Aneurysma - Medizinlexikon

umschriebene Erweiterung eines art. Gefäßes als Ergebnis einer Wandveränderung. Abzugrenzen von gleichmäßiger Erweiterung (Ektasie). Einteilung in A. verum (echtes Aneurysma) mit Ausbuchtung aller Wandschichten u. A. spurium (falsches A.), das einem traumat. mit einer Arterie in Verbindung stehenden Hämatom entspricht (Arterienwand selbst nicht verändert). A. verum wird nach Form unterteilt in diffuse A. (spindelförmige, zylindr., serpentinöse u. razemöse A.) u. zirkumskripte A. (sack-, kahn-, zelt- o. trichterförmige A.). A. dissecans entspricht intramuralem Hämatom, bei dem Blut durch die Intima in die Gefäßwand eindringt. Sonderformen: arteriovenöses A., meist traumat. verursachte Verbindung zwischen Arterie u. Vene. Arteriovenöses A. der Lunge: abnorme direkte Verbindung zwischen einer peripheren Lungenarterie u. einer Lungenvene ohne Zwischenschaltung von Kapillaren. Einzeln o. multipel vorkommend, angeboren (Osler-Krankheit) o. erworben (Entzündungsfolge, posttraumat.). Bei großen A. Hypoxie, Zyanose u. Rechtsherzbelastung. Perforation mit Hämoptoe mögl. Ätiol.: Arteriosklerose, Syphilis, Medianekrose, Arrosionsaneurysma bei perivasaler Entzündung. Traumen (Schuß- u. Stichverletzungen). Weiter angeborene A. auf dem Boden einer Gefäßwandschwäche. Herzwandaneurysma: 1. akutes Herzwandaneurysma als Folge einer Myomalazie nach Infarkt (Gefahr der Wandruptur); 2. chron. Herzwandaneurysma: Ausbuchtung bindegewebig umgewandelter Herzwandanteile nach Infarkt. Abb.

Aneurysma. Verschiedene Typen<br />a: A. verum; b: A. spurium; c: A. dissecans; d: arteriovenöses A.
Aneurysma. Verschiedene Typen
a: A. verum; b: A. spurium; c: A. dissecans; d: arteriovenöses A.

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