist die Magenwand mit einer Schutzschicht versehen. Außerdem sorgen Schließmuskeln zwischen Magen und Speiseröhre sowie zwischen Magen und Zwölffingerdarm dafür, dass der Speisebrei in die vorgesehene Richtung fließt. Versagt nun der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre, fließt die Magensäure in die Speiseröhre zurück, der Reflux nimmt zu. Da die Speiseröhre aber mit einer viel empfindlicheren Schutzschicht als der Magen ausgestattet ist, wird die Schleimhaut durch die aggressive Magensäure gereizt.

Reflux Symptome: Sodbrennen und saures Aufstoßen

Wie schon erwähnt, schützt die Magenschleimhaut den Magen vor aggressiver Magensäure, in der Speiseröhre wirkt sich zu viel Magensäure dagegen problematisch aus. Ist nun der untere Schließmuskel der Speiseröhre geschwächt, kann Magensäure in die Speiseröhre fließen. Diesen Prozess bezeichnen Mediziner als gastroösophagealen Reflux. Der Begriff leitet sich aus den medizinischen Fachbegriffen Gaster (Magen), Ösophagus (Speiseröhre) und Reflux (Rückfluss) ab. Ein krankhaft bedingter Reflux löst die so genannte gastroösophageale Reflux-Krankheit (GERD: Gastroesophageal Reflux Disease) aus.

Säurebedingte Beschwerden können sich durch verschiedene Symptome äußern:

  • Sodbrennen
  • Saures Aufstoßen
  • Magendruck
  • Magenschmerzen

Das Hauptsymptom ist Sodbrennen. Häufig tritt Sodbrennen zusammen mit saurem Aufstoßen, Magendruck oder Magenschmerzen auf. Der Begriff Sodbrennen beschreibt ein brennendes, stechendes Gefühl, das vom Oberbauch ausgeht und hinter dem Brustbein, teilweise bis in den Hals aufsteigt. Saures Aufstoßen tritt ein, wenn saurer Mageninhalt bis in den Mund gelangt. Säurebedingte Beschwerden im Oberbauch treten meist in Form von Magendruck oder Magenschmerzen auf.

Reflux Auslöser: Weitere Faktoren für Sodbrennen

Die häufigste Ursache für Sodbrennen ist ein zu schwacher unterer Schließmuskel, durch den Magensäure in die Speiseröhre gelangen kann. Dies kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden:

Falsche Ernährungs- und Essgewohnheiten

Fettiges Essen

Oft entsteht Sodbrennen durch falsche Ernährungs- und Essgewohnheiten. Denn nicht alles, was schmeckt, ist auch gut für den Magen. Süße, fettreiche oder zu scharf gewürzte Speisen können zu Übersäuerung im Magen führen oder den Schließmuskel schwächen. Auch wer über den Tag verteilt wenige, dafür aber umso größere Portionen zu sich nimmt, schadet dem Magen: Völlegefühl, Sodbrennen oder Reizmagen können die Folge sein. Da die Magensäure besonders leicht nachts im Bett zurückfließen kann (Reflux), sollte außerdem in aufrechter Position gegessen und auf späte Mahlzeiten verzichtet werden.

Genussmittel

Genussmittel

Alkohol, Nikotin und auch Schokolade können nicht nur zu einer Übersäuerung im Körper führen, sie senken auch die Muskelspannung des Schließmuskels und stören die Bewegungen der Speiseröhre.

Stress und Hektik

Stress und Hektik

Seelische Belastungen, Hektik und Stress schlagen auf den Magen, dann wird häufig von einem nervösen Magen oder Reizmagen gesprochen. Typische Beschwerden bei Reizmagen können Schmerzen im Oberbauch, Sodbrennen und saures Aufstoßen, Völlegefühl nach dem Essen und Übelkeit sein. Grund dafür ist, dass der Magen bei Hektik oder Ärger im wahrsten Sinne des Wortes "sauer" wird: Unter Stress wird zu viel Verdauungssaft produziert, so dass der PH-Wert sinkt. Die Folge: Eine Übersäuerung des Magens.

Übergewicht

Übergewicht

Übergewicht erhöht den Druck in der Bauchhöhle, wodurch Mageninhalt hoch gepresst wird und Sodbrennen auslösen kann.

Schwangerschaft

Schwangerschaft

Schwangere Frauen haben häufig mit Sodbrennen zu tun: Wenn das Kind im Mutterleib auf den Magen drückt, kann Mageninhalt in die Speiseröhre gedrückt werden. Mehr hierzu unter Sodbrennen Schwangerschaft

Medikamente

Medikamente

Bestimmte Medikamente können zu einer verminderten Spannkraft des Schließmuskels führen (z. B. nicht steroidale Antirheumatika, Eisenpräperate, Kortikoide, Calziumantagonisten).

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