Endangiitis obliterans - Medizinlexikon

an den Arterien der unteren Extremitäten beginnende entzündl. Erkrankung der inneren Gefäßwandschichten, die mit o. ohne Thrombose (deshalb auch Thrombangiitis obliterans) zur bindegewebigen Verödung u. somit schweren schmerzhaften Ernährungsstörungen bzw. Gangrän führt. Häufig Venen beteiligt. Befällt bevorzugt junge Männer. Infektionen, immun. Reaktionen, Gerinnungsstörungen, Kollagenerkrankungen u. a. werden ätiol. diskutiert. Die Beschwerden entsprechen denen bei Arteriosklerose der entsprechenden Lokalisation u. sind durch die Ischämie bedingt: Parästhesien, Hyperästhesien, Claudicatio intermittens, Ruheschmerzen, Ulzera, Gangrän. Erst im Spätstadium der Erkrankung bzw. in Kombination mit Arteriosklerose werden auch größere Gefäße befallen, selten die viszeralen Arterien (Koronar-, Zerebral-, Nieren- u. Mesenterialarterien). Erniedrigung der Hauttemperatur oft nur an Hand u. Fuß bzw. Finger u. Zehen, pathol. Allen-Test, pathol. Fingerkompressionstest, reaktive Hyperämie sind bes. bei akralen Formen der Durchblutungsstörungen wichtige diagn. Zeichen. Oft bringt wiederholte Suche (biopt./immun.-serol.) nach Kollagenkrankheiten erst nach Jahren eine eindeutige Klärung. Ein Frühsymptom, das dem Befall der Arterien um Jahre vorausgehen kann, ist die Phlebitis migrans der oberflächl. Venen (Fuß, Knöchel, obere Extremität); dd abzugrenzen sind Krankheitsbilder wie die Horton-Riesenzellarteriitis, Periarteriitis nodosa, Arteriitis bei Kollagenosen, Hypersensivitätsarteriitis, Arteriitis bei Allgemeininfektionen, eosinophile Arteriitis u. a. Die Abgrenzung gegenüber der Arteriosklerose ist dd wichtig, da in Ther. u. Progn. Unterschiede zwischen beiden Krankheiten bestehen. Die Progn. quoad vitam ist günstiger als bei Arteriosklerose. Der Gefäßprozeß im Bereich der Extremitäten neigt aber zur Progredienz, so daß die Progn. für die Erhaltung der Extremität ungünstiger als bei Arteriosklerose ist.

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