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Apolipoproteine - Laborwerte-Lexikon
Referenzbereiche Blut [KLL]
- Apo AI (Apo A-I, Apo A1): 110–205 mg/dl
- Apo B-100: 50–130 mg/dl
- Apo CII: 3–8 mg/dl (methodenabhängig)
- Apo E: 3–5 mg/dl (methodenabhängig)
Hintergrund
Apolipoproteine sind vor allem in Leber und Darm gebildete Eiweiße, welche die wasserunlöslichen Fette im wässrigen Blut transportieren. Die entstehenden Eiweiß-Fett-Komplexe heißen Lipoproteine .
Die einzelnen Apolipoproteine kommen in den verschiedenen Lipoproteinen in unterschiedlicher Gewichtung vor. LDL etwa enthalten sehr viel Apo B-100, HDL dagegen vor allem Apo AI und Apo AII.
Apolipoproteine üben außerdem weitere Funktionen im Fettstoffwechsel aus.
Nur wenige Apolipoproteine haben bislang labordiagnostische Bedeutung:
- Verminderte Apo I- und erhöhte Apo B-100-Werte sind als Marker für das Herzinfarktrisiko wohl ähnlich geeignet wie HDL- und LDL-Cholesterin. Vergleichbar dem HDL-LDL-Quotienten kann auch ein Apo B-/Apo AI-Quotient gebildet werden, der möglichst unter 0,8 liegen sollte. Ob allerdings der Zusatznutzen die höheren Analysekosten wert ist, ist unter Medizinern umstritten.
- Bei einigen seltenen Fettstoffwechselstörungen fehlt Apo I oder Apo B.
- Ein Mangel von Apo CII führt zu einer Fettstoffwechselstörungen mit zu viel Chylomikronen im Blut (die Triglyzeride aus der Nahrung werden in Chylomikronen zur Leber transportiert).
- Bestimmte Typen des Apo E sind mit Fettstoffwechselstörungen assoziiert.
- Andere Apo-E-Typen spielen möglicherweise bei der Alzheimer-Demenz eine Rolle. Da aber der Vorhersagewert des Testes gering ist und ein positiver Test keine Konsequenzen hat, raten die meisten Ärzte derzeit von ihm ab.
Bestimmung im Blut
- Beurteilung des Arterioskleroserisikos und des Risikos arteriosklerotischer Folgeerkrankungen , insbesondere falls bei engen Verwandten schon sehr früh Arteriosklerose-Folgeerkrankungen aufgetreten sind
- In Einzelfällen zur weitergehenden Diagnostik bei Fettstoffwechselstörungen
- Verdacht auf einige seltene, angeborene Fettstoffwechselstörungen
Ursachen und Bedeutung einer Apolipoprotein-Erhöhung
- Erhöhung von Apo B: Risikofaktor für eine koronare Herzkrankheit
- Erhöhung von Apo E2: Typ III-Hyperlipoproteinämie mit hohem Arterioskleroserisiko
Ursachen und Bedeutung einer Apolipoprotein-Erniedrigung
- Erniedrigung von Apo AI: Risikofaktor für eine koronare Herzkrankheit
- Fehlen von Apo AI: An-α-Lipoproteinämie (Tangier-Krankheit, seltene erbliche Fettstoffwechselstörung mit Leber-, Nerven- und Muskelschäden schon im Kindesalter)
- Fehlen von Apo B-100: A-β-Lipoproteinämie (seltene erbliche Fettstoffwechselstörung, vor allem einhergehend mit neurologischen Störungen und Sehstörungen)
- Mangel von Apo CII: Typ I-Hyperlipoproteinämie
Gut zu wissen
Im Gegensatz zur Cholesterinbestimmung müssen Sie vor einer Bestimmung von Apo AI und B nicht nüchtern bleiben.
© 2008 Knaur Ratgeber Verlag, München
Apolipoproteine - Medizinlexikon
Synonyme: Apo
Gruppe von Proteinen, die am Aufbau der Lipoproteine des Blutplasmas beteiligt sind; sie sind untergliedert in Apo A (Apo A I, Apo A II), Apo B, Apo C (Apsto C I, Apo C II, Apo C III), Apo D u. Apo E, Apo B u. C findet man gemeinsam in den Chylomikronen u. VLDL (Very-Low-Density-Lipoproteins), Apo B allein in Low-density-Lipoproteinen u. Apo A in HDL (High-Density-Lipoproteine).
© Elsevier GmbH, München
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