Atemwegsinfektion - Medizinlexikon
akute respirator. Erkrankung (ARE), Erkältungskrankheit; häufigste endem.-epidem., akute bis subakute katarrhal. Infektionskrankheit. Bis zu 50 % Gesamtmorbidität der Bevölkerung, wovon mind. 70 % virusbedingt ist. Epidemiol. wichtig die Abgrenzung der Grippe von der banalen Erkältungskrankheit. Übertragung der A. erfolgt häufiger aerogen durch Tröpfcheninfektion (Husten, Sprechen, Niesen) als durch Kontakt- u. Schmierinfektion (Autoinfektion durch gebrauchte Taschentücher, Händegeben). Die Inkubationszeit beträgt einige Stunden bis Tage. Lokale Vermehrung der Erreger an der Eintrittspforte, daher meist temporäre, virustypenspezif. Immunität gegen den ursächl. Erreger. Komplikationen durch bakterielle Sekundärinfektion. Verbreitung durch Virusträger, Pat. in der Inkubationszeit u. akut Erkrankte. Obere u. mittlere Atemwege: Virusschnupfen, Adenovirusinfektion, Rhinopharyngitis, Laryngotracheobronchitis. Klin.: Abgeschlagenheit, Schnupfen, Heiserkeit, Husten, Auswurf; oft fieberhafter Verlauf. Häufige Erreger: humanes Rhinovirus, Adenoviren, Coronaviren, Influenzaviren (Grippe), Parainfluenzaviren, RS-Virus; Mykoplasmen. Komplikationen durch bakterielle Misch- u. Sekundärinfektion. Tiefe Atemwege: Bronchitis, Bronchiolitis, Bronchopneumonie, Pneumonie, Viruspneumonie. Klin. unterschiedl., z. T. schwere Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens u. fast stets fieberhafter Verlauf; Glieder- u. Kopfschmerzen, Neigung zu Kreislaufkomplikationen, Husten, Auswurf (mit purulentem Sputum), Atemnot. Häufige Erreger: Influenza- u. Parainfluenzaviren, RS-Virus, Adenoviren, Mycoplasma pneumoniae, Chlamydia psittaci u. Chlamydia pneumoniae; Pneumokokken Typen 1 u. 2. Diagnostik: bakt., serol., Virusdiagnostik.
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