von kaisler
Chrom (Cr) - Laborwerte-Lexikon
Referenzbereich Blut [KLL; TLD]
Serum: < 0,5 µg/l (10 nmol/l), methodenabhängig
Vollblut: 0,5–4 µg/l (10–75 nmol/l), methodenabhängig
Referenzbereich Urin [TLD]
24-Stunden-Sammelurin: < 0,7 µg/24 Std. (< 13 nmol/24 Std.)
µg/l x 19,2 = nmol/l; nmol/l x 0,05 = µg/l
Hintergrund
Chrom (Cr) ist ein für den Menschen essenzielles (lebensnotwendiges) Spurenelement, das allerdings bei Überdosierung zu Vergiftungen führen kann.
Chrom wird mit der Nahrung aufgenommen und über die Nieren ausgeschieden.
Dreiwertiges Chrom (Cr3+) ist nach heutigem Kenntnisstand für den Glukose- und Fettstoffwechsel von Bedeutung. Es verstärkt die Insulinwirkung und ein Chrom-Mangel hat eine verschlechterte Glukosetoleranz sowie eine Erhöhung der Blutfettspiegel zur Folge. Weitere Funktionen des Chroms im Körper sind bislang nicht gesichert.
Nach Ansicht einiger Mediziner liegt die Chromaufnahme in Mitteleuropa etwas unter dem Optimum, bei normaler Ernährung ist ein echter Chrommangel jedoch nicht zu befürchten.
Sechswertiges Chrom (Cr6+) und dreiwertiges Chrom (Cr3+) in sehr hoher Dosierung sind hingegen toxisch. Sechswertiges Chrom (Cr6+) reizt die Schleimhäute des Magen-Darm-Trakts und der Atemwege, schädigt Gehirn und Nieren und ist außerdem krebserzeugend. Von Bedeutung sind in erster Linie chronische Vergiftungen durch langjährige Exposition am Arbeitsplatz, vor allem in der Farb-, Glas-, Metall-, Zement- und Gummiindustrie sowie in der Gerberei. Außerdem ist sechswertiges Chrom häufiger Verursacher von Kontaktallergien.
Die labordiagnostische Bestimmung von Chrom ist aus mehreren Gründen äußerst problematisch:
- Verunreinigungen der Probe sind kaum zu vermeiden.
- Die Chromkonzentration im Blut spiegelt die Versorgung des Körpers nur unzureichend wider. Selbst bei Chrommangel ist eine erhöhte Ausscheidung mit dem Urin möglich.
- Auch die Haaranalyse ist nicht zuverlässig.
- Die Werte stark methodenabhängig.
Entsprechend sind alle Chrom-Laborwerte mit Vorsicht zu betrachten.
Bei älteren Menschen sind die Chromspiegel im Blut niedriger als bei jüngeren.
Bestimmung in Blut und/oder Urin
- Verdacht auf Chrommangel, insbesondere bei lang dauernder künstlicher Ernährung, Mangelernährung oder bei verminderter Glukosetoleranz
- Verdacht auf Chromvergiftung
Chrom-Erhöhung im Blut
- Nierenfunktionsstörung
- Peritonealdialyse
- Chromvergiftung
Chrom-Erniedrigung im Blut
- Mangelernährung, länger dauernde künstliche Ernährung
- Darmerkrankungen, die zu einer gestörten Aufnahme (Resorption) der Nährstoffe führen
- Infektionen
- Stress
- Schwangerschaft
Gut zu wissen
Eine Chrombestimmung unter dem Verdacht des Chrommangels ist angesichts der methodischen Unsicherheiten und der Seltenheit eines Chrommangel nur sehr selten sinnvoll.
© 2008 Knaur Ratgeber Verlag, München
Chrom - Medizinlexikon
chem. Symbol Cr; Ordnungszahl 24, relative Atommasse 52,0. Silberglänzendes Metall mit spez. Gew. 6,9. Cr in biol. Systemen unentbehrl. Spurenelement, Mikroelement; Bedarf nicht sicher bekannt, wahrscheinl. tgl. 20 ?g. Tierexperimentell lassen sich bei Chrommangel Störungen im Glukose-, Fett- u. Proteinstoffwechsel feststellen. Nur. lösl. Chromate wirken tox., dreiwertige Salze weniger tox. als sechswertige, z. B. Kaliumdichromat. Chromfarben: Chromoxidgrün, Bariumchromat, Bleichchromat, Chromgelb. An der Luft u. unter Wasser oxidationsbeständig, daher als korrosionsschützender Überzug für andere Metalle geeignet.
© Elsevier GmbH, München
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