Eosinophilie - Medizinlexikon

Synonyme: Azidophilie

bes. Affinität zur Anlagerung saurer Farbstoffe, wie z. B. Eosin.

Vermehrung der absoluten Zahl der eosinophilen Granulozyten im Gewebe (z. B. im Knochenmark) u. im peripheren Blut. Bei einem Normalwert von 0,05–0,35 · 109/l eosinophiler Granulozyten im Blut werden Werte über 0,4–0,5 · 109/l als E. gewertet. Verschiedenste Stoffe bzw. Antigene, Antigen-Antikörper-Komplexe, Histamin u. a. veranlassen eine Chemotaxis der eosinophilen Granulozyten aus der Blutbahn mit nachfolgender Auswanderung aus dem Knochenmark, wodurch ihre erneute Produktion angeregt wird. Durch best. Reize kann es zu sehr starker reaktiver E. mit hohen Zahlenwerten im peripheren Blut (50 · 109/l) kommen, wobei es sich stets nur um ausgereifte, d. h. segmentkernige (sehr selten stabkernige) Zellformen handelt (wodurch die Abgrenzung zur Eosinophilenleukämie gegeben ist). Ausgeprägte E. wird beobachtet bei Allergien, u. a. bei Parasiteninfektion bzw. -infestation, allerg. Haut-, Blut- u. Kollagenerkrankungen, hormoneller Dysregulation, best. Intoxikationen u. bei Malignomen. Weiterhin kann E. auftreten bei IgA-Mangel, Nebenniereninsuffizienz, Vaskulitiden (u. a. Churg-Strauss-Syndrom) u. eosinophiler Gastroenteritis. E. auch bei Lymphogranulomatose. Bei chron. myelo. Leukämie ist E. ein Teil des myeloprolif. Prozesses. Knochenmarkeosinophilie muß nicht unbedingt mit einer E. im peripheren Blut einhergehen. Von einer persistierenden E. mit Splenomegalie u. Lymphknotenschwellung kann bei hochgradigen allerg. Zuständen mit ausgeprägten klin. Allgemeinsymptomen gesprochen werden.

© Elsevier GmbH, München

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