Azidose, metabolische - Medizinlexikon

Azidose infolge einer Zunahme der fixen Säuren, z. B. bei Diabetes, Hunger (Alphaoxybuttersäure, Acetessigsäure), hypox. Stoffwechselsituation (Milchsäure), verstärktem Eiweißabbau (Schwefelphosphorsäure) u. bei Niereninsuffizienz mit Verminderung der H+-Ionenausscheidung, o. infolge renaler o. extrarenaler Bikarbonatverluste (gestörte HCO3-Rückresorption bei Tubulusschaden bzw. Dünndarm-, Gallen-, Pankreasfistel). Das Standardbikarbonat ist stets vermindert. Kompensation der Azidose ist durch vermehrte CO2-Abatmung in unterschiedl. Umfang mögl.: 1. nicht kompensierte Azidose (pCO2 nicht vermindert), 2. teilweise kompensierte Azidose (pCO2 vermindert), 3. kompensierte Azidose (pCO2 vermindert, pH normal). Unbehandelt führt diese Störung bei längerem Bestehen zur bedrohl. Einschränkung der Zellfunktion, da die enzymat. Reaktionen an ein pH-Optimum gebunden sind. Die Therapie besteht in einer Verbesserung der Gewebeoxygenierung (Beatmung, Stabilisierung der Kreislauffunktion, Schockbekämpfung) sowie einer symptomat. Sofortmaßnahme (Verabreichung von Pufferlösungen) zur Bindung der H+-Ionen.

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