Enzephalitis - Medizinlexikon

Synonyme: Encephalitis

Gehirnentzündung auf infektiöser, infektiös-tox. o. allerg. Grundlage; als übertragbare Hirnentzündung meldepflichtig. Krankheitsgruppe mit großem Formenreichtum u. variabler Sympt., häufig kombiniert mit Meningitis o. Myelitis. Bakteriell bedingte E. häufig als metastat. Herdenzephalitis hämatogener Entstehung, z. B. embol. Herdenzephalitis bei Endokarditis. Klin. hochfieberhafter Verlauf mit der Trias Schlafsucht, Krämpfe, Lähmungen, ferner zentralnervöse Reiz- u. Ausfallerscheinungen, je nach ätiol. Krankheitsgruppen, u. postenzephalit. Folgezustände (Herdsymptome einer Residualepilepsie, Parkinson-Syndrom). Klin. fokale u. Allgemeinsymptome, im Liquor cerebrospinalis variabel ausgeprägte lymphozytäre Pleozytose. Bei Hirnabszeß außer enzephalit. Zeichen auch raumfordernde Wirkung. Prim. E.: Nervenzellzerfall durch Erregerinvasion, histopatholog. Nervenzelldegeneration, perivaskuläre Rundzellherde, Ödem, Gliazellwucherung (Erregervielfalt, Arboviren, Rickettsien, Tollwutvirus, Syphilistreponemen, Toxoplasmen, Malariaplasmodien, Trypanosomen). Sek. E.: pathol.-anat. versch. Erscheinungen wie perivenöse Herdenzephalitis (z. B. Encephalitis postvaccinalis, Masernenzephalitis), ggf. Markdegeneration mit Blutungen o. Ischämie (Enzephalopathie); im chron. Stadium Markscheidenzerfall; ferner neuroallerg. lymphozytär-plasmazelluläre Gefäßwandinfiltrate im Hirn bzw. Hirn u. weicher Hirnhaut (Para- u. Postinfektiöse E.) bzw. Meningoenzephalitis bei Masern, Röteln, Mumps, Virusgrippe; Herpes-simplex-Virus (Meningoencephalitis herpetica, Herpes-Enzephalitis).

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