Aggregation - Medizinlexikon

unspezif. Zusammenlagerung von Polypeptidketten beim Aussalzen o. bei Denaturieren von Proteinen. Die immer größer werdenden Komplexe (Aggregate) fallen schließl. als Niederschlag aus.

Vorgang i. R. der Blutgerinnung, bei dem die Thrombozyten aneinander haften u. reversible o. irreversible Aggregate bilden. Als wichtigste Substanz zur Auslösung der A. ist Adenosindiphosphat (ADP) anzusehen, das nur in Gegenwart von bivalenten Kationen, insbes. Kalzium, wirksam ist. Die A. läuft in 2 Phasen mit unterschiedl. Kinetik ab, wenn zu plättchenreichem Plasma ADP zugegeben wird, wobei sich in der 1. Phase reversible, in der 2. Phase irreversible Aggregate ausbilden. Thrombin, Trypsin, biogene Amine, makromolekulare Eiweiße wie Kollagen o. Antigen-Antikörper-Komplexe u. gesättigte Fettsäuren fördern die A., indem sie vorwiegend endogene Thrombozyten-ADP freisetzen. Auch das Fibrinogen wirkt offenbar in dieser Weise auf die A. Das zykl. AMP hat für die Hemmung der A. eine zentrale Bedeutung. Die Transmitterfunktion des Kalziums u. die Aktivität einer Proteinkinase wird durch cAMP gehemmt, wobei durch versch. Substanzen die erforderl. Erholung der cAMP-Konzentration bewerkstelligt werden kann, so über die Aktivierung der Adenylatzyklase (z. B. Prostaglandine) o. über die Hemmung der cAMP-Phosphodiesterase. Durch die Proteinkinase werden Membranproteine dephosphoryliert, wodurch die Thrombozyten klebriger werden. Die Bestimmung der A. der Thrombozyten erfolgt in der Weise als Funktionstest, daß die Zeit gemessen wird, in der die Thrombozyten spontan o. nach Zusatz von ADP, Kollagen, Thrombin u. a. aggregieren. Photometr. Verfahren nach Born.

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