Beta-hCG (hCG, Humanes Choriongonadotropin) - Laborwerte-Lexikon

Referenzbereich Blut [KLL; TLD]

  • Kinder, Männer und nicht schwangere Frauen vor der Menopause: < 5 IU/l
  • Frauen nach der Menopause: < 10 IU/l
  • Schwangere: Abhängig von der Schwangerschaftswoche (SSW). Anstieg ab der 3. SSW, Maximum von bis zu 230000 IU/l in der 10. SSW, danach wieder abfallend auf 20000–80000 in der 16. SSW

Referenzbereich Urin [TLD]

Test positiv meist bei > 20 IU/l

Hintergrund

Das Hormon Humanes Choriongonadotropin, kurz Beta-hCG, wird nach der Einnistung des Embryos von der Plazenta (dem Mutterkuchen) gebildet. Beta-hCG erhält die Progesteronproduktion im Gelbkörper und damit die Schwangerschaft.

Chemisch betrachtet handelt es sich beim hCG um ein Eiweiß aus zwei Ketten, einer α-Kettte und einer β-Kette. Die α-Kette ähnelt Teilen des FSH, LH und TSH; die β-Kette kommt nur im hCG vor. Biologisch wirksam ist nur das intakte hCG.

Bei gesunden Kindern, nicht schwangeren Frauen und Männern sind die Beta-hCG-Spiegel im Blut minimal.

Bestimmte Keimzelltumoren sowie von Plazentazellen ausgehende Tumoren produzieren aber vollständiges hCG oder dessen β-Kette in größeren Mengen.

Praktisch alle Schwangerschaftstests in Blut und Urin basieren auf dem HCG-Nachweis. HCG wird labordiagnostisch außerdem in der pränatalen (vorgeburtlichen) Diagnostik und als Tumormarker genutzt.

Es gibt Labortests, die nur das vollständige hCG bestimmen, solche, die nur die β-Kette messen, und solche, die beides erfassen.

Bestimmung im Blut

  • Bei Kindern, nicht schwangeren Frauen und Männern als Tumormarker von Keimzelltumoren . Hauptsächlich eingesetzt in der Verlaufskontrolle bei bekanntem Tumor, selten zur Erstdiagnostik, sehr selten als Suchtest bei sehr hohem Tumorrisiko
  • Schwangerschaftsnachweis
  • Verdacht auf Schwangerschaftskomplikationen (z.B. Fehlgeburt)
  • In der Pränataldiagnostik im Rahmen des Ersttrimester-Screenings zur Früherkennung des Down-Syndroms

Bestimmung im Urin

Schwangerschaftstest

Beta-hCG-Erhöhung im Blut

Geringe Erhöhung:

  • Frauen nach der Menopause
  • Hochgradige Nierenfunktionseinschränkung
  • Andere bösartige Tumoren, vor allem des Magen-Darm-Traktes

Starke Erhöhung:

  • Schwangerschaft, besonders hoch bei Mehrlingsschwangerschaft und Down-Syndrom des Kindes
  • Keimzelltumoren einschließlich der Blasenmole und daraus entstandener Chorionkarzinome.

Beta-hCG-Erniedrigung im Blut

Nur in der Pränataldiagnostik bedeutsam: Schwangerschaftskomplikationen, z.B. Eileiterschwangerschaft oder andere Extrauteringravidität , Fehlgeburt

Gut zu wissen

Schwangerschaftstests zum Selbsttesten sind heute sehr zuverlässig .

© 2008 Knaur Ratgeber Verlag, München

Beta-HCG - Medizinlexikon

Form des menschl. Choriongonadotropins, relative Molmasse 38 000. Bedeutung als Tumormarker bei Hodentumoren. (bei Seminomen nur in ca. 10 % pos.) sowie bei bei Magen-, Mamma- u. Leberkarzinomen.

© Elsevier GmbH, München

Zurück

Verwandte Artikel

  • Bodybuilder und Arzneimittel

    In der Bodybuilder-Szene ist der Einsatz von Medikamenten schon lange Normalzustand – wie man vielleicht auch in diesem Post hier lesen konnte. Durch einschlägige Literatur und Internetrecherche wird der „selbständige“ Gebrauch von Arzneimitteln gefördert. ...

© 2007 - 2012 imedo GmbH, alle Rechte vorbehalten.
Die unter www.imedo.de angebotenen Dienste und Inhalte sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen