Dialysator - Medizinlexikon

Kernstück der künstl. Niere; hier fließen Dialysat u. das zu reinigende Blut, getrennt durch die semipermeable Dialysemembran, aneinander vorbei, wobei die Diffusion der zu eliminierenden Substanzen u. die Ultrafiltration des Wassers stattfinden. Der D. besteht damit im wesentl. aus einer Dialysemembran u. aus je einem geschlossenen Blut- u. Dialysekompartiment. Die Leistung des D. ist von versch. Faktoren abhängig (Oberfläche, Membranart u. -dicke, Blut- u. Dialysatfluß). Nach dem konstruktiven Prinzip kann man 3 Grundtypen unterscheiden. Spulen- o. Schlauchdialysatoren (Coil-Niere) verwenden als blutführendes System u. Dialysemembran um einen Kunststoffkern gewickelte nahtlose Schläuche, die durch Kunststoffgittereinlagen auf Distanz gehalten werden. Das Blut fließt in den Schläuchen, die von außen mit Dialysat umspült werden. In Plattendialysatoren fließt das Blut zwischen jeweils zwei Dialysemembranfolien, die etagenartig zwischen zwei stabilisierenden Kunststoffplatten angeordnet sind. Das Dialysat wird gewöhnl. durch den Spalt zwischen Membranaußenfläche u. stabilisierender Platte geleitet. Zur Oberflächenvergrößerung werden mehrere Lagen übereinander geschichtet (bei handelsübl. Einmaldialysatoren 12–20 Blutkompartimente). Plattendialysatoren zur Wiederverwendung (Kiil-Niere) werden vor jeder Dialyse zusammengesetzt. Bei Kapillardialysatoren (engl. hollow fiber Kidney) besteht das Blutkompartiment aus zahlreichen parallel geschalteten kurzen Kapillaren, die vom Dialysat umspült werden. Die Enden des Kapillarbündels sind eingegossen, die Kapillaren offen, das Bündel befindet sich in einem Kunststoffzylinder. Dieser Dialysatortyp zeichnet sich durch eine große dialysierende Oberfläche bei kleinem Auffüllvolumen aus.

© Elsevier GmbH, München

Zurück

Verwandte Artikel

  • Dysequilibriumsyndrom bei Dialysebehandlung

    Das Dysequilibriumsyndrom bei Dialysebehandlung ist eine durch Elektrolytverschiebungen und plötzlichen Azidoseausgleich bei zu rascher Dialyse auftretendes Syndrom mit Kopfschmerzen, epileptischen Anfällen und psychomotorischen Störungen

  • Harnwegsinfektionen bei Niereninsuffizienz und Dialyse

    Harnwegsinfektionen bei Niereninsuffizienz und Dialyse sind Infektionen der Harnwege durch Bakterien bei chronischer Niereninsuffizienz. Die akute Zystitis ist eine Entzündung der Harnblase infolge einer aszendierenden Infektion durch Bakterien (v.a. E. col...

  • Dialyse-Enzephalopathie

    Die Dialyse- Enzephalopathie ist ein nach mindestens 1 - 2 Jahren unter Dialysebehandlung auftretendes dementielles Syndrom mit motorischen Symptomen und epileptischen Anfällen unbekannter Ursache.

© 2007 - 2012 imedo GmbH, alle Rechte vorbehalten.
Die unter www.imedo.de angebotenen Dienste und Inhalte sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen