Blutdruck - Medizinlexikon

der in den Gefäßen des Körper- u. Lungenkreislaufs herrschende Druck über Atmosphärendruck. Er beruht auf der Pumpleistung der Ventrikel (Schlagvolumen mal intraventrikulärer Druck mal Frequenz) u. ist von der Intaktheit der Klappen u. den elast. u. viskösen Widerständen der Gefäße abhängig. I. e. S. versteht man unter dem art. B. den in einer Arterie des Körperkreislaufs auf Herzhöhe gegenüber Atmosphäre gemessenen Druck. Infolge der diskontinuierl. Herztätigkeit u. der elast. Gefäßeigenschaften verläuft der Blutdruck wellenförmig (Pulswelle). Seinen höchsten Wert von 120 mmHg (16 kPa) in zentralen Gefäßen erreicht er während der Austreibungszeit. Da die Herzmuskulatur sich im angespannten Zustand befindet, spricht man dabei auch vom systol. Blutdruck. Seinen niedrigsten Wert von 80 mmHg (10,6 kPa) im entspannten Zustand des Herzens hat er kurz vor Beginn der Austreibungszeit (diastol. Blutdruck). Infolge der Pulswellenüberlagerung durch Reflexion kann der periphere Blutdruck um knapp 20 mmHg (3 kPa) höher sein als in der Aorta. Der B. wird durch Veränderung des Gefäßwiderstands mittels der Gefäßmuskulatur u. der Variation der Herztätigkeit geregelt (Blutdruckregulation). Er steigt mit zunehmendem Alter u. ist stark von Umwelt, Psyche u. Tätigkeitszustand des Organismus abhängig. U. a. sind Schwankungen mit der Atmung u. dem Tagesrhythmus zu verzeichnen (Rhythmus; Mayer-Blutdruckwellen).

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