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AIDS - Medizinlexikon
Abk für engl. Acquired immune deficiency syndrome; erworbenes Immunschwächesyndrom; zuerst 1981 beschriebenes Krankheitsbild, das durch eine zunehmende Schwächung des körpereigenen Abwehrsystems bei Infektion des Immunsystems mit dem humanen Immundefizienzvirus (Human immunodeficiency virus, HIV, 2 Typen: HIV-1 u. HIV-2 mit versch. Subtypen) charakterisiert ist. Die Übertragung von HIV erfolgt heute v. a. durch (hetero- u. homosexuellen) Geschlechtsverkehr, durch gemeinsamen Gebrauch von Injektionskanülen bei Drogenverbrauchern (sog. Needlesharing), prä- u. perinatal von einer HIV-infizierten Mutter auf das Kind, selten durch infiziertes Blut u. Blutprodukte. Die geograph. Verteilung ist unterschiedl. mit einer epidem.-pandem. Ausbreitung in best. Ländern Zentralafrikas, Asiens u. Lateinamerikas u. einer endem.-epidem. Ausbreitung in Europa u. den USA. Nach einer Infektion mit HIV kann es nach ca. 2–4 Wochen zur sog. Serokonversionskrankheit mit mononukleoseähnl. Sympt. (Fieber, Abgeschlagenheit, evtl. Hepatosplenomegalie) kommen. Im Blut sind Antikörper gegen HIV mit spezif. HIV-Antikörpertests i. d. R. 12–16 Wochen nach Infektion nachweisbar. Pos. HIV-Antikörpersuchtests müssen mit einem Bestätigungstest (z. B. Western blot) überprüft u. bestätigte pos. Ergebnisse nach der Laborberichtsverordnung anonym gemeldet werden. Der klin. Verlauf der HIV-Infektion bis zur evtl. Entwicklung des Vollbildes AIDS ist u. a. abhängig von Immunzustand, Frequenz der HIV-Replikation (Virusvermehrung) im Körper, Alter, Übertragungsweg, Begleiterkrankungen, psych. u. sozial. Faktoren. Bei ca. 50 % der HIV-Infizierten kommt es zu einer klin. asymptomat. Phase, die 12 Jahre u. länger dauern kann u. während der sich HIV im Körper vermehrt (sog. Replikation). Im weiteren Verlauf kann es zu einem zunehmenden Verlust der körpereigenen Abwehrkräfte mit einer Schwächung insbes. der zellulär vermittelten Immunabwehr u. einer Abnahme der T-Lymphozyten (v. a. T4-Lymphozyten, CD4-Zellen, Helferzellen) kommen. Die Pathogenese von AIDS ist noch nicht abschließend geklärt; wahrscheinl. sind die zunehmende Virusreplikation (meßbar durch Bestimmung der Viruslast im Blut) u. die nachlassende Kontrolle von HIV durch das Immunsystem mit allg. Schwächung des Immunstatus (u. a. Lymphozytopenie, Verminderung der T4/T8-Ratio, kutane Anergie) Ursache für die Entstehung der klin. Sympt., die nach der amerik. CDC-Klassifikation in 4 Stadien eingeteilt wird. Im Vordergrund stehen opportunist. Infektionen (OI) wie z. B. Pneumocystis-carinii-Pneumonie (PcP, häufigste AIDS-definierende Erkrankung), Toxoplasmose, Zytomegalie (CMV), atyp. Mykobakteriose, Tumoren wie z. B. das Kaposi-Sarkom (KS, Sarcoma idiopathicum multiplex haemorrhagicum), neurol. Erkrankungen wie HIV/AIDS-Enzephalopathie, Polyneuropathie, progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML), endokrin. u. metabol. Störungen mit Gewichtsverlust (Wasting-Syndrom). Als päd. AIDS wird die Manifestation von AIDS bei Kindern bis zum 13. Lj. bezeichnet. Häufigster Ansteckungsweg bei Kindern ist die prä- u. perinatale Infektion, die wahrscheinl. durch einen Übertritt HIV-infizierter mütterl. Lymphozyten während der Wehen erfolgt. Sympt. der HIV-Infektion im Säuglingsalter können u. a. Gedeih- u. Entwicklungsstörungen, rezidivierende bakterielle Infektionen, lymphoide interstitielle Pneumonie (LIP) o. Mundsoor sein. Eine Behandlung von HIV-Infektion u. AIDS ist mit der Kombination versch. antiretroviraler Medikamente mögl. (antiretrovirale Chemotherapie). Die Ther. wird abhängig von der Zahl der im Blut nachweisbaren Viruskopien (Viruslast), der CD4-Helferzellenzahl u. der klin. Sympt. mit dem Ziel begonnen, die Viruslast unter die Nachweisgrenze zu senken. Durch antiretrovirale Behandlung u. Proph. bzw. Ther. HIV-assoziierter Erkrankungen kann eine Verlängerung der Überlebenszeit z. T. um mehrere Jahre erreicht werden; die antiretrovirale Ther. während der Schwangerschaft kann zu einer Reduktion der Übertragungsrate von der Mutter auf das Kind führen. Immuntherapeut. Ansätze wie Zytokine (Interferone, Interleukine) o. sog. ther. Vakzine werden z. Z. erprobt. Ein sicherer u. wirksamer präventiver Impfstoff (Schutzimpfung) ist nicht verfügbar. Eine Prävention der HIV-Infektion u. von AIDS ist durch Schutz vor Ansteckung (z. B. Benutzung von Kondomen u. Safer sex, Verzicht auf gemeinsamen Nadelgebrauch) u. durch HIV-Antikörpertest von Blut, Blutprodukten u. Organen (Transplantation) mögl. Abb.
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AIDS
Das Kürzel AIDS (auch: HIV - AIDS - HI-Virus) steht für Acquired Immune Deficiency Syndrome (Erworbenes Immundefizit Syndrom)AIDS ist eine chronische, lebensbedrohlich und nicht heilbare Erkrankung, die durch das HI-Virus (Human Immunodeficiency Virus) übertragen wird. Dieses Virus schädigt nur bestimmte Zellen der Immunabwehr, so dass der Körper sich nicht mehr gegen äußere Einflüsse wehren kann. Dadurch wird man immer empfänglicher für Infektionen und Krankheiten...
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