Aldosteron - Laborwerte-Lexikon
Referenzbereich Blut [KLL]
- Erwachsene, 8–9 Uhr: liegend 10–160 ng/l (28–443 pmol/l), stehend 40–310 ng/l (110–859 pmol/l)
- Kinder über ein Jahr, 8–9 Uhr, liegend: 73–425 ng/l (202–1180 pmol/l)
Referenzbereich Urin [KLL]
24-Stunden-Sammelurin: Erwachsene 6–25 µg/24 Std. (17–69 nmol/24 Std.)
ng/l x 2,77 = pmol/l; pmol/l x 0,36 = ng/l
Hintergund
Dem Nebennierenrindenhormon Aldosteron kommt eine wichtige Rolle bei der Regulation des Wasserhaushaltes, des Blutvolumens und des Blutdrucks zu.
Aldosteron ist das stärkste Mineralokortikoid unseres Körpers. Es vermindert die Natriumausscheidung in der Niere und hält dadurch Wasser im Körper zurück. Als Folge steigen Blutvolumen und Blutdruck an. Außerdem nimmt die Kaliumausscheidung durch die Nieren zu.
Die Aldosteronausschüttung wird vor allem über das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System reguliert: Niedriger Blutdruck oder ein zu niedriger Blutnatriumspiegel regt die Bildung von Renin an, über Angiotensin als Vermittler steigt dann die Ausschüttung von Aldosteron. Außerdem fördert ein hoher Blutkaliumspiegel die Aldosteronfreisetzung.
Zahlreiche weitere Faktoren wie z.B. Tageszeit oder Körperhaltung beeinflussen den Aldosteronspiegel im Blut.
Um die Werte bestmöglich beurteilen zu können, lässt der Arzt oft nicht nur den Aldosteron-, sondern auch den Reninspiegel im Blut bestimmen.
Auch die Aldosteronbestimmung im Sammelurin ist weniger störanfällig als ein einzelner Aldosteronspiegel im Blut und manchmal eine Alternative.
Bestimmung in Blut oder Urin
- Verdacht auf Hyperaldosteronismus , etwa bei Bluthochdruck junger Menschen, Bluthochdruck, der nur schlecht auf Medikamente anspricht oder Bluthochdruck, der mit zu niedrigen Blutkaliumspiegeln einhergeht
- Verdacht auf Nebennierenrinden-Unterfunktion, insbesondere Morbus Addison
- Ursachensuche bei Störungen des Natriumhaushaltes
- Ursachensuche bei Störungen des Kaliumhaushaltes
- Störungen des Wasserhaushaltes (z.B. Ödeme)
Aldosteron-Erhöhung im Blut
- Primärer Hyperaldosteronismus (Conn-Syndrom) mit ungehemmter Produktion von Aldosteron. Ursache können z.B. eine krankhafte Vermehrung des Nebennierenrindengewebes (Nebennierenrindenhyperplasie) oder gutartige aldosteronproduzierende Tumoren der Nebennierenrinde (Nebennierenrindenadenome) sein. Die Reninspiegel sind beim primären Hyperaldosteronismus niedrig
- Sekundärer Hyperaldosteronismus als Folge von zuviel Renin im Blut. Ursachen hierfür sind beispielsweise Nierenarterienverengung, Missbrauch von Abführ- oder Entwässerungsmitteln (Diuretika), schwerer Bluthochdruck und Ödeme (Wassereinlagerungen im Gewebe)
Aldosteron-Erhöhung im Urin
Wie erhöhte Werte im Blut
Aldosteron-Erniedrigung im Blut
- Morbus Addison mit gleichzeitigem Kortisolmangel
- Überreichlicher Verzehr von Lakritze, da deren Inhaltsstoffe leichte Mineralokortikoid-Wirkungen entfalten und somit die körpereigene Aldosteronproduktion unterdrücken. Empfohlen werden auf Dauer nicht mehr als 50 g »normaler« Lakritze pro Tag, bei der als Hustenmittel benutzten Starklakritze (Glycyrrhicingehalt über 200 mg/100 g, kennzeichnungs- und apothekenpflichtig) weniger
Aldosteron-Erniedrigung im Urin
Wie erniedrigte Werte im Blut
Vor dem Test
Viele Medikamente, insbesondere Blutdrucksenker, greifen in das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System ein.
- Abführ- und Entwässerungsmittel (Diuretika), Kalziumantagonisten und Spironolacton, aber auch die »Pille« bei Frauen steigern z.B. den Aldosteronspiegel.
- Umgekehrt lassen Beta-Blocker , ACE-Hemmer , Digitalis sowie Kortison und Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (wie z.B. Aspirin® oder Voltaren®) den Aldosteronspiegel sinken.
Alle genannten Medikamente sollten deshalb 1–2 Wochen vor der Blutentnahme abgesetzt werden. Besprechen Sie daher »Ihre« Medikamente vor einer Aldosteronbestimmung mit dem Arzt und ändern Sie die Medikamenteneinnahme nicht eigenmächtig.
In der letzten halben Woche vor der Blutentnahme sollten sie normale Mengen an Kochsalz und Kalium zu sich nehmen (keine salzarme Kost zur Blutdrucksenkung, keine Mineralstofftabletten), da auch die Ernährung die Aldosteronspiegel beeinflusst.
Wird die Blutentnahme ambulant durchgeführt, so sollten Sie sich vor der Blutentnahme nicht anstrengen. Genaue Anweisungen zum Verhalten am Untersuchungstag erhalten Sie vom Arzt.
© 2008 Knaur Ratgeber Verlag, München
Aldosteron - Medizinlexikon
Synonyme: Steroidhormon
wichtigstes mineralokortikoides Hormon der Glandula suprarenalis; es wird bei Erniedrigung der Na+-Konzentration in der extrazellulären Flüssigkeit ausgeschüttet, seine Abgabe an das Blut wird durch das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System reguliert. Fördernd auf die Aldosteronsekretion wirken auch ACTH (adrenokortikotropes Hormon) sowie erhöhte K+-Konzentration im Blutplasma. A. erniedrigt die Na+- u. erhöht die K+-Ausscheidung, indem im renalen Tubulussystem Na+ verstärkt rückresorbiert u. K+ im Austausch vermehrt sezerniert wird. Eine Überfunktion der Nebennierenrinde führt zu verstärkter Na+-Retention (Bildung von Ödemen) u. Entleerung der K+-Speicher in den Zellen (Muskelschwäche, Lähmungen der Muskulatur). Ausfall des A. bei Nebennierenrindeninsuffizienz führt zu Hyperkali-, Hyponatri- u. Hypovolämie, Überproduktion zum Hyperaldosteronismus. Abb.
© Elsevier GmbH, München
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