Eosinophilenleukämie - Medizinlexikon

Erkrankung, die in einer akuten u. einer chron. Form auftritt. akute E.: seltene, den unreifzelligen myelo. Leukämien zuzuordnende Erkrankung mit einem hohen Anteil von frühen Reifungsstufen der eosinophilen Granulozyten bei weitgehendem Fehlen der ausgereiften Formen im Knochenmark u. in anderen Organen, mit Ausbildung starker Atypien u. gelegentl. Ausschwemmung dieser eosinophilen „Blasten“, Promyelozyten u. unreifen Myelozyten in das periphere Blut. Gesamtleukozytenzahl von Pat. zu Pat. uneinheitl. Erst eine nur zytochem. faßbare Anomalie, der Nachweis von Naphtol-AS-D-Chloracetatesterase in den Spezialgranula, sichert die Diagn. u. grenzt die akute E. gegenüber reaktiven Eosinophilien ab. Weitere Atypien betreffen die Granula z. T. in Form großer, zentral leer erscheinender Granula (Lochgranula) sowie deren starke Größenvarianz. chron. E.: seltene, der chron. myelo. Leukämie zuzuordnende Erkrankung, die als Variante der chron. myelo. Leukämie aufgefaßt werden kann, der sie in Progn. u. Verlauf entspricht. Der kennzeichnende Befund ist eine starke absolute u. relative Vermehrung von eosinophilen Granulozyten aller Reifestufen (> 50 % der Granulozyten). Das Ph1-Chromosom ist nachweisbar, der Index der AGP wie bei CML erniedrigt. Eine Abgrenzung gegenüber reaktiven Eosinophilien (bis 20 · 109/l) zu leukämoiden Reaktionen (mehr als 20 · 109/l) ist mögl.

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