Chromatin - Medizinlexikon
mit bas. Farbstoffen anfärbbare, aus DNA u. Proteinen (Chromatinproteine: bas. Histone u. saure Nichthistonproteine) u. in geringen Mengen RNA bestehende chem. Grundsubstanz eukaryont. Chromosomen, die sich zu Beginn der Meiose bzw. Mitose zu typ. Chromosomenstrukturen verdichtet; physikal. u. elektronenmikroskop. charakterisierbare Strukturelemente des C. sind die fädig organisierten Nukleofilamente (etwa 15 nm Durchmesser) o. Chromonemata mit Nukleosomen (Assoziate aus DNA u. den Histonen H2A, H2B, H3 u. H4), die wiederum zu Überstrukturen in Form der sog. 30 nm-Chromatinfibrillen aufgewunden sind; strukturell u. funktionell wird zwischen dekondensiertem, transkriptionsaktivem Euchromatin u. stärker kondensiertem, weitgehend transkriptionsinaktivem Heterochromatin unterschieden. In geringer Menge kommen, wahrscheinl. als Depressoren der Genexpression wirksamen sauren Chromatinproteine vor, deren regulator. Funktion für die Genexpression möglicherweise auf enzymkatalysierte Modifikationen (z. B. Methylierungen u. Phosphorylierungen) zurückzuführen ist. Elektronenmikroskop. handelt es sich um 15 nm große Granula u. Filamente, die in lockerer Form funktionell aktive (Euchromatin) o. in dichter Form inaktive (Heterochromatin) Desoxyribonukleoproteide darstellen sollen.
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