Albumin - Laborwerte-Lexikon

Referenzbereich Blut [GN; TLD]

  • Kinder über ein Jahr und Erwachsene unter 60 Jahren 35–53 g/l
  • Bei über 60-Jährigen mit zunehmendem Alter geringere Werte

Referenzbereich Urin [GN]

  • Urin-Teststreifen: negativ
  • 24-Stunden-Sammelurin: < 30 mg/24 Std.

Referenzbereich Liquor [KLL]

< 35 mg/dl (wenig aussagekräftig)

Liquor-Serum-Albumin-Quotient:Kinder 1–6 Jahre < 0,0035, 6–15 Jahre < 0,005, Erwachsene unter 40 Jahre < 0,0065, über 40 Jahre < 0,008

Hintergrund

Das Eiweiß Albumin wird in der Leber gebildet und dann ins Blut abgegeben. Es macht mit 55–69 % den Hauptanteil der Bluteiweiße aus (weitere Bluteiweiße Bluteiweiß-Elektrophorese).

Albumin nimmt im Blut zahlreiche Aufgaben wahr:

  • Albumin »zieht« Wasser in die Blutgefäße. In den Gefäßen befindet sich wesentlich mehr Albumin als in den Geweben. Da das große Albuminmolekül die Gefäße nicht verlassen kann, wandern zum Konzentrationsausgleich die kleinen Wassermoleküle aus den Geweben in die Blutgefäße und »füllen« sie dadurch.
  • Albumin bindet außerdem viele wasserunlösliche Stoffe, beispielsweise Hormone, Stoffwechselprodukte oder Medikamente. Es ist damit das wichtigste Transporteiweiß im Blut.

Albumin kommt darüber hinaus in hoher Konzentration in der Lymphe vor.

In Urin und Liquor ist Albumin beim Gesunden nur in geringen Konzentrationen zu finden .

Die Urin-Albumin-Konzentration zeigt sehr empfindlich Nierenschäden auch schon in frühen Stadien an, insbesondere wenn diese Folge eines Diabetes oder Bluthochdrucks sind. Bereits gering erhöhte Werte zwischen 30 und 300 mg/24 Std. (Mikroalbuminurie) sind verdächtig und müssen durch weitere Untersuchungen abgeklärt werden.

Hingegen ist bei der Liquor-Albumin-Konzentration die reine Konzentrationsangabe kaum aussagekräftig. Verwertbar ist nur der Liquor-Serum-Albumin-Quotient. Ist er erhöht, so weist dies auf eine Erkrankung von Gehirn oder Rückenmark hin. Da der Liquor-Serum-Albumin-Quotient aber keinerlei Ursacheneingrenzung erlaubt, wird er lediglich ergänzend zu anderen Untersuchungen bestimmt.

Bestimmung im Blut

  • Lebererkrankungen
  • Verdacht auf Eiweißverluste infolge Nieren- oder Darmerkrankungen
  • Verdacht auf ernährungsbedingten Eiweißmangel
  • Unklare Ödeme (krankhafte Wassereinlagerungen in Geweben)

Bestimmung im Urin

Verdacht auf Eiweißverluste über die Nieren

Bestimmung im Liquor

Verdacht auf Gehirnentzündung, Gehirntumor oder Gehirnblutung

Albumin-Erhöhung im Blut

Austrocknung (Wassermangel) des Körpers

Albumin-Erhöhung im Urin

  • Geringe Albuminerhöhung: Frühzeichen einer diabetischen oder bluthochdruckbedingten Nierenschädigung. Nur durch spezielle Urin-Teststreifen (z.B. Micral-Test®) nachweisbar
  • Ausgeprägte Albuminerhöhung: z.B. nephrotisches Syndrom , Glomerulonephritis . Übliche Urin-Teststreifen auffällig

Albumin-Erhöhung im Liquor

Erkrankung des zentralen Nervensystems, z.B. Hirnhaut- oder Gehirnentzündung oder Rückenmarktumor

Albumin-Erniedrigung im Blut

  • Akute schwere Entzündungen
  • Chronische Lebererkrankungen mit verminderter Albuminbildung und/oder Aszites (Ansammlung von Flüssigkeit in der Bauchhöhle), z.B. Leberzirrhose
  • Eiweißverluste über die Nieren z.B. bei nephrotischem Syndrom , Glomerulonephritis
  • Eiweißverluste über den Darm, z.B. bei Morbus Crohn , Colitis ulcerosa
  • Eiweißverluste über große Wunden, z.B. bei Verbrennungen
  • Überwässerung (Wasserüberschuss) des Körpers
  • Plasmozytom
  • Zu geringe Eiweißzufuhr mit der Nahrung
  • Schwangerschaft

Gut zu wissen

Es gibt einen frei verkäuflichen Streifentest auf eine Albuminerhöhung im Urin. Er ist zuverlässig, problemlos zu Hause durchzuführen und für alle Diabetiker und Bluthochdruckkranke empfehlenswert. Sie müssen allerdings in der Apotheke gezielt einen Mikroalbuminurie-Streifentest (z.B. Micral®) verlangen, denn die Eiweißfelder der »normalen« Urin-Testreifen sind nicht empfindlich genug.

© 2008 Knaur Ratgeber Verlag, München

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