Coeruloplasmin (Cp) - Laborwerte-Lexikon

Referenzbereich Blut [TLD]

  • Männer 0,22–0,4 g/l
  • Nicht schwangere Frauen 0,25–0,6 g/l, Schwangere bis etwa zum Doppelten des oberen Referenzbereichswertes
  • Kinder unter drei Jahren 0,31–0,91 g/l
  • Kinder über drei Jahren 0,25–0,46 g/l, in der Pubertät Angleichung an Erwachsenenwerte

Hintergrund

Das Coeruloplasmin (Cp) ist in erster Linie für die Diagnostik des Morbus Wilson , einer Kupferspeicherkrankheit, von Bedeutung.

Coeruloplasmin wird in der Leber gebildet. Es ist ein Eiweiß mit Kohlenhydratanteil und dient als Transporteiweiß für Kupfer im Blut. Ein Coeruloplasminmolekül kann 6–8 Kupferatome binden.

Außerdem nimmt Coeruplasmin Aufgaben im Eisenstoffwechsel wahr und wirkt als Antioxidans.

Coeruloplasmin zählt zu den Akute-Phase-Proteinen, das heißt es wird bei Entzündungen vermehrt gebildet.

Coeruloplasmin-Erhöhungen kommen vor, spielen aber labordiagnostisch nur insofern eine Rolle, als dass sie eine Coeruloplasmin-Erniedrigung verdecken können.

Die labordiagnostische Bedeutung des Coeruloplasmins liegt in der Diagnostik des Morbus Wilson, einer Störung des Kupferstoffwechsels, die mit einer Coeruloplasmin-Erniedrigung einhergeht.

Da auch andere Erkrankungen zu niedrigen Coeruloplasmin-Spiegeln führen können, müssen immer die Beschwerden des Patienten und weitere Laborwerte des Kupferstoffwechsels berücksichtigt werden.

Aus dem gleichen Grund ist die Coeruloplasmin-Bestimmung als Suchtest nicht geeignet.

Bestimmung im Blut

  • Unklare Fütterungsschwierigkeiten, abnorm schlaffe oder steife Muskeln und Krämpfe bei Babys
  • Unklare Lebererkrankungen bei Kindern und Jugendlichen
  • Unklare neurologische Beschwerden, vor allem motorische Störungen (z.B. Zittern, Schreib-, Gangstörungen) und/oder Verhaltensauffälligkeiten bei Jugendlichen und Erwachsenen, vor allem wenn ein Leberschaden besteht
  • Blutarmut mit zu kleinen und zu wenig Eisen enthaltenden roten Blutkörperchen (hypochrome mikrozytäre Anämie), die aber nicht auf Eisengabe anspricht

Coeruloplasmin-Erhöhung

  • Entzündungen (Akute-Phase-Protein)
  • Tumoren, Hodgkin-Lymphom
  • Leberentzündungen, Gallenstau
  • Herzinfarkt
  • Schwangerschaft, Einnahme der »Pille« oder Hormonersatztherapie in bzw. nach den Wechseljahren

Coeruloplasmin-Erniedrigung

  • Morbus Wilson mit gestörtem Einbau des Kupfers in das Coeruloplasmin und Kupferablagerung in den Geweben. Weitere Laborbefunde sind ein niedriger Gesamtkupferspiegel im Blut, ein erhöhtes freies Kupfer im Blut und eine gesteigerte Kupferausscheidung mit dem Urin
  • Coeruloplasminverlust über die Nieren (z.B. bei nephrotischem Syndrom), über den Darm oder die Haut (bei großflächigen Verbrennungen)
  • Schwere Leberschäden
  • Kupfermangel (selten)
  • Angeborener Coeruloplasmin-Mangel (sehr selten, mit unterschiedlichen Beschwerden einhergehend)
  • Menkes-Krankheit (sehr seltene Kupferstoffwechselstörung). Der Kupferspiegel im Blut ist vermindert

© 2008 Knaur Ratgeber Verlag, München

Coeruloplasmin - Medizinlexikon

Synonyme: Caeruloplasmin

blaues, kupferhaltiges Glykoprotein des Blutplasmas, das als Ferrioxidase Kupfer- u. Eisenstoffwechsel verbindet.

© Elsevier GmbH, München

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