Anaphylaxie - Medizinlexikon
durch Antikörper der IgE-Klasse (Reagine) vermittelte Überempfindlichkeitsreaktion nach wiederholter Antigeninjektion. Allergie. Nach zweimaliger i. v. Injektion geringer Serummengen im Abstand von 15 Tagen kann sich eine generalisierte anaphylakt. Reaktion (anaphylaktischer Schock) entwickeln; wird die erste (präparierende) Injektion intradermal appliziert u. die zweite Injektion (Erfolgsinjektion) 24–72 h später intravenös, dann entwickelt sich eine lokale anaphylakt. Reaktion, die homologe passive kutane A. Sie ist durch eine erhöhte Gefäßpermeabilität an der Stelle der Erstinjektion des Serums gekennzeichnet (meßbar durch gleichzeitige i. v. Injektion von Evans-Blau o. Trypanblau mit der Zweitinjektion des
Serums). Bei der generalisierten anaphylakt. Reaktion wird durch die Erstinjektion die Bildung von Antikörpern der IgE-Klasse (Reagine) gegen das Allergen induziert. Die IgE-Antikörper binden sich mit dem Fc-Stück (Immunglobuline) an basophile Leukozyten u. Mastzellen. Erneute Allergenzufuhr führt zur Antigen-Antikörper-Reaktion an diesen Zellen, die dadurch degranulieren u. Mediatoren (Histamin, Serotonin, SRS-A, thrombozytenaktivierenden Faktor u. a. vasoaktive Amine) freisetzen, die Ursache für die klin. Erscheinungen sind. Die A. ist passiv übertragbar, indem Reagine enthaltendes Serum eines sensibilisierten Probanden einem zweiten injiziert u. nach einiger Zeit (notwendig für Bindung der IgE-Antikörper an Mastzellen u. Basophile) das Allergen
verabreicht wird.
© Elsevier GmbH, München
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