Enzyme - Medizinlexikon

Synonyme: Fermente Biokatalysatoren

monomere o. oligomere, einfache o. zusammengesetzte Proteine, die intrazellulär (90 % der Zellproteine sind E.) o. als Sekretenzyme in Körperflüssigkeiten u. Verdauungssäften vorkommen. E. sind artspezif., z. T. organspezif. (Isoenzyme). E. setzen die Aktivierungsenergie der katalysierten Reaktion stark herab (Enzymkatalyse), ohne deren chem. Gleichgewicht zu beeinflussen. Sie sind relativ spezif. sowohl für die umgesetzten Substrate als auch für die katalysierte Reaktion. Die Enzymaktivität hängt von der Temperatur (Temperaturoptimum meist etwa 50 °C, bei höheren Temperaturen Hitzedenaturierung), dem pH-Wert (pH-Optimum meist zwischen pH 5 u. 9) u. von den Konzentrationen der Substrate, Coenzyme, Produkte, Aktivatoren u. Inhibitoren ab (Enzymkinetik). Jedes Organ ist mit einem best. Enzymmuster ausgestattet. Zellorganellen lassen sich durch vorherrschende E. charakterisieren (Leitenzyme). Die Aktivitätsbestimmung von E. in Geweben u. Körperflüssigkeiten (Serum, Harn) ist eine wichtige Methode bei der Diagnostik u. Verlaufskontrolle zahlreicher Erkrankungen (z. B. Lebererkrankungen, Pankreatitis, Herzinfarkt, Tumoren). Ein ther. Einsatz von E. erfolgt als Substitutionstherapie mit Proteasen bei Störungen der Blutgerinnung, Fibrinolyse o. der Verdauung, auch i. R. der Gentherapie. Techn. werden E. z. B. als Waschmittelzusatz, zur Schnellreifung von Schlachtfleisch u. bei der Bierproduktion eingesetzt. Von bes. Bedeutung sind trägerfixierte E. als Katalysatoren chem. Prozesse (Enzymreaktor).

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