Eosinopenie - Medizinlexikon

Reduktion der eosinophilen Granulozyten im peripheren Blut (untere Normgrenze 0,05 · 109/l) o. vollständiges Fehlen. Unter Streß-Situation tritt durch vermehrte Abgabe von ACTH u. dadurch bedingter Stimulierung der Nebennierenrinde eine verstärkte Ausschüttung von Kortikosteroidhormonen ein, wodurch eine E. resultiert. Das durch E. (u. Lymphozytopenie) gekennzeichnete „Blutbild der Alarmreaktion“ ist durch verstärkte Abwanderung der eosinophilen Granulozyten in die von vornherein bereits an eosinophilen Granulozyten reichen Organe bedingt. Dieser physiol. Mechanismus wird beim Thorn-Test nachvollzogen u. zur Diagnosestellung genutzt. E. ist zu beobachten durch vermehrte Ausschüttung von Glukokortikosteroiden: so bei schweren Infektionen (Typhus abdominalis, Sepsis u. a.), endogenen u. exogenen Intoxikationen (Coma diabeticum, Coma uraemicum), Schock, Partus, körperl. Höchstleistung bei Sport u. Arbeit, Hypercortisolismus bei Hypophysen- bzw. Nebennierenrindenneoplasie bzw. Hyperplasie sowie durch iatrogene Verabfolgung von Glukokortikosteroiden. Eine E. findet sich bei aplast. Knochenmark-Syndrom infolge ungenügender Produktion.

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