Diagnose - Medizinlexikon

die Erkennung einer Krankheit, genauer einer Krankheitsart, die mit der Zuordnung zu einem Krankheitsbegriff abschließt. Das Anliegen der D. zeigt sich im hippokrat. Diagnosebegriff. Die D. soll den Arzt befähigen, eine Aussage darüber zu treffen, was vorher war (Retrognose), was gegenwärtig ist u. was künftig sein wird (Progn.). Der grundsätzl. Wert der D. besteht darin, daß sie an die Erkenntnis des allgemeinsten Wesens einer Krankheit anknüpft u. den Ausgangspunkt der ther. Entscheidungen darstellt. Die Aussagefähigkeit der D. wird von den Bedingungen der ärztl. Tätigkeit, der eingesetzten Methodik u. a. Faktoren beeinflußt. Die Abstufung der Urteile prakt. Diagnostik reicht von „D. nicht mögl.“ (z. B. bei ungeordneten Symptomkombinationen) bis zu „sichere D.“ (z. B. bei einem Symptomenkomplex höherer Stufe). Die Hauptfunktionen bestehen in folgendem: 1. Begründung der (wesentl.) Ther. 2. Ausgangspunkt pro- u. metaphylakt. Maßnahmen. 3. Grundlage für sozial wirksame Entscheidungen (Arbeitsbefreiung u. ä.) 4. Statist. Ausgangsinformation für die Einschätzung des Gesundheitszustands auf Bevölkerungsebene. Spez. Formen der D.: Anhiebs- o. Blickdiagnose: durch typ. Krankheitszeichen sofort stellbare D. Vermutungsdiagnose: D., die durch weitere Untersuchungen gesichert werden muß. Diagnosis exjuvantibus: D., die auf einem Therapieerfolg o. -mißerfolg beruht. Das Stellen einer D. ist kein auf med. Belange festgelegter Vorgang. Das Arbeitsprinzip besteht in der Zuordnung eines konkreten Objekts zu einer Klasse von Objekten mit Hilfe des Wissens eines Begriffs.

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