Endodontie - Medizinlexikon

Prävention, Diagnostik u. Ther. der Erkrankungen des Zahnmarks (Pulpa). Für die Erhaltung des Gebisses u. der einzelnen Zähne ist nicht nur aus kariolog. Sicht die Vitalerhaltung der Pulpa wesentl. Voraussetzung. Die prim. Prävention von Pulpopathien besteht aus den Maßnahmen der prim. u. sek. Kariesprävention, aus sorgfältiger Restauration, Abstellung unphysiolog. Belastungen, die sek. Prävention aus sorgfältiger Diagnostik u. Frühbehandlung i. S. der Vitalerhaltung, die tertiäre Prävention aus der Ind. u. Durchführung der Therapieverfahren. Die klin. Diagnostik ist relativ schwierig, da sie sich im wesentl. auf anamnest. Angaben stützt. Histol. Überprüfungen klin. Diagnosen ergaben erhebl. Fehlerquoten. Klassifikation der Pulpopathien: 1. regressive Metamorphose; 2. Pulpaentzündung (Pulpitis) hauptsächl. als Kariesfolge. Bereits bei Caries superficialis treten histol. nachweisbare, jedoch symptomlose entzündl. Veränderungen auf, so daß die sog. akuten Pulpaentzündungen wohl eher Exazerbationen chron. Entzündungen sind. 3. Traumatogene Freilegung der Pulpa (komplizierte Zahnfraktur), Vitalerhaltung wegen Kontamination des Pulpagewebes nur innerhalb von 2 h bei jugendl. bleibenden Zähnen mit weit offenem Foramen apicale mögl. 4. Pulpagangrän. Bei der Ther. der Pulpopathien ist die Vitalerhaltung der Pulpa o. eines Teils oberstes Ziel. Zu den Vitalerhaltungsverfahren gehören die Pulpaüberkappung (indirekt o. direkt) u. die Vitalamputation. Die Verfahren zur teilweisen o. völligen Entfernung des vitalen, aber irreversibel geschädigten Pulpagewebes werden einerseits in Amputation (Entfernung der Kronenpulpa) u. Exstirpation (Entfernung der gesamten Pulpa), in Vitalverfahren (Anästhesie zur Schmerzausschaltung) u. Mortalverfahren (Nekrotisierung zur Schmerzausschaltung) unterschieden. Unter Wurzelkanalbehandlung werden die Vital- o. Mortalexstirpation u. die Gangränbehandlung zusammengefaßt. Tab.

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