Fibrinogen - Laborwerte-Lexikon

Referenzbereich Blut [KLL; TLD]

1,5–3,5 g/l (4,4–10,3 µmol/l)

g/L x 2,93 = µmol/l; µmol/l x 0,34 = g/l

Hintergrund

Der Gerinnungsfaktor Fibrinogen (Faktor I) wird in der Leber gebildet. Durch Thrombin wird es zu Fibrin . Zudem steigt Fibrinogen als Akute-Phase-Protein bei Entzündungen an.

Fibrin wird labordiagnostisch zur Beurteilung der Blutgerinnung und – mit umstrittenem Nutzen – als Risikoindikator für arteriosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankungen genutzt.

Bestimmung im Blut

  • Blutungsneigung, veränderte Gerinnungstests
  • Verbrauchskoagulopathie
  • Erhöhte Thromboseneigung
  • Kontrolle einer Gerinnsel auflösenden Therapie (Lysetherapie)
  • Risikoeinschätzung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall

Fibrinogen-Erhöhung

  • Viele akute Erkrankungen, z.B. Entzündungen, Herzinfarkt
  • Wahrscheinlich erbliche Veranlagung und dann Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei > 5g/l

Fibrinogen-Erniedrigung

  • Leberschäden (verminderte Bildung)
  • Verbrauchskoagulopathie (erhöhter Verbrauch)
  • Hohe Blutverluste
  • Lysetherapie, z.B. bei Herzinfarkt
  • Angeborener Fibrinmangel (sehr selten)

Gut zu wissen

Bei Dysfibrinogenämien mit »falschem« Fibrin sind die Fibrinspiegel normal, die Aktivität aber vermindert. Die Beschwerden sind variabel.

© 2008 Knaur Ratgeber Verlag, München

Fibrinogen - Medizinlexikon

Molmasse 330 000–350 000, Beta-2-Globulin, Kohlenhydratanteil 4 %, Plasmakonzentration 2–4 g/l, Synthese in der Leber (Vitamin-K1-unabhängig). F. besteht aus 3 Paaren nicht ident. Polypeptidketten (??, ??, ??)2, die durch Disulfidbrücken zusammengehalten werden. Unter Thrombinwirkung wird von der ??- u. der ??-Kette je ein Peptid abgespalten (Fibrinopeptid A u. B). Die Gammaketten bleiben unverändert. Reaktionsprodukte sind Fibrinmonomere, die sich zum lösl. Fibrin zusammenlagern. Dieses wird durch F. XIII quervernetzt. Plasmin spaltet in einer 1. Reaktion von den ??-Ketten (C-terminal) die Peptide A, B u. C ab, während ??- u. Gammaketten unversehrt bleiben. In einer 2. Reaktion wird von der ??-Kette (N-terminal) ein Peptid sowie vom Fragment X ein 3-kettiges Protein (Fragment D) abgespalten. Der verbleibende Rest wird als Fragment Y bezeichnet, der durch weitere Proteolyse in die Fragmente D u. E überführt wird. Labordiagnost. Nachweis: Hitzefibrin, quantitative Bestimmung mit Biuret-RL, modifizierte Thrombinzeit nach Clauss, immun. Bestimmung.

© Elsevier GmbH, München

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