Adaptation - Medizinlexikon

Anpassung.

Die physiol. (funktionelle, evtl. morphol.) o. psychol., aktive o. passive, vorübergehende o. dauernde Anpassung eines Organismus an veränderte Bedingungen bzw. Einwirkungen. In der A. spiegelt sich die Fähigkeit selbstregulierender Systeme wider, sich unter veränderl. Bedingungen zu erhalten u. zu entwickeln. Bei der A. können 3 Phasen unterschieden werden: 1. Phase: unspezif., generalisierte Adaptationsreaktion, 2. Phase: adaptive Umstellung funktioneller Systeme, 3. Phase: Anpassung der betroffenen Systeme. Die Adaptationsgrenzen werden durch die Regelbreite der Teilsysteme des Organismus best. Phän. A.: adäquate Anpassung des einzelnen Organismus an seine spezif. Umwelt i. R. der Realisierung der Variationsbreite der genet. determinierten Anlagen. A. der Antibiotika: Resistenzentwicklung der Bakterien. A. der Bakteriophagen: in der Lysotypie verwendete Bez. des veränderten Wirtsbereichs eines Bakteriophagen. A. der Viren: Anpassung der Viren an ein Wirtssystem (Zellkultur, Brutei, Versuchstier). Homologe A.: laufende Viruspassage im gleichen System. Heterologe A.: Viruspassage wechselweise in versch. Systemen. A. von Zahnersatz: funktionelle u. psych. Anpassung an Zahnersatz.

Verstellung der Ansprechschwelle eines Rezeptors (Sinneszelle, gesamtes Sinnesorgan, sensibler Nerv) in Anpassung an die mittlere Intensität des Reizangebots, so daß der Rezeptor auf kleine Reizstärkenänderungen innerhalb eines Intensitätsbereichs fein abgestuft ansprechen kann. Es gibt schnell adaptierende Rezeptoren, z. B. Pacini-Körperchen, u. langsam adaptierende, z. B. Temperatur-Rezeptoren, Photorezeptoren (A. der Netzhaut) sowie sehr langsam o. nicht adaptierende Rezeptoren, z. B. Schmerzrezeptoren. Auch homöostat. rezeptive Mechanismen für Entstehung von z. B. Durst adaptieren nicht. Die Abnahme der Reaktion auf gleichbleibende Reize bezeichnet man als Habituation. Der ther. Effekt vieler Verfahren der Physiotherapie beruht auf Prozessen der physiol. A.; die systemat. Wiederholung physikal. Reize führt zur Optimierung zahlreicher regulator. Funktionen u. damit zur Steigerung der Leistungsfähigkeit. A. der Netzhaut: Anpassung der Lichtrezeptoren (Stäbchen u. Zapfen) an unterschiedl. Leuchtdichten sowohl als Steigerung wie auch Verminderung ihrer Empfindlichkeit. Hohe Empfindlichkeitssteigerung bei Übergang in die Dämmerung (Dunkeladaptation) u. Rückkehr zu normaler Empfindlichkeit bei Tageslicht o. heller künstl. Beleuchtung (Helladaptation). Die Dunkeladaptation dauert bis zu 45 min, die Helladaptation verläuft wesentl. schneller. Bei der Dunkeladaptation kommt es durch Überwiegen der Resynthese von Photopigment über dessen Spaltung zur Erhöhung seiner Konzentration, bes. ausgeprägt in den Stäbchen, Rhodopsin. Die Adaptationsfähigkeit des Auges gestattet in weitem Rahmen eine Optimierung der Netzhautfunktionen (z. B. der Sehschärfe). Neben einer Totaladaptation der Netzhaut unterscheidet man auch eine Lokaladaptation, wobei einzelne Netzhautstellen eine unterschiedl. Empfindlichkeit aufweisen. Abb.

Adaptation der Netzhaut. Verlauf der Dunkeladaptation der Netzhaut in bezug auf die Empfindlichkeitssteigerung des Zapfensehens u. des Stäbchensehens. Ordinate: Beleuchtungsstärke einer angeblickten Fläche in ?lx. Abszisse: Zeit seit Übergang in dunklere
Adaptation der Netzhaut. Verlauf der Dunkeladaptation der Netzhaut in bezug auf die Empfindlichkeitssteigerung des Zapfensehens u. des Stäbchensehens. Ordinate: Beleuchtungsstärke einer angeblickten Fläche in ?lx. Abszisse: Zeit seit Übergang in dunklere

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