Blutkörperchen, rote (Erythrozyten, Erys) - Laborwerte-Lexikon

Referenzbereich Blut [GN; TLD]

  • Frauen: 4,1–5,1 Millionen rote Blutkörperchen/µl
  • Männer: 4,5–5,9 Millionen rote Blutkörperchen/µl
  • Kinder 4–9 Jahre: 3,9–5,1 Millionen rote Blutkörperchen/µl
  • Kinder 10–12 Jahre: 4,1–5,2 Millionen rote Blutkörperchen/µl
  • Während der Pubertät: Angleichung an Erwachsenenwerte

Referenzbereich Urin (Näheres unter "Urin-Teststreifen-Untersuchung") [TLD]

  • Urin-Teststreifen: Negativ
  • Urinsediment: < 3 rote Blutkörperchen/Gesichtsfeld bzw. < 8/µl Urin

Hintergrund

Rote Blutkörperchen (Erythrozyten) machen 99 % der Blutzellen aus. Es sind Scheibchen mit einem Durchmesser von 7 μm. Ihre Hauptaufgabe ist der Sauerstofftransport im Blut.

Die roten Blutkörperchen werden im Knochenmark aus Blutstammzellen gebildet. Während ihrer Entwicklung verlieren sie ihren Kern – die roten Blutkörperchen sind also streng genommen gar keine Zellen mehr. Außerdem werden die roten Blutkörperchen mit dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin bepackt, der den Sauerstoff bindet. Ganz junge rote Blutkörperchen, die gerade aus dem Knochenmark ins Blut ausgeschwemmt wurden, heißen Retikulozyten. Nach ungefähr vier Monaten sind rote Blutkörperchen verschlissen und werden vor allem in der Milz aussortiert und abgebaut.

Reguliert wird die Bildung der roten Blutkörperchen durch das Hormon Erythropoetin aus der Niere .

Die Zahl der roten Blutkörperchen im Blut wird heute vollautomatisch ermittelt. Dies ist genauer als das Auszählen in einer Zählkammer unter dem Mikroskop. Erscheinen aber z.B. die Zahlen des Analysegerätes nicht plausibel, zählt der Arzt in einem Blutausstrich manuell nach. Dabei achtet er gleichzeitig auf das Aussehen der roten Blutkörperchen. Krankhafte Befunde sind:

  • Erhebliche Größenunterschiede (Anisozytose, RDW)
  • Eine abnorme Form der roten Blutkörperchen, etwa Kugel- oder Sichelform
  • Viele kaputte rote Blutkörperchen
  • Einlagerungen wie etwa Parasiten bei Malaria

Die Erythrozytenzahl allein ist wenig aussagekräftig. Sie wird stets im Zusammenhang mit den übrigen Werten des roten Blutbildes beurteilt.

Bestimmung im Blut

  • Routine-Untersuchung z.B. vor jeder Operation
  • Verdacht auf Blutarmut (Anämie)
  • Verdacht auf Polyglobulie (Überzahl roter Blutkörperchen)
  • Störungen des Wasserhaushaltes

Erhöhte Werte

  • Flüssigkeitsmangel (Austrocknung) mit der Folge einer scheinbaren Polyglobulie
  • Sauerstoffmangel, beispielsweise bei chronischen Herz- oder Lungenerkrankungen, aber auch bei längerem Aufenthalt im Hochgebirge
  • Starkes Rauchen
  • Polyzythämie
  • Nierentumoren, Zystennieren
  • Doping mit Blut oder Erythropoetin

Erniedrigte Werte

  • Blutarmut
  • Überwässerung

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Erythrozyten - Medizinlexikon

rote Blutkörperchen, Megalozyten. Die End- u. Funktionsform der Erythrozytopoese, die bei den Säugetieren durch Entkernung des Erythroblasten entsteht, bei den übrigen Vertebraten kernhaltig bleibt. Beim Menschen ist der reife Erythrozyt ein rundes Scheibchen mit beidseitiger (bikonkaver) zentraler Eindellung mit einer mittleren Dicke von 2,0–2,2 ?m, einem mittleren Durchmesser von 7,0–7,5 ?m u. einem mittleren Volumen von 80–90 ?m3. Der flüssige Inhalt ist von einer Membran umgeben. Bei Zerstörung des E. ergeben sich das Erythrozytenstroma, das aus Membran- u. Innenstrukturen, insbes. Gerüsteiweißen sowie Phosphatiden u. Mukopolysacchariden besteht u. eine zweite Fraktion, die Hämoglobin sowie Enzyme der Glykolyse, des oxidativen Pentosewegs u. a. enthält. Der Stoffwechsel des reifen E. erfolgt durch anaerobe Energielieferung mit Glukose als Substrat, womit die Struktur des E. aufrechterhalten, das Hämoglobin im Funktionszustand erhalten, die spezif. Zusammensetzung der organ. Bestandteile u. die Konzentrationsunterschiede der Kationen zwischen Plasma u. E. gewährleistet werden. Im peripheren Blut befinden sich 309 · 109 Erythrozyten/kg Körpermasse. Die Lebensdauer von E. beträgt 100–120 Tage. Tab.

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