Amalgam - Medizinlexikon

Mischung von Legierungspulver (Ag, Sn, Cu Zn, Ni, Cd) u. metall. Quecksilber. In der Zahnmed. wird durch Mischung (Amalgamator) der flüssigen (Quecksilber) u. der festen Phase (Zuschläge: Amalgampulver o. Alloy) etwa 1 : 1 eine erhärtende zähe Paste hergestellt, die seit Mitte des 19. Jh. zur Restauration von Defekten der Zahnhartsubstanz verwendet wird. Nach der Spezifikation der A. D. A. muß das Alloy mind. 65 Masse% Silber enthalten. Durch Erhöhung des Kupferanteils im Alloy bis zu 30 Masse% (Non-Gamma-2-A.) wird die Entstehung der korrosionsfördernden u. u. U. toxikol. bedenkl. Gamma-2-Phase im erhärteten A. verhindert. Die aus A. freigesetzten Hg-Mengen sind abhängig von Anzahl u. Qualität der Füllungen, von Mundhygiene, Speichelzusammensetzung sowie mechan. Belastung. Spez. für die modernen A. ist naturwissenschaftl. eine Intoxikation mit Quecksilber durch A. nicht nachweisbar. Für die Füllungstherapie bei Kindern, bei weibl. Pat. im gebärfähigen Alter, bei Pat. mit chron. Niereninsuffizienz u. bei nachgewiesener Amalgamallergie wird A. von Seiten der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen nicht mehr empfohlen.

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