Anämie, renale - Medizinlexikon

Anämie bei Pat mit chron. Niereninsuffizienz. Erste Zeichen treten meist dann auf, wenn die glomeruläre Filtrationsrate auf 30 % der Norm abgesunken ist. Es handelt sich überwiegend um eine normochrome Form. Eine hypochrome o. makrozytäre Form ist seltener. Ursächl. Faktoren sind eine verstärkte Hämolyserate in der Urämie (verkürzte Überlebenszeit der Erythrozyten auf 60 Tage) u. die verminderte Regeneration. Diese Hyporegeneration der Erythropoese nimmt eine Schlüsselstellung in der Pathogenese der r. A. ein u. ist durch einen Mangel an Erythropoetin u. eine Markdepression in der Urämie bedingt. Im juxtaglomerulären Apparat der Niere wird ein renaler erythropoet. Faktor gebildet, der auf das in der Leber synthetisierte Proerythropoetin einwirkt u. das Erythropoetin abspaltet. Mit zunehmender Verminderung des funktionstüchtigen Nierengewebes sinken die Serumspiegel des erythropoet. Faktors u. damit des Erythropoetins ab. Mit dem Fortschreiten der chron. Niereninsuffizienz verstärkt sich die r. A. Substitutionstherapie mit rekombinant hergestelltem Erythropoetin.

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