Blasenlähmung - Medizinlexikon

partielle o. totale Unmöglichkeit, die Blase willkürl. zu entleeren. Klin. am häufigsten nach Querschnittslähmungen. Im Initialstadium (Stunden des spinalen Schocks) wird unabhängig von der Höhe des Läsion eine schlaffe Lähmung registriert. Keine spinale Reflextätigkeit. Exogene u. endogene Reize werden nicht beantwortet, die willkürl. Blasenfunktion ist unterbrochen. Gefahr der Überdehnung (Blasenatonie), die durch sachgemäße Behandlung (intermittierende Katheterisierung) vermieden werden kann. Nach Abklingen des spinalen Schocks unterscheidet man im Sekundärstadium 2 Formen: Liegt die Läsion oberhalb des Blasenzentrums (oberhalb von S2), spricht man von der supranukleären Form, automat. Blase, neurogenen Reflexblase o. spast. Blasenlähmung. Der spinale Reflexbogen ist erhalten. Es fehlt die willkürl. Kontrolle. Der Miktionsvorgang ist unkontrolliert. Liegt die Läsion im Bereich des Blasenzentrums (S2–S4) o. darunter, kommt es zur Unterbrechung des Reflexbogens. Es resultiert die autonome Rückenmarkblase. Die einzige Innervation des Detrusors erfolgt durch den in der Blasenwand liegenden Nervenplexus. Durch mangelhafte Detrusorkontraktionen kommt es zu erhebl. Resturinmengen, der Gefahr des Refluxes in die Nieren mit der Ausbildung von Hydronephrosen u. Niereninsuffizienz. Das Training der Bauchpresse kann eine ausreichende Entleerung ermöglichen u. die Gefahren vermindern. Neben diesen typ. Blasenstörungen bei Querschnittslähmungen gibt es zahlreiche Mischformen, bes. bei unvollständiger Läsion.

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