Analysegeräte, hämatologische - Medizinlexikon
automat. Zähl- u. Analysegeräte zur quant. Bestimmung der Zellelemente im Blut, wobei sich zur Erfassung von Teilchen die bei der Untersuchung der elektr. Leitfähigkeit des Blutes gefundene Tatsache durchgesetzt hat, daß die Blutkörperchen prakt. nicht an der Stromleitung beteiligt sind, d. h. Isolatoren darstellen. Durch eine geeignete Düse werden die Blutkörperchen in Reihe hintereinander angeordnet. Der durch den Bereich dieser Düse gehende Stromweg wird durch die durchlaufenden Teilchen verengt. Dieses Verfahren nach Coulter hat versch. Modifikationen erfahren. Durch einen Diskriminator können die Teilchen nach ihrem Volumen erfaßt werden, so daß die voluminösen Leukozyten sich von den kleineren Erythrozyten u. von diesen wiederum die noch kleineren Blutplättchen abgrenzen u. getrennt in versch. Ansätzen zählen lassen. Auch eine Volumenverteilungskurve der Teilchen (z. B. der Erythrozyten, entspr. der Durchmesserverteilungskurve nach Price-Jones) kann erhalten werden. Von diesem Verfahren ist abzugrenzen die automat. Erkennung von Form- u. Farbvarianten im Blutausstrich zur Erfassung der versch. Leukozytenarten u. -reifestufen sowie der Erythrozytenvarianten. Derartige Analysenapparate sind durch die Kombination eines Mikroskops mit automat. Fokussierung u. schneller Bildabtastung mit einem Computer zur Zellklassifikation u. -zählung konstruiert worden, wobei das Grundprinzip auf der digitalen Bildverarbeitung beruht u. morphol. Zellmerkmale wie Kernform, -größe, -dichte, Zytoplasmafarbe, Zellgröße u. a. Kriterien zur Erkennung herangezogen werden. Unter diesen Bedingungen können vom Computer auch alle diejenigen Zellen registriert werden, die dieser aufgrund der eingegebenen Merkmale nicht unmittelbar identifizieren kann, so daß damit auch pathol. Zellformen registriert u. später gesondert erkannt werden können.
© Elsevier GmbH, München
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