Agnosie - Medizinlexikon

Nichterkennen bei intakter Wahrnehmung. Das mittels Sinnesorgan Wahrgenommene kann nicht mit dem Gedächtnisbesitz in Übereinstimmung gebracht werden. Eigentl. Störung des Wiedererkennens. Begriff der klin. Gehirnpathologie u. Neuropsychologie, auch als Werkzeugstörung bezeichnet. Existenz wird von einzelnen Autoren bestritten; z. B. akust. A.: „Seelentaubheit“, Nichterkennen von akust. Wahrgenommenem (Bedeutung von Geräuschen), bei kortikalen Läsionen der Regio temporalis; Anosognosie: Nichtbewußtwerden eigener krankhafter Veränderungen, z. B. Lähmungen, Autotopagnosie: Störung des Körperschemas bei Läsionen des Gyrus supramarginalis; Fingeragnosie: Nichterkennen der Finger, bei Läsionen des Gyrus angularis (auch i. R. des Gerstmann-Syndroms); opt. Objektagnosie: Nichterkennen von opt. (visuell) wahrgenommenen Gegenständen, bei Läsionen der Regio occipitalis, Sonderformen der opt. A. wie Prosopagnosie (Störung des Gesichtserkennens), Simultanagnosie (Nichterkennen von bildl. Darstellungen im Zusammenhang), Uhrzeitagnosie (Störung des Uhrzeiterkennens); Raumagnosie: gestörte räuml. Orientierung, Somatoagnosie: gestörte Orientierung am eigenen Körper mit unterschiedl. lokalisator. Zuordnung; taktile A.: Astereognosie, Nichterkennen von taktil Wahrgenommenem, bei Läsionen der Regio parietalis.

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