AP (Alkalische [Gesamt-]Phosphatase) und Knochen-AP (Alkalische-Knochen-Phosphatase, BAP, Ostase) - Laborwerte-Lexikon

Referenzbereiche Blut [KLL; TLD]

Gesamt-AP:

  • Frauen 35–105 U/l (Messung bei 37 °C)
  • Männer 40–130 U/l (Messung bei 37 °C)
  • Kinder und Jugendliche altersabhängig 40–390 U/l (Messung bei 37 °C)

Knochen-AP:

  • Frauen < 50 U/l (Messung bei 37 °C)
  • Männer < 60 U/l (Messung bei 37 °C)

Hintergund

Alkalische Phosphatasen (AP) sind Enzyme, die Phosphatgruppen abspalten und am besten im alkalischen Milieu (pH > 7) arbeiten. Sie kommen überall im Körper vor.

Es gibt mehr als ein Dutzend leicht unterschiedliche Varianten (Isoenzyme) der Alkalischen Phosphatasen, z.B. die:

  • Knochen-AP (Alkalische-Knochen-Phosphatase, BAP von b = bone = engl. Knochen, Ostase)
  • Leber-AP
  • Plazenta-AP.

Die messbare alkalische Gesamt-Phosphatase (Gesamt-AP) im Blut stammt bei gesunden Erwachsenen zu etwa gleichen Teilen aus Knochen und Leber. Entsprechend steigt sie sowohl bei Leber- als auch bei Knochenerkrankungen an.

Die Knochen-AP hängt stark vom Wachstum ab. Entsprechend ist sie bei Kindern und Jugendlichen für bis zu 80 % der Gesamt-AP verantwortlich.

Die Bestimmung der Gesamt-AP ist eine bewährte Methode der Basisdiagnostik.

Bei einer erhöhten Gesamt-AP ordnet der Arzt zur Ursachensuche oft weitere Leber- oder Knochenwerte an, da die Bestimmung der einzelnen Isoenzyme recht aufwendig ist. So weist beispielsweise eine gleichzeitige Erhöhung der Gamma-GT auf die Leber als Ursache hin. Gerade die Knochen-AP wird aber zunehmend bei Verdacht auf eine Knochenerkrankung trotz normaler Gesamt-AP oder zur Verlaufskontrolle bei bekannter Knochenerkrankung bestimmt.

Bestimmung im Blut

Verdacht auf Knochen-, Leber- oder Gallenwegserkrankung

AP-Erhöhung

  • Leber- und Gallenwegserkrankungen, vor allem solche mit einer Gallenstauung , z.B. Verschlussikterus , primär sklerosierende Cholangitis , primär biliäre Zirrhose
  • Knochenerkrankungen mit vermehrter Knochenbildung, z.B. nach Knochenbrüchen, bei Osteomalazie , Rachitis , Paget-Krankheit oder Knochentumoren
  • Nebenschilddrüsen-Überfunktion
  • Akromegalie
  • Schilddrüsen-Überfunktion ,
  • Bestimmte Medikamente
  • Kinder und Jugendliche im Wachstum (Knochen-AP)
  • Schwangerschaft (Plazenta-AP)

AP-Erniedrigung

  • Oft ohne Krankheitswert
  • Bestimmte Medikame (»Pille«)
  • Schilddrüsen-Unterfunktion ,
  • Wachstumshormonmangel bei Kindern und Jugendlichen
  • Selten: Erbliche Stoffwechselstörungen

Hinweise

Bei ungefähr 25 % der Gesunden steigt die Gesamt-AP nach Mahlzeiten durch das Vorhandensein der nahrungsabhängigen Dünndarm-AP an. Für die Bestimmung der Gesamt-AP sollten Sie deshalb nüchtern sein.

© 2008 Knaur Ratgeber Verlag, München

AP - Medizinlexikon

Abk für engl. adult periodontitis, Parodontologie.

© Elsevier GmbH, München

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