Ciclosporin - Medizinlexikon

früher Cyclosporin A; eines der wirkungsvollsten immunsuppressiven Arzneimittel, welches gemeinsam mit Azathioprin u. Steroidderivaten als Triple-Drug-Ther. bei der Organtransplantation zur Immunsuppression angewendet wird. Seit der Einführung des C. 1983 hat sich die Progn. nahezu aller Organtransplantationen entscheidend verbessert. C. ist ein zykl. Polypeptid, das aus zwei Pilzspecies (Cylindrocarpum lucidium u. Trichoderma polysporum) gewonnen wird. Es besteht aus 11 Aminosäuren u. hat ein Mol. Gew. von etwa 1 200. C. bewirkt eine spezif. reversible Inhibition der T-Zell-Rezeptor-vermittelten T-Zell-Aktivierung, bindet dabei intrazellulär an das Immunophilin Cyclophilin A u. blockiert das calmodulinabhänige Calcineurin. Dieses Protein führt am Ende der Signaltransduktion des T-Zell-Rezeptors zu einer Erhöhung der intrazellulären Kalziumkonzentration u. damit zur Transkription von Interleukinen, insbes. IL-2. Dieses wiederum ist für die Proliferation antigenspezifischer T-Zellklone erforderl. Die ther. Breite von C. ist schmal, weshalb regelmäßige Serumspiegelkontrollen notwendig sind. Hauptnebenwirkungen des C. sind Nephro- u. Hepatotoxizität (insbes. durch Metabolite), Beeinträchtigung der Glukosetoleranz, Hypertonus sowie eine Neurotoxizität (Tremor). Neuerdings wird C. auch bei Autoimmunkrankheiten wie Psoriasis, Rheumatoidarthritis u. beim idiopath. nephrot. Syndrom mit gutem Erfolg eingesetzt.

© Elsevier GmbH, München

Zurück

© 2007 - 2012 imedo GmbH, alle Rechte vorbehalten.
Die unter www.imedo.de angebotenen Dienste und Inhalte sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen