Abdecktest - Medizinlexikon

Synonyme: Covertest

einfache u. wichtige Methode zur Diagnostik aller Schielformen. Manifester Strabismus: Nach dem Abdecken des fixierenden Auges bewegt sich das schielende Auge in die Fixationsstellung. Bei Bewegung von außen nach innen besteht ein Auswärtsschielen (Strabismus divergens, Exotropie), bei Bewegung von innen nach außen ein Einwärtsschielen (Strabismus convergens, Esotropie). Durch die Freigabe des abgedeckten Auges (Aufdecktest) erhält man Aufschluß über dessen sensor. Leistung: Bleibt es in Schielstellung, so ist es dem anderen Auge funktionell unterwertig (Amblyopie), übernimmt es dagegen mit einer Einstellbewegung wieder die Fixation, so ist es überwertig u. das andere Auge amblyop. Die Fähigkeit des einen Auges, die Fixationsstellung aufrecht zu erhalten (während das andere Auge in Schielstellung verharrt), spricht für funktionelle Gleichwertigkeit. Latenter Strabismus: Das abgedeckte Auge gleitet in Schielstellung (einwärts: Esophorie; auswärts: Exophorie), nach Freigabe bewegt sich das Auge wieder in die Fixationsstellung, die das andere ebenfalls besitzt. Da der A. bereits bei sehr kleinen Kindern geübt werden kann, bei denen andere Untersuchungsmethoden versagen u. keine bes. Hilfsmittel erforderl. sind, hat er große Bedeutung für die Frühdiagnostik der Schielkrankheit u. damit für die Amblyopieprophylaxe.

© Elsevier GmbH, München

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